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Fall Stephanie Mackenroth entschuldigt sich

15.11.2006 ·  Sachsens Justizminister Mackenroth hat sich beim Entführungs- und Vergewaltigungsopfer Stephanie entschuldigt. „Ich bedaure persönlich, was geschehen ist“, sagte der Minister zur Kletteraktion des Angeklagten Mario M. Stephanies Vater ist dennoch enttäuscht.

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Der sächsische Justizminister Geert Mackenroth (CDU) hat sich am Mittwoch beim Entführungs- und Vergewaltigungsopfer Stephanie entschuldigt. „Ich bedaure persönlich, was geschehen ist“, sagte der Minister in einer Erklärung zur spektakulären Kletteraktion des in dem Fall angeklagten Mario M. Dieser war am vergangenen Mittwoch beim morgendlichen Hofgang in der Dresdner Justizvollzugsanstalt seinen beiden Bewachern entwischt und auf das Dach des Gefängnisses geklettert, wo er rund zwanzig Stunden ausharrte.

Mackenroth sagte, er könne kein Fehlverhalten der beiden Bediensteten erkennen. Auch habe zu keinem Zeitpunkt die Gefahr bestanden, M. könne ausbrechen. Dennoch sei der Vorfall „eine Panne für den Justizvollzug. Eine solche Panne darf nicht wieder vorkommen“. Mackenroth sagte, er habe volles Verständnis für die Aufregung von Stephanies Vater, wolle ihn aber bitten, „Polizei und Justiz nicht als Gegner anzusehen“. Der Freistaat stelle sich der Pflicht, alles zu tun, um dem Mädchen eine gute Zukunft zu geben.

Abgeordnete appellieren an Stephanies Familie

Mackenroth verteidigte die Zermürbungsstrategie der Polizei. Auch bei einem Menschen wie M. dürfe der Rechtsstaat das Risiko eines Selbstmordes nicht ignorieren oder es gar erhöhen. Der Rechtsstaat habe jedes Leben zu schützen, soweit dies gehe. Dies sei keine Schande für den Rechtsstaat, seine angebliche Schwäche erweise sich vielmehr als eigentliche Stärke des Systems. Der Minister sagte, er wolle verhindern, daß Straftäter wie M. jemals wieder auf freien Fuß kommen, solange sie eine Gefahr darstellten.

In der anschließenden Debatte zeigten sich Redner verschiedener Fraktionen tief erschüttert über das Schicksal von Stephanie und appellierten an die Familie, Sachsen nicht zu verlassen. Im Namen der FDP-Fraktion sagte der Abgeordnete Martens, der Justizminister müsse dafür sorgen, „daß der Justiz im Freistaat nie wieder derart aufs Dach gestiegen wird“.

Vater: „Wollen auf keinen Fall das Land verlassen

Stephanies Vater, der die Reden von der Besuchertribüne des Landtags aus verfolgte, zeigte sich von den Äußerungen Mackenroths enttäuscht. Er habe erwartet, „daß konkrete Vorschläge auf den Tisch kommen“. Seine Forderung, der Minister müsse zurücktreten, wiederholte der Mann nicht. Auch widersprach er der Darstellung seines Rechtsbeistands, die Familie erwäge die Auswanderung, wofür das Justizministerium zu bezahlen habe. „Wir wollen auf keinen Fall das Land verlassen.“

Abermals kritisierte er die Staatsanwaltschaft scharf, weil sie Stephanie vor dem Prozeß gegen M. nicht ein weiteres Mal vernehmen wollte. „Die ganzen Vorfälle, die jetzt passiert sind, wären dann garantiert nicht passiert.“ Seiner Forderung nach einem Untersuchungsausschuß wollte sich einstweilen nur die rechtsextreme NPD anschließen.

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