06.12.2006 · Scotland Yard wird heute in Moskau doch eine wichtige Figur im Mordfall Litwinenko befragen können. Litwinenkos Gesprächspartner Lugowoj wird mit den Ermittlern im Krankenhaus zusammentreffen. Dort wird er auf eine mögliche Vergiftung untersucht.
Eine wichtige Figur im Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko kann in Moskau von britischen Ermittlern nun doch befragt werden. Ein Geschäftspartner des ehemaligen russischen Geheimdienstagenten Andrej Lugowoj sagte, das Gespräch werde noch am Mittwoch stattfinden. Einzelheiten zu Ort und Zeit nannte er nicht. Auch die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete über das geplante Treffen.
„Ich wurde offiziell darüber informiert, daß mein Treffen mit den Ermittlern von Scotland Yard heute im Beisein von Vertretern der russischen Staatsanwaltschaft stattfinden wird“, sagte Lugowoj Itar-Tass. Er war nach russischen Medienberichten in dem Monat vor dem Tod Litwinenkos vier Mal mit ihm zusammengetroffen. Er hatte Litwinenko auch am 1. November im Londoner Hotel Millenium getroffen, kurz bevor dieser Vergiftungssymptome spürte. Lugowoj erklärte, er werde derzeit auf eine mögliche Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 untersucht. Seine Ärzte hätten ihre Zustimmung für das Treffen mit den Ermittlern gegeben.
Polonium-Spuren im Stadion
Litwinenko war am 23. November in London an einer Polonium-Vergiftung gestorben. Der frühere KGB-Mann Lugowoj hatte Litwinenko am 1. November in London getroffen, unmittelbar vor dessen Erkrankung. Die russischen Behörden hatten am Dienstag erklärt, den britischen Ermittlern sei es nicht möglich, Personen in Moskau selbst zu befragen. Die Vernehmungen könnten nur russische Ermittlungsbeamte durchführen. Die britischen Beamten dürften dabei aber anwesend sein.
Lugowoj schaute sich nach dem Treffen mit Litwinenko am 1. November ein Fußballspiel im Londoner Emirates Stadium an. Dort wurden nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde vom Mittwoch Spuren von Polonium entdeckt. Diese seien jedoch fast nicht nachweisbar und stellten keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar, sagte eine Sprecherin der Behörde, Katherine Lewis. Litwinenko machte auf dem Sterbebett die russische Regierung für seinen Tod verantwortlich.
Zum Titel
Tano Carridi (Tano_Carridi)
- 06.12.2006, 16:50 Uhr