http://www.faz.net/-gpf-8cqsu

Flüchtlingsdebatte : Geißler fühlt sich an Weimarer Verhältnisse erinnert

  • Aktualisiert am

Warnt vor Panikmache: der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler Bild: dpa

Mit einem drastischen Vergleich hat Heiner Geißler vor einer weiteren Polarisierung in der Debatte über Flüchtlinge gewarnt. Der frühere CDU-Generalsekretär sieht keine Alternative zur Politik der Kanzlerin.

          Der langjährige frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hat zur Mäßigung in der Flüchtlingsdebatte aufgerufen. Er fühle sich mitunter an die Verhältnisse in der Weimarer Republik erinnert, sagte Geißler am Sonntag im Deutschlandfunk mit Blick auf rechtsradikale Umtriebe und die Pegida-Bewegung. In der Weimarer Republik nahm zu Beginn der dreißiger Jahre die NSDAP unter ihrem Führer Adolf Hitler ihren Aufschwung.

          „Man kann durch Angstmacherei ein ganzes Volk in Panik versetzen“, warnte Geißler. Dabei stellte er sich ausdrücklich hinter den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und rügte das Verhalten der CSU als fahrlässig. Führende Vertreter dieser Partei hätten aus Angst vor der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) die Flüchtlingsdebatte unnötig aufgeheizt. „Diese Panikmache umfasst inzwischen auch Teile der deutschen Publizistik, der Medien und der Printmedien.“

          Merkels Strategie, die unter anderem auch von den beiden großen Kirchen gestützt werde, bleibe richtig, betonte Geißler. Es gelte zum einen, die Hauptursachen für die Migration zu beseitigen wie den Bürgerkrieg in Syrien oder die Armut in Afrika. Zugleich müsse Merkel das Ziel weiter verfolgen, europäische Lösungen zur Aufnahme der Neuankömmlinge herbeizuführen. Nationale Alleingänge seien die falsche Antwort: „Mit Obergrenzen und Grenzen dicht machen ist doch überhaupt niemandem geholfen.“

          Quelle: KNA

          Weitere Themen

          Flüchtlinge als Sklaven verkauft Video-Seite öffnen

          Libyen : Flüchtlinge als Sklaven verkauft

          Hunderttausende Migranten vor allem aus afrikanischen Ländern sind in Libyen gestrandet. Die Zustände sind katastrophal, manche der Flüchtlinge werden von kriminellen Banden als Sklaven verkauft.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          TV-Kritik „Anne Will“ : Das Recht des Stärkeren

          Bei Anne Will geht es um die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem. Es kommt zu schrägen Vergleichen. Man redet von der „Anerkennung von Realitäten.“ Doch welche sollen das sein?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.