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Veröffentlicht: 22.02.2016, 12:49 Uhr

Balkanroute Tausende Flüchtlinge stranden an mazedonischer Grenze

Seit Mazedonien keine Afghanen mehr einreisen lässt, sitzen Tausende Menschen an der Grenze zu Griechenland fest. Sie wissen nicht, ob und wann sie weiterkommen.

© AP Nahe der nordgriechischen Grenzstadt Idomeni wärmen sich Flüchtlinge an einem Lagerfeuer.

Nach der Schließung der mazedonischen Grenze für Flüchtlinge aus Afghanistan sind tausende Menschen auf der griechischen Seite gestrandet. Nach Polizeiangaben warten dort etwa 5000 Flüchtlinge auf die Einreise nach Mazedonien, ohne zu wissen, ob und wann sie weiterkommen. Das bestätigte der für Migration zuständige Vize-Innenminister Ioannis Mouzalas am Sonntagabend im griechischen Fernsehen. Weitere 3000 Flüchtlinge sitzen in Athen fest, nachdem sie von den Ägäis-Inseln aufs Festland gebracht wurden, wie am Montag aus Regierungskreisen in Athen verlautete.

38703149 Auch diese Familie hat eine kalte Nacht an der Grenze hinter sich. © AFP Bilderstrecke 

Mazedonien hatte am Sonntag seine Grenzen für Migranten aus Afghanistan gesperrt und lässt nur noch Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak durch. Griechenland drängt nun die mazedonische Regierung dazu, die Grenze für Afghanen wieder zu öffnen. „Wir haben diplomatische Schritte unternommen - wir glauben, dass das Problem gelöst werden kann“, sagte Vize-Innenminister Mouzalas am Montag dem Parlamentsfernsehen. Mazedonien handele „nicht im Einklang mit den Vereinbarungen des jüngsten Gipfels der EU“. Die Europäische Union hatte vergangenen Donnerstag beschlossen, dass bis zum nächsten Migrations-Gipfel Anfang März die Grenzen für Flüchtlinge aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan auf der Balkanroute offen bleiben sollten.

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Mazedonien lässt nach griechischen Informationen Afghanen nicht weiterreisen, weil Serbien seine Grenze für Afghanen seit Sonntag geschlossen halte. Zudem hatte Österreich seine Aufnahmepolitik verschärft und am Freitag Tagesquoten für die Einreise von Asylbewerbern eingeführt.

Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze ist seit langem angespannt. Mitte November 2015 hatten die mazedonischen Behörden entschieden, nur noch Syrer, Iraker und Afghanen durchzulassen. Seit Ende Januar dürfen nur noch Flüchtlinge die Grenze überqueren, die in Deutschland oder Österreich einen Asylantrag stellen wollen. Mazedonien hat zudem mit dem Bau eines zweiten Stacheldrahtzauns an der Grenze zu Griechenland begonnen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

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Von Volker Zastrow

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Quelle: wahlrecht.de
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