17.11.2009 · Wie schön wäre doch die Welt, wenn der Bund der Vertriebenen einfach darauf verzichtete, seine Präsidentin Steinbach in den Beirat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zu entsenden. Dummerweise aber spielt der BdV das Spiel nicht mit. Er hält es lieber mit Willy Brandt.
Von Berthold KohlerWie schön wäre doch die Welt, wenn der Bund der Vertriebenen (BdV) einfach darauf verzichtete, seine Präsidentin Steinbach in den Beirat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zu entsenden. Dann könnte die Kanzlerin sagen, der BdV habe aus eigenen Stücken so entschieden. Also müsse sich das Kabinett nicht mit der Frage belasten.
Westerwelle könnte sagen, der Verzicht sei sein Verdienst. Denn erst er habe dem BdV klargemacht, mit wem dieser es andernfalls zu tun haben werde. Und Polen könnte sich sagen, sein eigener Außenminister hätte das auch nicht besser hinbekommen. – Dummerweise aber spielt der BdV das Spiel nicht mit.
Er hält es statt mit Westerwelle lieber mit Brandt, der den Schlesiern einmal ins Gästebuch schrieb: Verzicht ist Verrat.
Es ist gut, dass der BdV an der Benennung seiner Präsidentin festhält. Das zwingt auch die CDU dazu, Farbe zu bekennen. Wer den Vertriebenen das Recht abspricht, (wie die Kirchen) selbst zu entscheiden, wen sie in den Stiftungsbeirat schicken, kann sich künftig auch die Heuchelei auf den Vertriebenentreffen sparen.