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Familienpolitik : Mit Kindern nicht vereinbar

Das ifo-Institut warnt vor einer Erhöhung des Kindergelds. Denn das könnte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stören. Sind mit dieser Logik Kinder noch vereinbar?

          Die Formel „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ verhüllt, was gemeint ist: die Anpassung der Familie an die Bedürfnisse des Erwerbslebens. Jeder Familienpolitiker wird das bestreiten. Doch wenn Arbeitgeber, Gewerkschaften und ihr jeweiliger parteipolitischer Dunstkreis ein- und dasselbe wollen, darf man unterstellen, dass es ihnen um vieles, aber nicht um Familien geht. Sie wollen den Doppelverdienerhaushalt, möglichst ohne Teilzeit. Das bremst Lohnzuwachs, schafft Fachkräfte und bringt mehr Steuereinnahmen.

          Eine Studie des Ifo-Instituts hat jetzt festgestellt, dass auch eine Erhöhung des Kindergelds gegen die „Vereinbarkeit“ verstoße, weil es ein Anreiz dafür sei, dass einer der beiden Eltern (vulgo: die Mutter) zuhause bleibe. Sie empfehlen, das Geld stattdessen in die „Infrastruktur“ zu stecken, womit Betreuungsplätze gemeint sind.

          Auf ähnliche Weise ließe sich jede finanzielle Leistung für Eltern mit Kindern erledigen. Das wäre ganz im Sinne der Wissenschaftler, die herausgefunden haben, dass noch so viel Geld nicht reicht, um die Geburtenrate auf die gewünschte Höhe zu treiben. Wie auch? Kinder sind mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft nicht mehr vereinbar.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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