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Familienpolitik Mehr Kinderbetreuung und mehr Zuversicht

15.01.2005 ·  Familienministerin Renate Schmidt fordert vom Staat, dafür zu sorgen, daß Menschen sich Kinderwünsche erfüllen können. Außerdem sieht sie einen wesentlichen Grund der geringen Geburtenraten in mangelnder Zuversicht hierzulande.

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Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) beklagt die Kinderlosigkeit in Deutschland, die “einmalig auf der Welt“ sei. Es müßten bessere Betreuungsangebote für Kinder geschaffen werden.

“Bei uns gibt es die schlechtesten Bedingungen, Kinder und Beruf zu vereinbaren. Zudem haben Menschen mit Kindern das Gefühl, daß Kinder in dieser Gesellschaft nicht erwünscht sind“, sagte Schmidt der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Unterstützung vom Kanzler

Deutschland sei zwar kein kinderfeindliches Land, aber ein kinderentwöhntes. Der Staat habe dafür zu sorgen, “daß Menschen sich die Kinderwünsche, die sie haben, erfüllen können“. Schmidt hob hervor, Bundeskanzler Gerhard Schröder unterstütze sie in ihren Plänen “kräftig“. “Die Mannsbilder haben begriffen, daß Familienpolitik nicht ein weiches Weiberthema ist, sondern ein hartes Zukunftsthema.“

Laut Schmidt sind es vor allem die gut ausgebildeten Mittelschichtfamilien, die immer weniger Kinder haben. Die Angst vor beruflichen Nachteilen sei ein häufig genannter Grund für Kinderlosigkeit. “Ein gutes Betreuungsangebot ist wichtig; genauso wichtig ist aber eine familienfreundliche Arbeitswelt“. Sie fordert flexible Arbeitszeitmodelle.

Mangelnde Zuversicht der Deutschen

Schmidt beklagt zudem die mangelnde Zuversicht der Deutschen. “Wenn ich mir anschaue, was heute alles da sein muß, bevor man sich für ein Kind entscheidet: zwei absolut sichere Einkommen, satt was auf dem Sparkonto, möglichst das eigene Haus oder die eigene Wohnung. Da übertreiben wir häufig. Wenn es früher so gewesen wäre, hätte ich nicht drei, sondern null Kinder.“

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16.1.2005
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