http://www.faz.net/-gpf-8cqsu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 24.01.2016, 14:20 Uhr

Flüchtlingsdebatte Geißler fühlt sich an Weimarer Verhältnisse erinnert

Mit einem drastischen Vergleich hat Heiner Geißler vor einer weiteren Polarisierung in der Debatte über Flüchtlinge gewarnt. Der frühere CDU-Generalsekretär sieht keine Alternative zur Politik der Kanzlerin.

© dpa Warnt vor Panikmache: der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler

Der langjährige frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hat zur Mäßigung in der Flüchtlingsdebatte aufgerufen. Er fühle sich mitunter an die Verhältnisse in der Weimarer Republik erinnert, sagte Geißler am Sonntag im Deutschlandfunk mit Blick auf rechtsradikale Umtriebe und die Pegida-Bewegung. In der Weimarer Republik nahm zu Beginn der dreißiger Jahre die NSDAP unter ihrem Führer Adolf Hitler ihren Aufschwung.

Mehr zum Thema

„Man kann durch Angstmacherei ein ganzes Volk in Panik versetzen“, warnte Geißler. Dabei stellte er sich ausdrücklich hinter den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und rügte das Verhalten der CSU als fahrlässig. Führende Vertreter dieser Partei hätten aus Angst vor der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) die Flüchtlingsdebatte unnötig aufgeheizt. „Diese Panikmache umfasst inzwischen auch Teile der deutschen Publizistik, der Medien und der Printmedien.“

Merkels Strategie, die unter anderem auch von den beiden großen Kirchen gestützt werde, bleibe richtig, betonte Geißler. Es gelte zum einen, die Hauptursachen für die Migration zu beseitigen wie den Bürgerkrieg in Syrien oder die Armut in Afrika. Zugleich müsse Merkel das Ziel weiter verfolgen, europäische Lösungen zur Aufnahme der Neuankömmlinge herbeizuführen. Nationale Alleingänge seien die falsche Antwort: „Mit Obergrenzen und Grenzen dicht machen ist doch überhaupt niemandem geholfen.“

Quelle: KNA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
AfD-Politikerin Historiker nennt von Storchs Aussagen zur Kirchensteuer falsch

Die AfD-Politikerin ist immer für eine provokante Meinungsäußerung gut - egal, ob die Fakten stimmen. Jetzt hat ein Historiker ihre jüngste Aussage zur Entstehung der Kirchensteuer auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht. Mehr

18.05.2016, 15:21 Uhr | Politik
Panini-Alternative Tschutti Heftli - kunstvolle Sammelbilder

Das Tschutti Heftli aus der Schweiz ist die Alternative zum Panini-Sammelalbum: Für die Klebebildchen sind die Fußballspieler der kommenden Europameisterschaft in Frankreich von Illustratoren gezeichnet worden. Mehr

01.05.2016, 12:28 Uhr | Sport
Brexit-Referendum Tusk wirft Johnson politischen Gedächtnisverlust vor

Nachdem er in einem Interview die EU mit Hitler und Napoleon verglichen hat, steht Boris Johnson in der Kritik. EU-Ratspräsident Tusk bezeichnet seine Aussagen als absurd. Mehr

17.05.2016, 13:43 Uhr | Politik
Afghanistan Opium-Ernte ist in vollem Schwung

In Afghanistan ist die Opium-Ernte in vollem Schwung und die Bauern und ihre Helfer sind mit den diesjährigen Erträgen mehr als zufrieden. Es ist für sie der Höhepunkt des Jahres; in wenigen Tagen verdienen sie genug Geld für das gesamte Jahr. Ausgelassene Feste begleiten die Ernte. Dass ihr Lebensunterhalt anderswo Leben zerstört, schert die Bauern wenig, solange sie keine echte Alternative sehen. Mehr

22.05.2016, 13:19 Uhr | Gesellschaft
Kirchentag in Leipzig Was verbindet Rechtspopulisten und Katholiken?

Der Katholikentag diskutiert nicht mit, aber über die AfD. Die Kirche sieht sich auch selbst in der Verantwortung, rechtspopulistischen Parolen zu begegnen. Mehr Von Mona Jaeger, Leipzig

28.05.2016, 15:03 Uhr | Politik