http://www.faz.net/-gpf-959q0

FAZ.NET-Countdown : Im Jahr der Angsthaber

Recht hat er Bild: dpa

2017 war ein tolles Jahr, aber es hat nicht allen gefallen. Im FAZ.NET-Countdown steht, was die deutschen Ziele für 2018 sein müssen.

          In der Liste der Jahre seit Beginn unserer Zeitrechnung steht dieses Jahr an der 2017. Stelle. Chronologisch gesehen. Und sonst so?

          Die deutsche Wirtschaft brummt, die Flüchtlingskrise ist weniger krisenhaft, und die Nationalelf gewinnt auch ohne ihre Stars. Läuft für Deutschland – wenn da nicht diese Kleinigkeit wäre. Die Republik geht ohne Regierung ins neue Jahr. Die Partner fragen sich, was Deutschland will. Im Parlament langweilen sich die Volksvertreter, weil es nichts zu entscheiden gibt. Die Armen!

          Immerhin, am Ende dieses kuriosen Politik-Jahres nähern sich die Groko-Koalitionäre einander an. In der vielleicht dann doch nicht koalitionsentscheidenden Frage des Familiennachzugs für Flüchtlinge liegen die Positionen offenbar nicht mehr so weit auseinander. Die Hoffnung lebt also, dass Deutschland sich nicht auf Dauer auf italienische Verhältnisse einstellen muss.

          Sprinter – der politische Newsletter der F.A.Z.
          Sprinter – der Newsletter der F.A.Z. am Morgen

          Starten Sie den Tag mit diesem Überblick über die wichtigsten Themen. Eingeordnet und kommentiert von unseren Autoren.

          Mehr erfahren

          2017 war ein Jahr der Angstmacher (AfD) und ein Jahr der Angsthaber (AfD-Wähler). Das Jahr, in dem Donald Trump samt seiner Frisur und seines Twitter-Accounts ins Weiße Haus eingezogen ist. Eines, das zudem damit zu Ende geht, dass in Deutschland und Europa Politiker und Unternehmer fordern, es dem amerikanischen Präsidenten gleichzutun, wenigstens in Sachen Steuersenkungen. Aber – man kann es nicht oft genug sagen: Das Land und die Welt stehen immer noch.

          Zu letzterer Erkenntnis werden die allermeisten Jahresrückblicke gelangen, mit denen Fernsehsender, Zeitungen und Online-Portale die nachrichtenarme Zeit und ihre Newsletter füllen. Wir haben dafür einen der wenigen, der festhält, welchen Quatsch unsere (Halb-)Prominenten 2017 von sich gegeben haben. Julia Bähr schreibt, welche Tipps Verona Pooth zur Kindererziehung gibt und wie Claus Kleber die Frauen sieht. Schaurig unterhaltend das Ganze.

          Auf ein neues Jahr

          Und damit wird es Zeit, nach vorne zu schauen. Interessant wird 2018 zum Beispiel, was Walter Macfarlane und Alan Robinson mit ihrem neuen Leben anfangen. Walter und Robin, wer? Die beiden Senioren leben auf Hawaii und haben erst vor kurzem herausgefunden, dass sie Brüder sind. Und das, nachdem sie schon 60 Jahre lang befreundet waren.

          Noch ein kleines bisschen wichtiger wird es, eine Lösung für den Nordkorea-Konflikt zu finden. Gestern Abend sah es einmal mehr so aus, als würde es den wichtigsten Akteuren weiterhin schwer fallen, eine gemeinsame Linie zu fahren. Da warf Donald Trump den Chinesen vor, entgegen der UN-Sanktionen den Öl-Handel mit Kims Reich zu erlauben.

          Deutschlands wichtigste Ziele für das nächste Jahr müssen derweil klar sein:

          1. Schneller eine Regierung bekommen als Italien
          2. Italien in seiner Abwesenheit auch bei der Zahl der Fußball-WM-Titel überholen (dann 5:4)
          3. Den Eröffnungstermin des BER nicht noch einmal nach hinten verschieben, damit noch mehr Leute von Berlin aus nach Italien in Urlaub fliegen können

          Einige Dinge werden sich 2018 ändern. Zwei meiner Kollegen aus der Wirtschaft haben sich durch den Berg neuer Regeln und Gesetze gearbeitet, die vom 1. Januar an für Verbraucher und Wirtschaft gelten werden. Ihr Fazit: Es ändert sich einiges bei Datensicherheit, Strom – und in Sachen Chiasamen.

          Was sich nicht ändern wird, ist dieser Newsletter. Denn wie sagte der Mit-Erfinder dieses morgendlichen Stücks Welterklärung: Irgendeine Wahl steht immer ins Haus. Der Countdown läuft.

          Kommen Sie gut ins Neue Jahr!

          Abonnieren Sie hier den kostenfreien politischen und wirtschaftlichen Newsletter F.A.Z. Sprinter. Der kompakte Überblick über alles, was am Tag wichtig wird. Immer werktags um 6.30 Uhr.

          Christian Palm

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET

          Folgen:

          Weitere Themen

          Fragestunde mit Merkel Video-Seite öffnen

          Bundespressekonferenz : Fragestunde mit Merkel

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vor ihrem Sommerurlaub den Fragen der Journalisten gestellt. Unter anderem räumte sie ein, dass mit der Amtsübernahme von Donald Trump die internationale Zusammenarbeit schwieriger geworden sei.

          Für einen freien Handel

          Scholz bei G-20-Treffen : Für einen freien Handel

          In Buenos Aires treffen sich die Finanzminister der führenden Wirtschaftsnationen. Für Deutschland reist Olaf Scholz nach Argentinien – und pariert sogleich Trumps Währungsmanipulationsvorwürfe.

          Topmeldungen

          Plenardebatte im Bundestag: Um auf sich aufmerksam zu machen bleiben der Oppostion nur wenige Möglichkeiten, die kleine Anfrage ist eine davon.

          Druckmittel der Opposition : Kleine Anfrage ganz groß

          Sogenannte kleine Anfragen im Bundestag haben sich seit der letzten Legislaturperiode verdreifacht. Was dem einen als Stärkung der Opposition zu Zeiten einer großen Koalition dient, nutzt so manch anderer als „Jagd“.

          Heimliche Mitschnitte : Trump attackiert seinen früheren Anwalt

          Donald Trump hat in der Schweigegeld-Affäre schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Anwalt und die Ermittler erhoben. Dass Michael Cohen während eines Gesprächs mit Trump heimlich einen Mitschnitt gemacht habe, sei „vielleicht illegal“, twitterte Trump.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.