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Flüchtlinge im Irak Vertrieben im eigenen Land

16.04.2008 ·  In Deutschland leben mehr als 73.000 Iraker. Viele von ihnen kamen schon hierher, als noch Saddam Hussein herrschte. Im vergangenen Jahr beantragten 4327 Iraker in Deutschland Asyl; seit Jahren bilden sie die größte Gruppe unter den Bewerbern.

Von Hans-Christian Rößler
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Knapp fünf Millionen Iraker haben aus Furcht vor Terror und Unsicherheit ihre Heimat verlassen. Die meisten sind Sunniten und Schiiten, nur etwa ein Zehntel machen die Nicht-Muslime aus. Rund neunzig Prozent davon sind Christen. Die meisten Flüchtlinge halten sich aber immer noch im Irak und seinen Nachbarländern auf. Während Sunniten oder Schiiten notfalls in Gebieten und Stadtvierteln Schutz finden, in denen ihre Religionsgruppe dominiert, haben Angehörige der nicht-muslimischen Minderheiten diese Möglichkeit nicht. Viele von ihnen sind darum in den ruhigeren Norden ausgewichen.

„Schlimmste Katastrophe seit 1948“

Mehr als 2,7 Millionen Binnenvertriebene gibt es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in der schlimmsten Flüchtlingskatastrophe im Nahen Osten seit 1948. Etwa 1,2 Millionen Iraker haben sich in Syrien in Sicherheit gebracht. 750.000 Iraker sind nach Jordanien gegangen. In dem kleinen Königreich machen sie 13 Prozent der Bevölkerung aus - ein solcher Anteil würde auf die Bundesrepublik übertragen elf Millionen Flüchtlinge bedeuten. Ähnlich offene Türen ließen Europäer und Amerikaner bisher vermissen. Nur Schweden ging mit gutem Beispiel voran und nahm in den vergangenen Jahren jeweils bis zu 9000 Iraker auf. In Deutschland leben mehr als 73.000 Iraker, von denen aber schon viele gekommen waren, als noch Saddam Hussein herrschte. Im vergangenen Jahr beantragten 4327 Iraker in Deutschland Asyl; seit Jahren bilden sie die größte Gruppe unter den Bewerbern.

Ein großer Teil der Iraker floh jedoch erst in den vergangenen zwei Jahren. Der Angriff auf die Goldene Moschee in Samarra 2006 hatte die Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten buchstäblich zur Explosion gebracht. Trotz der mittlerweile verbesserten Sicherheitslage wagen sich bisher nur wenige Iraker in ihre alte Heimat zurück. Nach Angaben von UNHCR machten sich bisher nur einige Zehntausend auf den Weg in den Irak, wo es weiter zu gewaltsamen Vertreibungen kommt. Oft liegt es daran, dass ihnen das Geld ausgeht oder sie nicht mehr über ein gültiges Visum verfügen.

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