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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Finanzwelt Es ist etwas faul

 ·  Die Akzeptanz der Marktwirtschaft hängt davon ab, dass es in ihr nach Recht und Gesetz zugeht. Dazu gehört auch, dass Risiken nicht nur kleine Leute tragen müssen.

Artikel Lesermeinungen (49)

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Paul Laudenberg

Von welcher Marktwirtschaft reden wir?

"Die Akzeptanz der Marktwirtschaft hängt davon ab, dass es in ihr nach Recht und Gesetz zugeht."
Dass sich die Finanzwirschaft zu dieser desaströsen Größe aufblähen konnte, ist etwas vereinfacht ausgedrückt, der Dummheit der Politik geschuldet. Um sich vom Kuchen der angloamerikanischen Finanzgewinne ein Stück abzuschneiden, hat man in Europa, vor allem in D., die Schleusen für den ungeregelten Finanzmarkt geöffnet.
Durch die Steuersenkungen auf Kapitalgewinne, Vermögen und Einkommen hat man die Kommunen ausgetrocknet und so bereit gemacht, von genau denen über den Tisch gezogen zu werden, denen man das Geld in den A.. gesteckt hat.

Warum wundert man sich nun über die Ergebnisse?
Die Befolgung von Recht und Gesetz, die für die Dax-Konzerne, Großbanken, Versicherungen usw. verabschiedet wurden, ist nicht das Recht und Gesetz wie ich es mir vorstelle. Und ich glaube, dass gilt für die Mehrheit der Menschen in D.

Weiterhin schützt das Gesetz die Profiteure der Finanzspekulationen!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.07.2012 09:44 Uhr
gisbert heimes

Etwas vereinfacht ausgedrückt

ist die Krise der 'Dummheit' der Politik geschuldet, da haben Sie recht. Aber diese Dummheit wurde von der Politik massiv gefordert, unter Androhung sonst unabweisbarer Nachteile für Konjunktur, Wachstum, Arbeitsplätze, sozialen Frieden und überhaupt die Wohlfahrt. Wer stellte diese Forderungen? Genau, an vorderster Front diejenigen, denen man jetzt das Geld in den A.... stecken muß. Und natürlich die Wirtschafts'wissenschaft'. Es war damals (und ist es bis heute) 'Mainstream', daß nur 'freie' Märkte gute Märkte sind. Fragt sich, für wen am Ende und für wen nicht. Lesen Sie nur die Beiträge vieler Mitkommentatoren. Etwas vereinfacht ausgedrückt die reine Schizophrenie.

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gisbert heimes

Eine Reihe von Kommentatoren unterstellt wieder einmal

daß 'die Politiker' die Schuld an der gegenwärtigen Krise der Marktwirtschaft tragen. Selbstverständlich sind sie tief in die begleitenden Kumpaneien dieser Krise verstrickt. Selbstverständlich ist es richtig, daß Politik und Ökonomie in den handlungsrelevanten Feldern finanz- und realwirtschaftlicher Vorgänge einer strikten Trennung bedürfen. Ich sage nur Mappus.

Indessen ist die Verstrickung nicht ursächlich. Es waren doch die Akteure auf den Märkten, ihre Thinktanks einschließlich der sich als 'exakte' Wissenschaft gebenden Nationalökonomie, die die Forderung nach Deregulierung bei allzu willfährigen bis zu korrupten Politikern durchsetzten. Ursächlich ist also der Antrieb, den das System 'freier' Märkte selbst freisetzt. Und der liegt in der menschlichen Natur, überhaupt in der Natur, begründet. Ihn unter Kontrolle zu bringen, daran arbeitet, etwas pathetisch ausgedrückt, die Menschheit seit Jahrtausenden. Man frage sich selbst, zum Beispiel bei der Abgabe der Steuererklärung.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 17:15 Uhr
Marcus Baumgärtner

Freie Märkte also!?

Unser System ist ein Riesenknäuel bestehend aus (Über-) Regulierungen Verordnungen und Verwirrungen und somit das Gegenteil zu einem Markt mit freiem und fairem Wettbewerb. Und trotz dieser Überregulierung (oder gerade deswegen?) gelingt es nicht den Finanzsektor zu bändigen.

Zusätzlich zu dem legislativen Chaos schürt die Politik Verwerfungen durch "Rettungsaktionen" und Installation von Fehlanreizen (Subventionen). Nicht zu vergessen die Manipulationen an der Geldmenge und an den Zinssätzen mittels den Gehilfen bei den Notenbanken sowie den Instrumenten ELA, EFSF & ESM.

Wir brauchen einfache, kluge & nachvollziehbare Regeln und eine Politik die sich nicht ständig nach Gutsherrenart einmischt. Nur so werden wir wirklich frei.

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Albert Sommer

Gabriel und seine Genossen sollten dringend in den Spiegel sehen

"Deshalb hat Gabriel, so falsch er in einzelnen Punkten liegen mag, recht mit der Forde-rung, diese Themen im Wahlkampf zur Sprache zu bringen." So weit so gut, was ich aber an dem Artikel vermisse ist der Hinweis darauf, dass es zwar schön sein mag -das selbst in einem Gabriel so langsam ein Lichtblick erstrahlt- das er aber offensichtlich schon ver-gessen hat, das es aber doch genau die Rot/Grüne Gasgerd-Regierung war, die den Ban-ken diese vom eigentlichen Bankengeschäft ungetrennten "Geschäftsfelder" ermöglicht hat. Wie kurz kurzlebig muss eigentlich das Gedächtnis innerhalb der SPD sein, wenn sie seinerzeit die Schleusen öffnete und sich heute über die reißerischen Wassermassen be-schwert? Man kann den Banken nicht vorwerfen dass sie die Knochen fressen die man Ihnen zuvor bereitwillig hingeworfen hat! Vom moralischen Aspekt muss die Politik sich endlich davon verabschieden, bei Banken auf es verantwortungsvolle Größen wie z.B. seinerzeit noch Alfred Herrhausen zu treffen.

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Marcus Baumgärtner

Autor springt zu kurz.

Die Banken haben ein ellenlanges Sündenregister und gehören an die Kandare genommen - soweit d'accord.

Aber wo bleibt der Beitrag der Politik? Sie trägt die Hauptverantwortung an der gegenwärtigen Situation und wenn man die derzeitigen Zustände beklagt und etwas ändern möchte, dann doch nicht nur dort, wo es gerade opportun erscheint.

- Verschuldungsverbot ohne Hintertürchen & Bilanzfälschungsverbot
- Rückführung des Lobbyismus
- Beschneidung des Einflusses bei den Medien, insbes. beim Staatsrundfunk
- Haftung im Amt
- Herstellung von Transparenz
- Mehr direkte Demokratie (gerade auch bei Euro-Fragen)
- usw. usw.

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Thomas Gaugen

Marktwirtschaft??

Künstliche Rettung von maroden Banken/Firmen, die nicht abgewickelt werden, ist nicht Marktwirtschaft, ist Interventionismus/Dirigismus pur.
Das größte Problem ist außerdem, dass die maroden Banken, die künstlich am Leben erhalten bleiben, den Wettbewerb verzerren und gleichzeitig (da die maroden Banken politisch kontrolliert werden -siehe Commerzbank oder HRS oder nun die spanischen Sparkassen die mit EU-Gelder gerettet werden-) den Dirigismus und Etatismus vorantreiben.

In Europa kann man nicht heutzutage von Marktwirtschaft in der Banken- und Sparkassenbranche.

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Thomas Kobler

Der Bankensektor lässt sich...

...praktisch nur über angemessen hohe Eigenkapitalvorschriften kontrollieren. Diese Grösse verändert im Bankgeschäft alles. Damit könnten Staaten auch steuern, dass Banken im Krisenfall nicht zum Kollaps der Wirtschaft oder im schlimmsten Fall gar des Staates führen können. Island, Irland, Griechenland, Zypern, Schweiz (beinahe) sind Beleg genug, dass mit billigem Geld aufgeblasene Finanzsysteme wahre Zeitbomben sind. Und die aktuten Nöte der spanischen und italienischen Banken zeigen auch, dass relativ grosse Länder diese Risiken weiterhin nicht im Griff haben.

Weil sich deutsche Finanzinstitute in dieser Finanzkrise weitum auch nicht eben mit Ruhm bekleckert und den Steuerzahlern unnötig viele Kosten und Risiken aufgebürdet haben, ist es wohl richtig, daraus ein Wahlkampfthema zu machen. Innerparteilich ist Herrn Gabriels Vorstoss allerdings eher ein Steilpass auf Steinbrück.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 11:40 Uhr
Gerhard Grell

Wäre im Prinzip richtig, da man aber ...

.... selbst in den fettesten Jahrne alle getan hat, um den letzten Euro an Krediten rauszuleiern, ist die Luft in der Krise entsprechend dünn. Da ist kein "Speck" mehr. Jede Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen reduziert Kreditvergabespielräume. Das wirkt stranguliernd auf die Wirtschaft.
Wir sitzen lange in der Schuldenfalls. Langsam dämert es bei Einigen. Zeitgleich schnappt nun die Euro-Falle zu ...
Es ist zu erwarten, dass weitere gewichtige Krisenszenarien auftreten. z.B. Scheitern Energiewende, Iran-Konflikt un völlig überraschen plötzliche Überalterung der Gesellschaft.....!

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Markus Bruckner
Markus Bruckner (MMXII) - 24.07.2012 11:05 Uhr

DIE SPITZE DER FAHNENSTANGE

Die Politik und die Gesellschaft sollte noch viel mehr ungeliebte Fragen stellen. Das ist doch nur die Spitze der Fahnenstange. Alle verbrecherischen Aktivitäten gehören auf den Tisch und geahndet. Gleichwohl ich ahne, dass diese Vorderung bei den Verantwortlichen nur ein müdes Gelächter hervorruft.

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Rolf-Dirk Maehler

Der Kommentar stellt alles richtig dar, nur einen Punkt vergisst er:

Von einem Spitzenpolitiker wie Herrn Gabriel kann man erwarten, daß er mehr bietet als nur mit linken Parolen auf ganz offensichtliche Mißstände einzudreschen. Dies umso mehr als er sich mit den wirklichen Schwachpunkten des Systems erst garnicht auseinandersetzt. Das Versagen kann recht eindeutig bei der Politik lokalisiert werden: Die Vermischung von Politik und Wirtschaft, und da ganz besonders dem Banken- und Versicherungssektor, lässt die erforderliche Gesetzgebung garnicht zu. Weil unsere Parlamenarier sich trotz guter Bezahlung an vielen Stellen noch ein üppiges Zubrot verdienen müssen, sind sie in ihren Entscheidungen überhaupt nicht mehr frei. Daß das einem Parlamentarismus Hohn spricht erkennen offenbar nur die Politiker nicht. Das Gleiche gilt ür Lug und Trug, die im politischen Altagsgeschäft die Regel sind. Aufrechte Zeitgenossen wenden sich von der Politik angeekelt ab. Wie will man also Fehler im Bankgeschäft glaubwürdig abstellen, wenn man in gleicher Weise agiert?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 22:44 Uhr
Volker Kulessa

Spitzenpolitiker

wie Gabriel??? Wo ist der eenn Süpitze bitte ?????

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gisbert heimes

Verschämte Eingeständnisse

sind jedenfalls besser als die parteitaktischen Einlassungen der Betonköpfe in den politschen Parteien. Danke, Herr Nonnenmacher. Vor Jahresfrist zitierte Ihr Mitherausgeber Schirrmacher den britischen Thatcher-Biographen Charles Moore "Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat" und schloß sich seinen Thesen weitgehend an. Diesem ging es dabei nicht um die politische 'Linke' (= Labour, SPD), sondern um die ideelle Linke. Selbstverständlich hat diese recht. Das System 'Marktwirtschaft' erzeugt trotz und gerade wegen seiner materiellen Effizienz bei der großen Mehrzahl der Menschen psychische Deformationen, die am Ende auch in materielle Krisen münden. So ist zum Beispiel die vielzitierte 'Gier' eines ihrer Ausdrucksmerkmale, sowohl bei den großen Playern an den Finanzmärkten als auch bei den sprichwörtlichen 'Omas' an deren Bankschaltern. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Evolution gleichwohl die Konversion des Systems einmal mehr erzwingt.

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Claus Manfred
Claus Manfred (ClausM) - 24.07.2012 10:06 Uhr

Die Marktwirtschaft hängt davon ab, dass es in ihr nach Recht und Gesetz zugeht.

Wenn es nicht nach Recht und Gesetz geht, handelt es sich nicht um Marktwirtschaft. Dieser Unterschied muss zur Beginn der Diskussion gemacht werden. Was hier in Frage steht, ist nicht die Marktwirtschaft sondern, ob die drei Gewalten ihrem Auftrag gemäß, d.h. im Besonderen unabhängig, handeln.
Man sollte ein bewährtes System wie die Marktwirtschaft nicht deshalb in Frage stellen, weil sich viele ihrer angeblichen Propheten als Kri… erweisen.
Hier die Akzeptanz der Marktwirtschaft zu diskutieren lenkt nur vom Thema ab: Recht und Gesetz wird in vielen Bereichen keine Geltung mehr verschafft.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 12:29 Uhr
Helga Zießler

Danke @Claus Manfred!

Ihrem Beitrag kann ich nur zustimmen - in jeder Hinsicht!

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lothar kempf
lothar kempf (wilkem) - 24.07.2012 09:38 Uhr

eine starke Opposition mit Potenzial zum Regieren...

zeigt ihre Stärke, ihren Willen und ihren Wählerauftrag im Bundestag bei entscheidenden Abstimmungen. Ein NEIN zum finanzwirtschaftlichen Desaster äussert sich nicht in einer JA-Stimme im Bundestag.
Beim nächsten Hammelsprung sollten die Türen für Lügenbarone und Schaumschläger geschlossen bleiben.

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Jürgen Raab

Die grosse Kunst der SPD ist

genau das Gegenteil von dem zu tun.was sie vor den Wahlen vollmundig ankündigt.

Die Aussagen von Herrn Gabriel lassen nichts Gutes ahnen für die Zeit nach der Wahl.

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Peter Blickensdörfer

Was ist dieses "etwas", was "faul" sei?

"faul", weil es "in der Marktwirtschaft" "nicht nach Recht und Gesetz zugeht? Oder, weil deshalb "Marktwirtschaft" nicht akzeptiert wird? Wer ist derjenige, der "Marktwirtschaft" entweder falsch "konstruiert" hat oder zu "faul" ist, für ihre Akzeptanz zu sorgen? Zum Beispiel mit der Erklärung, wann der "Libor" nicht "verfälscht" und kein "organisierter Betrug" sei?
Oder ist gar das "faul", dass "Marktwirtschaft" zwar alle verstehen, aber sie nicht gleichermaßen erklären können? Oder ist doch eher "faul" der Wunschglaube, Recht und Gesetz müsse bestimmen, wie es in der "Marktwirtschaft" zu zu gehen habe, damit sie (auch?) akzeptiert werde?
Ist dieser Artikel kein "Populismus", weil mit ihm nur "wertfrei" berichtet und in ihm nur ein "brechtigter Verdacht" einer "Fälschung" in der Marktwirtschaft geäußert wird?

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Adalbert Doliwa

Wo sind die Wutbürger?

Ich hoffe, es wird der Tag kommen, dass die Normalbürger zu Wutbürger mutieren und die korrupten, skrupellosen Politiker, Banker aus ihren sicheren Löchern holen und für ihre Taten zur Verantwortung ziehen. Es bleibt ihm eh nichts mehr. Dann möchte auch der eine oder andere Politiker bei uns sich wünschen, etwas ehrliches geleistet zu haben anstatt sein Volk zu betrügen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 12:49 Uhr
Helga Zießler

Hoffentlich behalten Sie recht, Herr Doliwa

Dank entsprechender Indoktrination durch linke Politiker und mangelhafte Aufklärung von der anderen Seite ist Otto Normalverbraucher doch überzeugt, dass die Hauptschuld der Finanz- und Schuldenkrise allein bei den Banken liegt. Dabei macht er auch keinen Unterschied zwischen privatwirtschaftlichen und staatlichen Instituten.

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Paul Rabe

Gehaltsobergrenzen für Bankmanager

Ein schlimmer Konstruktionsfehler bei Bankenb ist die "erfolgs" abhängige Millionenbezahlung der Manager. Die ist im Grunde so angelegt, als ob man ich jemand mit meinem Vermögen in eine Spielbank schicken würde und demjenigen dann 10% vom Gewinn verspreche.
Was wird derjenige tun ? Wird er schön vorsichtig sein um ja nichts zu verlieren oder wird er voll ins Risiko gehen ?
Im schlimmsten Fall "verzockt" ein Bankmanager seinen potentiellen Millionenbonus, sein Festgehalt bekommt er trotzdem und wenn er nicht "zockt" dann wird er sowieso keine Bonusmillionen bekommen, denn ohne Risiko auch kein Gewinn.
500T Euro Gehalt sind genug für einen Bankmanager, es gibt genügend fähige Leute die für solche Gehälter gute und solide Arbeit leisten wollen und können.
Da die Eigentümer von Banken oft nur Kleinaktionäre sind die (z.b. über ihre Lebensversicherung) gar nicht wissen, daß ihnen auch eine Bank gehört, muss der Staat hier die Eigentümer schützen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 12:56 Uhr
Helga Zießler

Soso, Herr Rabe, der Staat muss also die Eigentümer schützen...

also die Kleinaktionäre der Banken (ich kann mich übrigens erinnern, dass Sie früher mal behauptet haben, "kleine" Leute besäßen gar keine Aktien).
Zuallererst müsste der Staat aber mal das Volk schützen vor der Zockermentalität der Politiker, Gewerkschafter u.ä., die in den Aufsichtsräten der Staats- nnd Landesbanken sitzen. Aber das kann er natürlich nicht, weil er selber es ja ist, in Form seiner Repräsentanten :- (

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Thomas Pauli

Es heißt nur Marktwirtschaft

Natürlich nur, wenn man den Namen Marktwirtschaft für diese politische Selbstbedienung gebraucht.

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Gerhard Grell

Dem "Bankerpflichtblatt" Dank für den Artikel!

Einmal mehr beweist die FAZ den Grad Unabhängikeit, den der Leser erwartet: Dem "Bankerpflichtblatt" steht das gut an; in der Sache unbestreitbar. Als langjähriger Banker möchte ich ergänzen:

Entgegen aller Behauptungen aus der Branche, ist auch ein Großteil der Bankangestellten (natürlich nicht alle), höchst verwerflich im Bankenalltag. Den Kunden wird aufgedrängt was auch immer nur möglich ist. Ohne Rücksicht auf Verluste. Da drängeln sich Banker auf Golfplätzen um die Vermögenden (Golfkurs und Stunden zahlt der Arbeitgeber den Bankern selbstverständlich), da wird Freunschaft geheuchelt, da wird gelogen und getrixt ganz nach Bedarf und Intellekt des "Opfers". Da kriegen kleine Leute unsinnige Versicherungen verkauft, es werden absurde Fonds vermarktet und es wird gelogen, das ssich die Balken biegen.

Schließlich gilt es auch für den kleinen Angestellten, das 14. Monatsgehalt und die Dividende zu verteidigen ...

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Till Heinz
Till Heinz (tillheinz) - 24.07.2012 06:57 Uhr

Zurück zum Goldstandard!

Der grundlegende Systemfehler ist das marktfremde FIAT-Geld, das es Politikern erlaubt, in scheinbar beliebiger Höhe Geld (dh Schulden, für die wir haften) zu schaffen, um damit ihr Blasen-Wachstum zu betreiben. Die Banken sind als Handlanger in dieses System eingebunden (und profitieren davon), damit der Schwindel mit dem ungedeckten Geld nicht sofort auffällt. Die Zentralbank erzeugt auf Anweisung aus der Politik das Geld, leiht es den Geschäftsbanken, die es den Staaten leihen, die damit Blasen produzieren. Frau Wagenknecht hat hier in der FAZ letztens gefordert, das abzukürzen und zu erlauben, daß Staaten direkt bei der Zentralbank leihen dürfen, dann wären Geschäftsbanken nicht mehr systemrelevant. Das ist richtig, nur würde dann auffallen, daß die Politik das von ihr benötigte Geld einfach druckt. Zurück zum Goldstandard ist die Lösung, den Politikern würde ihr größtes und gefährlichstes Machtmittel aus der Hand genommen, die Banken wären kleiner und es gäbe keine Blasen mehr.

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Marie Louise

Konstruktionsfehler?

aus einem Vorkommentar:
"ein Konstruktionsfehler des Systems", sagte der Chef des weltgrößten Rückversicherungskonzerns. "Ich würde alles so klein machen, dass nichts mehr too big to fail ist"
Warum sagt der Chef der Münchener Rückversicherung das? Weil die Versicherungen sich all die Jahre staatlich gut aufgehoben wussten und dafür ihre Freiheit in der Geldanlage aufgegeben haben. Die müssen Staatsanleihen kaufen und jetzt gibts keine Zinsen mehr dafür und bald sind die Staatsanleihen auch nichts mehr wert.
'Too big to fail' verbieten? Was ist denn 'too big'? Die Munich Re?
Ohne Staat wird etwas nur so big, wie es glaubt, überleben zu können. Ohne staatlichen Einfluss hätte es ein HRE Problem nicht gegeben.

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alois schneider
alois schneider (formal) - 24.07.2012 01:28 Uhr

Gabriel hat doch gerade der Bankenunion zugestimmt

und damit die Vermögen und Risiken der Banker gesichert und dem kleine Steuerzahler aufgebürdet..
Auch die verantwortungslose Schuldenwirtschaft der Südländer will er bedingungslos retten. Sogar eurobonds will er. Vielleicht ist es ihm gar nicht aufgefallen, das er selber z.Zt. der größte Banken-Lobbyist ist. Völlig inkompetent und unglaubwürdig der Mann.
Diese Heuchelei wird man ihm um die Ohren hauen.

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Jahrgang 1948, Herausgeber.

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