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Flüchtlingskrise : Deutschland weist Österreichs Forderung nach Tagesquoten zurück

  • Aktualisiert am

Österreichs Bundeskanzler Faymann und Kanzlerin Merkel: Deutschland wirft dem Nachbarland eigenmächtiges Vorgehen vor. Bild: Reuters

Österreichs Bundeskanzler Faymann will Flüchtlinge aus Griechenland gleich nach Deutschland durchwinken. Jetzt hat die Bundesregierung auf den Vorschlag reagiert und kritisiert das Nachbarland scharf.

          Die Bundesregierung hat Forderungen des österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann zurückgewiesen, über Tageskontingente Flüchtlinge aus Griechenland nach Deutschland zu holen. „Deutschland operiert nicht mit Tagesquoten“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Es gebe niemanden, dem die Bilder von den Flüchtlingen an der griechisch-mazedonischen Grenze nicht nahegingen.

          „Sie zeigen leider überdeutlich, wie notwendig es ist, dass Europa abgestimmt und gemeinsam agiert und nicht Binnengrenzen in einer Weise schließt, die dann bei anderen Mitgliedsstaaten die Belastungen in die Höhe schnellen lassen“, sagte Seibert.

          Notwendig seien eine europäische Bekämpfung der Fluchtursachen, der Schutz der Außengrenzen und die Zusammenarbeit mit der Türkei. So sei eine starke Reduzierung der illegalen Migration möglich. Zugleich dürfe Griechenland mit der Situation nicht alleingelassen werden. Das Nothilfepaket der EU werde dem Land in großem Umfang zugutekommen, sagte Seibert. Griechenland müsse gleichzeitig den Schutz der EU- und Schengen-Außengrenzen verbessern und den Bau von Hotspots vorantreiben.

          Faymann sagte der Zeitung „Kurier“, Deutschland sollte „eine Tagesquote festlegen – und nach dieser Flüchtlinge direkt von Griechenland, der Türkei oder Jordanien nach Deutschland bringen“. Dazu solle es „Durchreise-Zertifikate“ geben.

          Am Montag beraten die EU-Staaten bei einem Gipfel sowie bei einem Treffen mit der Türkei das weitere Vorgehen. Zur Vorbereitung trifft Merkel am Freitag den französischen Präsidenten Francois Hollande in Paris.

          Quelle: Reuters

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