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FDP Nicht wieder mit einem Kanzlerkandidaten

24.07.2005 ·  Die FDP kämpft nur in Ostdeutschland mit neuen Gesichtern für den Machtwechsel in Berlin. Ansonsten kam alles wie erwartet: Die alten sind die neuen Köpfe der FDP für den Wahlkampf 2005.

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Die Führung der Freien Demokraten hat sich längst für Wahlkampfplakate fotografieren lassen - niemand tat das vergeblich. Es ist alles wie erwartet gekommen: Die alten sind die neuen Köpfe der FDP für den Bundestagswahlkampf 2005.

Das Gesicht des Parteivorsitzenden Guido Westerwelle, der diesmal als Spitzen-, aber nicht wieder als Kanzlerkandidat antritt, wird auf den Werbeflächen der Liberalen am häufigsten zu sehen sein. Er führt auch wieder die Landesliste seiner Heimat Nordrhein-Westfalen an.

Als der wichtigste Mann neben ihm gilt Wolfgang Gerhardt, der die hessische Landesliste anführt. Er, der die FDP-Bundestagsfraktion leitet, findet in der Partei breite Unterstützung für sein Begehren, Außenminister zu werden. Sein Landsmann Hermann Otto Solms, Listenplatz zwei, hat gute Aussichten als Bundesfinanzminister - wäre da nicht der Länderproporz.

Denn es gilt als sicher, daß einer das nicht kampflos hinnehmen würde, ginge er selbst leer aus bei der Ressortverteilung: Rainer Brüderle, stellvertretender Bundesvorsitzender und seit 22 Jahren Landesvorsitzender von Rheinland-Pfalz, wo er abermals die Landesliste anführt.

Wiedergewählt als FDP-Spitzenkandidatin ihres Landes Sachsen-Anhalt ist Cornelia Pieper, die als Abschiedsgeschenk für ihre Arbeit als Generalsekretärin stellvertretende Bundesvorsitzende wurde. Piepers Nachfolger als Generalsekretär, Dirk Niebel, steht in seinem Landesverband Baden-Württemberg nur auf Listenplatz zwei. Vor ihm ist die Landesvorsitzende Birgit Homburger aufgestellt, wie schon 2002.

Eine alte Bekannte ist auch Bayerns liberale Landeschefin und Listenanführerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie war Bundesministerin, von 1992 bis 1995, und erfährt eine gewisse Renaissance: So wünschen die Jungen Liberalen eine stärkere Rolle für die einstige Bundesjustizministerin, damit sie das Bild der FDP als Bürgerrechtspartei poliere.

Denn die andere Prominenz von Brüderle bis Niebel drängele sich vor allem auf dem Feld der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik. Da kennt sich auch Carl-Ludwig Thiele aus, der wieder Niedersachsens Liste anführt.

Als bunterer Vogel wirkt hingegen Jürgen Koppelin, der - mit 63 Prozent vergleichsweise schwach - als Spitzenkandidat von Schleswig-Holstein wiedergewählt wurde. Er leitet den Landesverband schon lange, ist Vertrauter des Landesfraktionsvorsitzenden Wolfgang Kubicki - somit nicht von Westerwelle - und mag als einstiger Musikproduzent und Radiomoderator die lockere Rede, das Informelle.

Änderungen gab es für die FDP auf den Listen im Osten Deutschlands: In Berlin führt nun der Landesvorsitzende Markus Löning die Liste an, ein früherer Grüner. Als Bundestagsabgeordneter ist er für Entwicklungspolitik zuständig. Platz zwei erhält Hellmut Königshaus, der für Rexrodt in den Bundestag nachrückte und sich als versierter Obmann im Visa-Untersuchungsausschuß schnell einen Namen machte.

Als Jurist hoch anerkannt ist auch Brandenburgs Landesvorsitzender Heinz Lanfermann, der nun statt Jürgen Türk auf Listenplatz eins für den Bundestag kandidiert. Unter Klaus Kinkel war Lanfermann Staatssekretär im Bundesjustizministerium, blieb als Wahlkämpfer bei den Landtagswahlen in Brandenburg jedoch erfolglos.

Weil er als Landesvorsitzender in Thüringen fast den Einzug in den Landtag schaffte, führt nun der Physiker Uwe Barth die dortige Landesliste an und nicht mehr Karlheinz Guttmacher. In Mecklenburg-Vorpommern löst Christian Ahrendt den Bundestagsabgeordneten Eberhard Otto ab.

In Sachsen tritt der Ingenieur Joachim Günther als Spitzenkandidat an. Im Saarland wird gewechselt. Statt des Landesvorsitzenden Christoph Hartmann, der in den Landtag einzog, steht nun Karl Addicks oben auf der Liste.

In der Hansestadt Bremen heißt der Spitzenkandidat Magnus Buhlert. Der 38 Jahre alte Ingenieur ist stellvertretender FDP-Landesvorsitzender. Bei der Wahl der Kandidaten erhielt Buhlert 90 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Rainer Funke, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion und von 1991 bis 1998 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesjustizministerium, verlor in Hamburg seinen Spitzenplatz wider Willen. Der kurzzeitige Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft, Burkhardt Müller-Sönksen, besiegte Funke in einer Kampfabstimmung. „Generationswechsel“ nennt das der 45 Jahre alte Rechtsanwalt. Es ist die Ausnahme bei der FDP 2005

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