15.12.2003 · Nach dem Fahndungserfolg im Irak wollen die Amerikaner endlich auch Al-Qaida-Anführer Bin Ladin festnehmen. Der Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September ist seit 26 Monaten auf der Flucht.
Saddam Hussein ist gefaßt, Usama bin Ladin hingegen noch immer auf freiem Fuß. Nach der Festnahme des früheren irakischen Machthabers wird dem flüchtigen Al-Qaida-Anführer wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil.
„Tot oder lebendig“ wollte der amerikanische Präsident George W. Bush den Mann haben, der in den Vereinigten Staaten als Staatsfeind Nummer eins gilt - doch seit 26 Monaten ist der Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 unauffindbar. „Saddam ist kein Problem mehr, nun ist Bin Laden im Visier“, sagt der amerikanische Botschafter in Afghanistan, Zalmay Khalilzad.
Der Diplomat afghanischer Herkunft hofft jetzt auf einen neuen Schub bei der Fahndung nach dem islamischen Extremisten. Saddam Husseins Festnahme zeige, daß es „mit Entschlossenheit, guter Arbeit und Ausdauer glücken kann“. „So Gott will“ werde auch Bin Ladin in Afghanistan aufgespürt.
Grenzgebiet am Hindukusch
Auch die afghanische Regierung hofft auch auf eine Festnahme von Usama bin Ladin und Taliban-Führer Mullah Omar. „Am Ende werden sie dasselbe Schicksal wie Saddam haben“, sagte der Sprecher
Tausende amerikanische Soldaten und Geheimdienstkräfte haben in den vergangenen zwei Jahren entlang der 2450 Kilometer langen Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan nach Bin Laden gesucht. Das Grenzgebiet am Hindukusch ist eine der unwirtlichsten Gegenden der Welt und bietet zahllose Verstecke und Schlupflöcher. So entkam Bin Ladin im November 2001 massiven amerikanischen Luftangriffen bei Tora Bora.
Geheimdienste vermuten, daß Dorfbewohner dem Al-Qaida-Anführer Unterschlupf gewähren - ähnlich wie Saddam Hussein. Vermutlich ändert er ständig seine Position. Aus seinen Verstecken gibt Bin Ladin aber womöglich weiterhin seine Befehle. So berichteten türkische Zeitungen am Montag, der Al-Qaida-Chef habe persönlich den Befehl zu den Anschlägen in Istanbul gegeben.