18.11.2005 · Die künftige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will auf eine Änderung des Rollenverständnisses von Männern hinwirken. Auch mit finanziellem Druck sollen Väter in die Erziehung eingebunden werden.
Die künftige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will massiv auf eine Änderung des Rollenverständnisses von Männern hinwirken.
„In Deutschland ist eine Veränderung in der Väter- und Männerrolle, hin zu einem tatsächlich gleichberechtigten Partner, überfällig“, sagte die CDU-Politikerin der Zeitung „Welt“. „Männer, die dazu nicht bereit sind, werden keine Partnerin mehr finden“, meinte von der Leyen. Die traditionellen Verhaltensmuster seien ein Grund für die im internationalen Vergleich hohe Kinderlosigkeit in Deutschland.
Volles Elterngeld nur, wenn der Vater zwei Monate zu Hause bleibt
In den Vereinigten Staaten würden laut Umfragen 35 Prozent der Männer viel bis sehr viel im Haushalt und in der Erziehung helfen. Dort habe die Veränderung bereits stattgefunden. „Junge, insbesondere qualifizierte Männer fanden nur noch dann Frauen ihresgleichen, wenn sie bereit waren, eine neue Rolle einzunehmen“, sagte von der Leyen. In Deutschland hätten hingegen kaum Männer bisher die Erfahrung machen können, „wie es ist, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für ein Baby zu sorgen“.
Um dies zu ändern, werde sie beim Elterngeld zwei Monate daran koppeln, daß der Vater mindestens diese Zeit zu Hause bleibt. Das einkommensabhängige Elterngeld von maximal 1.800 Euro soll 2007 eingeführt werden und für ein Jahr gezahlt werden.