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Die Multikulti-Toilette : Ein Klo, das jeder benutzen kann

Universell einsetzbar: Die Flüchtlingstoilette ist bestens geeignet für die globalisierte Notdurftverrichtung. Bild: TUUH/Sabine Schober

Deutsche Toiletten sind für viele Flüchtlinge ein Rätsel. Das hat schon zu Problemen geführt. Eine neue mobile Multikulti-Toilette soll Abhilfe schaffen – und lehrt nebenbei etwas über das Zusammenleben der Kulturen.

          Um in das folgende Thema einzusteigen, lohnt es, an ein Wort Wolfgang Schäubles zu erinnern. Der Finanzminister hatte gesagt, der Flüchtlingszug, den Deutschland gerade erlebe, sei ein „Rendezvous unserer Gesellschaft mit der Globalisierung“. Es ist auch ein Rendezvous unterschiedlicher Kulturen, lässt sich hinzusetzen. Um nicht zu sagen: ein Zusammenprall der Kulturen. Als im September die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland stark stieg, ging es zunächst einmal darum, Quartiere notdürftig herzurichten. Es ging um ein Dach über dem Kopf - und sei es ein Zeltdach -, um geregelte Mahlzeiten, Betten, gesundheitliche Betreuung und um Toiletten. Auf einmal schien der Markt für große Zelte und Container, für Heizungssysteme in Zelten, Feldbetten und selbst für „Biergartengarnituren“ wie leergefegt.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Auch bei den Toiletten war das in gewisser Weise so, denn auf die Schnelle kamen vor allem mobile Toiletten zum Einsatz: die kleinen Häuschen, die man von Baustellen kennt, aber auch die größeren Containerbauten, wie sie etwa bei Volksfesten Verwendung finden. Viele der Flüchtlinge jedoch kennen solche Toiletten aus ihrem Kulturkreis nicht. Und wer wäre zunächst auch auf die Idee gekommen, ihnen erst noch groß zu erklären, wie die mitteleuropäische Toilette funktioniert. Inzwischen wird das getan, per Piktogramm und in arabischer Schrift.

          Multifunktional muss die Latrine sein

          Viele Flüchtlinge, vor allem die aus ärmeren Schichten, die von zu Hause nur die Latrine kennen, haben die Toiletten zwar als solche benutzt, aber durchaus nicht so, wie es eigentlich gedacht ist. Sie stellten sich auf die Toilettenschüssel, die eigentlich zum Sitzen da ist, und waren dabei oft genug nicht gerade treffsicher. Oder sie verrichteten ihr Geschäft irgendwo in dem Häuschen, nur nicht in dem dafür vorgesehenen Loch. Auch Duschanlagen wurden diesbezüglich missverstanden. Dazu kommt noch, dass viele der muslimischen Flüchtlinge nicht die Nutzung von Toilettenpapier kennen. Sie brauchen andererseits Wasser zur Säuberung, die grundsätzlich mit der linken, der unreinen Hand vollzogen wird.

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