http://www.faz.net/-gpf-8dwe6

Clausnitz : Petry gibt Beteiligung von AfD-Mitgliedern zu

  • Aktualisiert am

AfD-Chefin Frauke Petry: „Es ärgert mich, dass so etwas in Sachsen passiert, zumal wenn eigene Mitglieder beteiligt sind.“ Bild: Reuters

Die fremdenfeindliche Protestaktion in Clausnitz ist nach Parteiangaben von AfD-Mitgliedern unterstützt worden. Pegida-Anführerin Festerling lobt den Mob als „Mut der Bürger“.

          Die Bundesvorsitzende der rechtspopulistischen Partei AfD, Frauke Petry, hat zugegeben, dass bei der fremdenfeindlichen Protestaktion im sächsischen Ort Clausnitz auch AfD-Mitglieder beteiligt waren. „Es ärgert mich, dass so etwas in Sachsen passiert, zumal wenn eigene Mitglieder beteiligt sind“, sagte Petry am Montagabend in der Phoenix-Sendung „Unter den Linden“. Dass AfD-Mitglieder die Proteste organisiert hätten, wies sie aber als „Gerüchte“ zurück.

          „Wir glauben, dass Protest notwendig ist, aber nicht gegen Personen, die nach Deutschland einreisen, sondern gegen diejenigen, die diese Migrationspolitik zu verantworten haben“, sagte Petry. Kaum ein Bürger verstehe noch die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.

          Clausnitz : Petry gibt Regierung die Schuld

          In Clausnitz hatte am Donnerstagabend eine pöbelnde Menschenmenge einen ankommenden Bus mit Flüchtlingen blockiert und „Wir sind das Volk“ skandiert. Zudem gibt es Vorwürfe gegen die Polizei wegen eines rüden Vorgehens gegen Flüchtlinge. Im sächsischen Ort Bautzen hatten zudem Schaulustige in der Nacht zum Sonntag den Brand eines Hotels bejubelt, in das Flüchtlinge einziehen sollten.

          Das islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bündnis lobte die Anfeindungen gegen Flüchtlinge. Pegida-Wortführerin Tatjana Festerling bezeichnete bei einer Kundgebung am Montagabend in Dresden das Auftreten des Mobs in Clausnitz als „Mut der Bürger“. Von den Anhängern wurde dies mit „Clausnitz“-Rufen und Beifall quittiert. Festerling bezeichnete Flüchtlinge als „skrupellose Invasoren“ und warf ihnen vor, Kindertränen zu instrumentalisieren.

          Festerling wollte an den Protesten nichts Schlimmes sehen: „Wer gerade angeblich schwerst traumatisiert aus Kriegszonen kommt, wird mit Menschen, die 'Wir sind das Volk rufen', locker fertig“, sagte sie unter dem Beifall der Anhänger. Nach Angaben der Forschungsgruppe „Durchgezählt“ waren 2500 bis 3000 Anhänger erschienen.

          Quelle: peer./AFP/dpa

          Weitere Themen

          Kein Wort, zu niemandem

          Streit in der AfD : Kein Wort, zu niemandem

          Kurz vor der Bundestagswahl kann auch die AfD keinen Skandal mehr gebrauchen. Wie der Vorsitzende Jörg Meuthen verhindern will, dass Äußerungen von Frauke Petry weitere Kreise ziehen.

          Politik und Protest auf der IAA Video-Seite öffnen

          Automobilmesse : Politik und Protest auf der IAA

          Am Donnerstag besuchte Kanzlerin Merkel die Automobilmesse - ganz ohne Kritik an den Herstellern blieb sie nicht. Richtig deutlich aber wurde die Umweltorganisation Greenpeace, deren Mitglieder mit einer Performance auf die Folgen des Schadstoffausstoßes aufmerksam machten.

          „Rote Linie“ gegen Braunkohleabbau Video-Seite öffnen

          Protestaktion : „Rote Linie“ gegen Braunkohleabbau

          Rund 3000 Menschen haben bei Kerpen an einer Protestaktion gegen den Braunkohleabbau teilgenommen. Die Demonstration wurde von einem Bündnis organisiert, bestehend unter anderem aus BUND, Greenpeace und Nabu. Der Veranstaltungsort lag am Hambacher Wald direkt am Tagebau Hambach.

          Topmeldungen

          Brandschutz mangelhaft : Dortmund räumt riesigen Hochhauskomplex

          Die Dortmunder Feuerwehr will am Donnerstag einen Hochhauskomplex mit mehr als 400 Wohnungen räumen. Aus Brandschutzgründen sei dies unumgänglich, teilt der Krisenstab mit. Wie lange das Gebäude evakuiert bleiben muss, ist noch unklar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.