05.02.2010 · Trotz allem zur Show gestellten Selbstbewusstseins: Die Liberalen befinden sich demoskopisch im steilen Sinkflug; in Nordrhein-Westfalen besteht höchste Gefahr für Schwarz-Gelb. Nun sind die Krisensignale auch bei FDP-Chef Guido Westerwelle angekommen.
Von Stefan DietrichDer „Presse“ hat es der FDP-Vorsitzende Westerwelle nicht abnehmen wollen, dass das überaus selbstbewusste Auftreten seiner Partei in der Koalition bisher nicht so gut angekommen ist. Nun haben es ihm auch die Umfrageinstitute noch einmal schriftlich gegeben: Absturz der FDP-Werte im Bund um mehr als sechs Punkte in nur drei Monaten; die persönlichen Zustimmungsraten der freidemokratischen Vorzeigeminister im steilen Sinkflug; in Nordrhein-Westfalen höchste Gefahr für Schwarz-Gelb.
Auf die Demoskopen hat Westerwelle schon immer viel gegeben. Die flapsige Bemerkung „Wenn es nur um Beliebtheitsumfragen ginge, hätte ich besser Sänger werden sollen“ hat ihm keiner abgenommen.
Die Verabredung von Parteipräsidium und Fraktionsvorstand für Sonntagabend deutet immerhin darauf hin, dass die Krisensignale ganz oben angekommen sind. Auch wenn der Termin ausdrücklich nicht als „Krisengespräch“ anberaumt ist, sollten sich die Teilnehmer weniger auf das Essen konzentrieren als darauf, was sie im eigenen Interesse und in dem des Landes besser machen könnten.