http://www.faz.net/-gpf-8esmi

Flüchtlingskrise : Albanien bittet Italien um Hilfe bei Grenzsicherung

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze Bild: dpa

Die albanische Regierung fürchtet, Flüchtlinge könnten wegen der abgeriegelten Balkanroute versuchen, über die Adria nach Europa zu gelangen. Allein sei man einer „Welle von Migranten“ nicht gewachsen.

          Aus Sorge vor einem Ausweichen der Flüchtlinge auf die Route über die Adria hat die albanische Regierung Italien um Hilfe bei der Grenzsicherung gebeten. „Albanien hat die Hilfe Italiens erbeten, um die Grenzkontrollen zu verstärken und den verschiedenen Sicherheitsproblemen zu begegnen im Fall, dass sich eine Welle von Migranten in Richtung der albanischen Grenze bewegt“, sagte Innenminister Saimir Tahiri am Dienstag.

          Allein könne Albanien einer derartigen Welle nicht begegnen, sagte Tahiri. Kommende Woche werde er bei einem Besuch seines italienischen Kollegen Angelino Alfano in Tirana über eine Zusammenarbeit in dieser Frage sprechen. Albanien werde „in keinem Fall“ seine Grenze für Flüchtlinge öffnen, sagte Tahiri. Derzeit sei die Lage an der Grenze aber ruhig und es habe bisher keinen Versuch von Flüchtlingen gegeben, sie zu überqueren.

          Albanien sorgt sich, dass viele Flüchtlinge in Griechenland nach der Schließung der Route über den Balkan versuchen könnten, nach Albanien auszuweichen, um über die Adria nach Italien zu gelangen. Albanien hofft darauf, von Italien Ausrüstung und Personal zu erhalten, das bei der Kontrolle und Registrierung von Flüchtlingen hilft. Am Freitag wird EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos in Tirana zu Gesprächen über die Flüchtlingskrise erwartet.

          Aufbruch aus Idomeni : Tausende Flüchtlinge suchen neuen Weg über Balkanroute

          Quelle: AFP

          Weitere Themen

          Vor allem das Prinzip Hoffnung

          EU-Flüchtlingspolitik : Vor allem das Prinzip Hoffnung

          Die EU-Innenminister haben abermals über die Bewältigung der Flüchtlingskrise beraten. Doch die Frage nach einer gerechteren Lastenverteilung bleibt offen. Italien und Griechenland verlangen, die Dublin-Regeln zu kippen.

          Schmugglerjagd auf hoher See Video-Seite öffnen

          Italien : Schmugglerjagd auf hoher See

          Eine der wichtigsten Routen für albanisches Marihuana führt über die Adria. Die italienisch Polizei jagt die Schmuggler mit Speedbooten und Hubschraubern.

          Wer folgt hier der Regierungslinie?

          Medien und Willkommenskultur : Wer folgt hier der Regierungslinie?

          Wie haben „die“ Medien zur Zuwanderungskrise 2015 berichtet? Ein Vergleich der F.A.Z., der SZ sowie der Nachrichten von ARD und ZDF zeigt: Man muss differenzieren. Die Wirkung der Fernsehbilder ist ein eigenes Kapitel. Ein Gastbeitrag.

          Grasland Video-Seite öffnen

          Cannabis-Anbau in Albanien : Grasland

          Albanien ist zum größten Marihuana-Lieferanten Europas geworden. Die Mafia verdient Milliarden, die Regierung in Tirana hat ihr wieder einmal den Krieg erklärt. Recherchen von der Front.

          Topmeldungen

          SPD-Wahlkampffinale in Aachen : Er rettet, was zu retten ist

          Nach Monaten der Euphorie glaubt fast niemand mehr an einen Wahlsieg der SPD. Trotzdem bringt Martin Schulz bei seinem letzten großen Wahlkampfauftritt seine Kampagne in Würde zu Ende – „egal, was morgen rauskommt“.
          Selfie mit dem Popstar der Politik: Lindner mit junger Anhängerin

          Nähe und Ferne zur CDU : Das Dilemma der FDP

          Bei seinem Wahlkampfabschluss zeigt sich die Zwickmühle für Christian Lindner und seine FDP: Vielleicht können die Liberalen bald mitregieren. Doch, ob das auch gut für sie wäre, weiß nicht einmal der Vorsitzende.
          Alois Karl (in blauer Steppjacke) auf Wahlkampftour in Ebermannsdorf

          Die CSU im Wahlkampf : Der schwarze Alois und die AfD

          Die Oberpfalz ist der CSU seit Jahrzehnten treu. Doch die AfD könnte auch hier die politischen Verhältnisse durcheinanderbringen. Wie gehen die Christsozialen mit der Konkurrenz von rechts um? Ein Ortsbesuch.

          40 Jahre nach dem Terrorherbst : Die „Landshut“ ist zurück in Deutschland

          Die Lufthansa-Maschine „Landshut“ ist zurück nach Deutschland gebracht worden. Vor 40 Jahren hatten Terroristen das Flugzeug entführt und den Piloten erschossen. Jetzt soll die „Landshut“ in ein Museum – aber ein Konzept gibt es noch nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.