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Flüchtlinge : McKinsey-Berater empfehlen mehr Druck auf abgelehnte Asylbewerber

  • Aktualisiert am

Abgelehnte Asylbewerber in Leipzig Bild: dpa

Unternehmensberater legen im Auftrag des Bundesflüchtlingsamts einen Maßnahmenkatalog zur Rückführung ausreisepflichtiger Personen vor. Die 1,8 Millionen Euro teure Studie sorgt für Kritik.

          Eine für das Bundesflüchtlingsamt erstellte Studie empfiehlt nach einem Zeitungsbericht mehr Druck auf abgelehnte Asylbewerber, damit diese in ihre Heimatstaaten zurückkehren. Die Berater der Firma McKinsey plädierten für ein mit den Bundesländern koordiniertes Rückkehrmanagement, berichtet die „Welt am Sonntag“. „Dazu sind entsprechende Abschiebungshaft- und Gewahrsamsanstalten einzurichten“, heißt es demnach in dem Papier. Die finanziellen Anreize zur freiwilligen Rückkehr sollten erhöht werden.

          Außerdem seien eine „konsequente digitale Erfassung im Ausländerzentralregister“, mehr Personal in den Ausländerbehörden und eine Zentralisierung der Verantwortlichkeiten in den Bundesländern nötig. Abgelehnte Asylbewerber, die wegen Krankheit oder mangels Passpapieren geduldet werden, sollten nur Sachleistungen erhalten.

          Kosten von drei Milliarden Euro

          Die bisherigen Bemühungen reichten nicht aus, um dem „erwarteten erheblichen Anstieg der Gesamtzahl der Ausreisepflichtigen in 2017 nachhaltig entgegenzuwirken“, zitiert die „Welt am Sonntag“ aus der Studie. Die Untersuchung prognostiziert der Zeitung zufolge bis Ende 2017 einen Anstieg der Zahl Ausreisepflichtiger auf mindestens 485.000, aber jährlich nur 85.000 tatsächliche Ausreisen. Die direkten Gesamtkosten für die Ausreisepflichtigen betrügen dann rund drei Milliarden Euro.

          Auftraggeber des 1,8 Millionen Euro teuren McKinsey-Berichts ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach warf in der „Welt am Sonntag“ die Frage auf, „warum man für so viel Geld externen Sachverstand einkauft, der auch in Bundesbehörden und Ministerien zweifellos vorhanden ist“. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, kritisierte: „Den Bericht hätten Bundes- und Landesbehörden genauso gut erarbeiten können. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beamten.“

          Quelle: peer./dpa

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