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Fall Friedman Korn: Medien haben fair berichtet

04.07.2003 ·  Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, hat den Vorwurf, die Berichterstattung über Friedman trage antisemitische Züge, als abwegig zurückgewiesen.

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Das Direktorium des Zentralrats der Juden trifft sich am 13. Juli zu einer Sitzung in Düsseldorf. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, der auch Mitglied des Präsidiums des Zentralrats ist, rechnet damit, daß dabei auch über den stellvertretenden Zentralratspräsidenten Michel Friedman und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gesprochen werde.

Korn bezeichnete den etwa von der Münchner Gemeindevorsitzenden Charlotte Knobloch oder dem Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzikant, erhobenen Vorwurf, die Berichterstattung über Friedman trage antisemitische Züge, als abwegig.

Zwar sei hier und da Schadenfreude und Häme zu erkennen. Sie richte sich aber nicht gegen das Judentum Friedmans, sondern allein gegen die Person, sagte Korn dieser Zeitung. Im großen und ganzen hätten sich die Medien bisher sachlich und fair verhalten.

Rücktritt umstritten

Unterdessen hat Zentralratspräsident Spiegel die Forderung nach dem Rücktritt Friedmans zurückgewiesen. "Ich würde jedem Menschen empfehlen, unabhängig ob Jude oder nicht, so viel Vertrauen in die Organisation des Zentralrats zu haben, daß wir selbst entscheiden können, ob wir Konsequenzen ziehen", sagte Spiegel in der ARD.

Dagegen hält der jüdische Autor Rafael Seligmann an der Forderung fest, Friedman solle sein Amt ruhen lassen. "Das Kapital des Zentralrats ist seine Glaubwürdigkeit", sagte Seligmann im Inforadio Berlin-Brandenburg. Er wolle diese Glaubwürdigkeit "nicht durch Friedman gefährdet oder eingeschränkt sehen, gegen den massive Vorwürfe erhoben wurden, zu denen er nicht Stellung genommen hat".

Unterdessen hat auch Berlins Justizsenatorin Schubert (SPD) Anzeige gegen "Zeit"-Herausgeber Naumann erstattet. Der hatte im Fall Friedman von einem "durchgeknallten Staatsanwalt" gesprochen. Generalstaatsanwalt Karge hat schon Anzeige wegen Beleidigung erstattet.

Quelle: rieb. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2003, Nr. 153
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