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FAZ.NET-Spezial Die Welt verhandelt ihr Klima

08.01.2001 ·  Waldbrände in Nordamerika, Flutkatastrophen in den Alpen, afrikanische Länder, die wochenlang im Wasser versinken - immer mehr Menschen spüren den Wandel des Weltklimas.

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Waldbrände in Nordamerika, Flutkatastrophen in den Alpen, afrikanische Länder, die wochenlang im Wasser versinken - immer mehr Menschen spüren den Wandel des Weltklimas.

Seit mehr als zwanzig Jahren ringen Klimaforscher, Umweltschützer und Politiker um eine internationale Vereinbarung, die den Klimakollaps verhindern soll. In der niederländischen Hauptstadt Den Haag trafen sich im November Vertreter aus mehr als 160 Ländern der Erde, um über Möglichkeiten des Klimaschutzes zu sprechen. Es war die sechste Konferenz ihrer Art. Doch das Treffen endete ergebnislos.

Vor allem die Europäische Union und die Vereinigten Staaten konnten sich auf kein gemeinsames Vorgehen einigen. Der niederländische Konferenz-Präsident Jan Pronk unterbrach ein Tag nach dem offiziellen Ende des Treffens die Verhandlungen und vertagte sie auf Mai 2001. Dann soll in Bonn eine allgemein verbindliche Lösung gefunden werden. Doch Beobachter schätzen die Chancen als gering ein.

Regierungen verhandeln seit vier Jahren

1997 beschlossen die Regierungsvertreter das Protokoll von Kyoto. Das Protokoll, das als Meilenstein in der Klimapolitik gilt, legt fest, wie viel Treibhausgase jedes Land einsparen soll. Es ist bisher aber von vielen wichtigen Industrieländern weder unterschrieben noch ratifiziert worden. Vor allem die Vereinigten Staaten bestehen auf Nachverhandlungen.

Drei Gruppen stehen sich bei den Vertragsverhandlungen in Den Haag gegenüber: Die europäische Union will, das die Einhaltung der Einsparungsverpflichtungen international kontrolliert und die Produktion von Treibhausgasen von allen Regierungen in ihren Ländern eingeschränkt wird. Die Vereinigten Staaten, der größte Treibhausgas-Produzent der Welt, setzen auf die Regulationsmechanismen des Marktes. Entwicklungsländer wie China fordern, dass die Industriestaaten im Klimaschutz voran gehen und ihnen selbst Raum zur Entwicklung ihrer Wirtschaften lassen.

Wirtschaft fürchtet den Klimawandel

Nicht nur Einzelstaaten, sondern auch Unternehmen dringen darauf, dass bald ein verbindlicher Vertrag geschlossen wird. Denn vor allem die Versicherer spüren die Kosten zunehmender Naturkatastrophen.

Deutschland ist einer der Vorreiter in der Debatte. Die Bundesregierung wird voraussichtlich ihre Ziele bei der Treibhausgas-Senkung erreichen. Die größten Einsparpotentiale liegen im Individualverkehr und bei der Dämmung von Privathäusern.

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