14.11.2008 · Die FDP steht nicht mehr im Ruf der Nibelungentreue zur Union, denn nach Becks Öffnung hin zur Linken will Westerwelle für alle möglichen Koalitionen offen sein.
Von Georg Paul HeftyDie FDP fühlt sich stark ob ihrer Umfragewerte. Aber auch jetzt erreicht sie nur jeden achten Wähler, sieben Wähler bevorzugen andere Parteien. Statt sich als verschwiegener Partner zu zeigen, mit dem man gerne eine Koalition eingeht, suchen ihre Berliner Matadore Westerwelle und Brüderle (Erbschaftsteuer) oder Leutheusser-Schnarrenberger (BKA-Gesetz) in die verschiedenen Landesregierungen mit FDP-Beteiligung hineinzuregieren.
Das ergibt zwar ein Medienecho, aber kein gutes Arbeitsklima von Niedersachsen bis Baden-Württemberg. Der Stuttgarter FDP-Vormann Goll äußert sich dagegen zurückhaltend zum Abstimmungsverhalten im Bundesrat, denn ihm hatte Oettinger nach der letzten Wahl mit einem kurzen Flirt mit den Grünen einen gehörigen Schrecken eingejagt.
Die FDP steht nicht mehr im Ruf der Nibelungentreue zur Union, denn nach Becks Öffnung hin zur Linken will Westerwelle für alle möglichen Koalitionen offen sein. Seither ist ungewiss, dass die Rechnung immer aufgehen wird, man könne sich alles erlauben - und die Ministerpräsidenten der Union würden es schon schlucken.
Georg Paul Hefty Jahrgang 1947, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“.
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