31.08.2005 · Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf hat Angela Merkel Mitschuld an der geringen Geburtenzahl in Deutschland gegeben. Zudem habe die Konkurrentin ihres Mannes nicht genug Einblick in die Probleme berufstätiger Mütter.
Kanzler-Ehefrau Doris Schröder-Köpf ist der Ansicht, daß die politische Konkurrentin ihres Mannes nicht genug Einblick in die Probleme berufstätiger Mütter hat. Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) verkörpere mit ihrer Biographie nicht die Erfahrungen der meisten Frauen, sagte Schröder-Köpf der Wochenzeitung „Zeit“.
Die meisten Frauen beschäftige, wie sie Familie und Job unter einen Hut bekommen, ob sie nach der Geburt für mehrere Jahre aussteigen wollen oder wie sie ihre Kinder am besten erziehen. „Das ist nicht Merkels Welt“, sagte die Frau des Bundeskanzlers.
„Gut gelaunt und nie nervös“
Merkel selbst sieht das naturgemäß anders. „Ich kenne die Anforderungen, die heute an Frauen gestellt werden, auch durch den Austausch mit Freundinnen“, sagte sie in einem Interview mit der Zeitschrift „Freundin“, das zeitgleich mit Schröder-Köpfs Äußerungen in der „Zeit“ veröffentlicht wurde.
„Immer gut aussehen zu müssen, gut organisiert und koordiniert zu sein, immer präsent und wach, eine tolle Gesprächspartnerin und Mutter zu sein - und dabei gut gelaunt und nie nervös“, beschrieb die Unionskanzlerkandidatin, die selbst keine Kinder hat, die Anforderungen an Mütter.
„Keine frauenfreundliche Politik“
Schröder-Köpf warf Merkel auch vor, sie habe als zuständige Ministerin in der Regierung von Helmut Kohl (CDU) keine frauen- und familienfreundliche Politik gemacht. „Ihre Politik von damals ist mit Schuld an den fehlenden Kindern heute“, sagte die Kanzler-Ehefrau.