26.09.2008 · Eric Breininger und Houssain al Malla stehen beim BKA auf der Fahndungsliste ganz oben. Seit Monaten folgen Geheimdienste und Sicherheitsbehörden ihren Spuren. Nun hat sich die Fahndung nach Deutschland verlagert.
Von Peter CarstensDas ganze Frühjahr über war schon fieberhaft nach ihnen gesucht worden. Nun hat sich die Fahndung nach Deutschland verlagert, wo man ihre Rückkehr erwartet: Eric Breininger und Houssain al Malla stehen beim Bundeskriminalamt derzeit ganz oben auf der Fahndungsliste. Überall in Afghanistan hatte das Bundeskriminalamt im April Fahndungszettel unter Bundeswehrsoldaten, Entwicklungshelfern sowie deutschen Polizisten und Diplomaten verteilen lassen. Auf ihnen wurde vor dem deutschen Konvertiten Breininger und dem ebenfalls in Deutschland geborenen Malla gewarnt.
Breininger, damals noch 20 Jahre alt, war bereits Ende 2007 über Dubai und Iran nach Pakistan gelangt. Möglicherweise absolvierte der junge, rasch fanatisierte Konvertit in Kairo einen Arabischkurs. Zuvor hatte Breininger im Saarland bei seiner geschiedenen Mutter und seiner Schwester gewohnt. Als Fußballspieler war er begabter denn als Schüler. Der Polizei fiel er seinerzeit nicht wegen seiner Frömmigkeit auf, sondern wegen Volltrunkenheit und Haschischkonsums.
Schießtraining im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet
Breininger lernte dann 2006 den Konvertiten Daniel Schneider kennen, der inzwischen als einer der Rädelsführer der sogenannten Sauerland-Gruppe in Stuttgart-Stammheim in Untersuchungshaft einsitzt. Von ihm ließ er sich zum Islam bekehren und zum Hass verleiten. Breininger bekam wohl mit, was Schneider gemeinsam mit seinen Komplizen plante. Kurz vor der Festnahme eines Teils der Gruppe in einem Ferienhaus im Sauerland verließ Breininger Deutschland gemeinsam mit dem ebenfalls aus Neunkirchen stammenden Houssain al Malla. Seither folgen die Geheimdienste und Sicherheitsbehörden ihren Spuren.
In Pakistan besuchten die beiden Ende 2007 bis Anfang 2008 ein Ausbildungslager einer Islamistengruppe, es war dieselbe Gruppe, die das Lager unterhielt, das zuvor Schneider, Gelowitz und andere mutmaßliche Mitglieder der Sauerland-Gruppe besucht hatten. Die Islamische Dschihad Union (IJU), mit der sie in Verbindung gebracht werden, gilt als usbekische Organisation, die aber im Namen und Auftrag von Al Qaida intensiv versucht, den Terror nach Deutschland zu tragen.
Inzwischen sind in der Bundesrepublik sieben Personen verhaftet worden, die im Zusammenhang mit konkreten Anschlagsvorbereitungen dieser Gruppe beschuldigt werden. Nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden haben bis heute mehrere Dutzend junger Männer aus Deutschland ein Schieß- und Bombenbautraining in den Lagern der IJU im unwegsamen pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet absolviert. Dort war beispielsweise auch Sedullah K. aus Langen bei Frankfurt gewesen, der im Oktober 2007 bei einem amerikanischen Luftangriff ums Leben gekommen ist.
Videos mit deutschen Untertiteln
Für nicht wenige aus der Gruppe war die IJU-Unterweisung die einzige Ausbildung, die sie abgeschlossen haben. Breininger und andere potentielle Attentäter wurden während ihres Aufenthalts in Pakistan oder auch in Afghanistan mehrfach von Gesinnungsfreunden gefilmt. Einmal interviewte Malla seinen Bekannten, der sich in bedrückender Ausdrucksarmut zu seinem neuen Ziel bekennt, dem bewaffneten Kampf.
Die IJU verbreitet seit einiger Zeit Videos mit deutschen Untertiteln oder deutschen Aufrufen im Internet. Darin ruft auch Breininger zum Heiligen Krieg auf, unter anderem mit der Frage, wie lange die Muslime noch der „Schändung unserer Frauen“ zusehen wollten. Wer nicht kämpfen könne, weil er krank oder behindert sei, solle „mit seinem Vermögen“ helfen, zumindest aber mit Gebeten.
Breininger: „Mein Leben wird hier im Dschihad sein“
Breininger sagte unter anderem: „Mit dem Leben in Deutschland habe ich schon längst abgeschlossen. Mein Leben wird hier im Dschihad sein.“ In dieser Zeit verfasste er auch Abschiedsbriefe, die er per E-Mail an seine Familie im Saarland schickte. Sie enthalten Zeugnisse seiner geistigen Verwirrung und der Bereitschaft, für den neuen, aber umso tieferen Glauben zu sterben. Doch die deutschen Behörden nehmen auch das sehr ernst. Zudem hatte im Frühjahr 2008 der erste Attentäter aus Deutschland in einer amerikanisch-afghanischen Kaserne bei Khost im Osten Afghanistans seinen Sprengsatz gezündet.
Der 28 Jahre alte „Ismail aus Ansbach“ genannte türkische Staatsbürger Cüneyt Ciftci war 2007 nach Pakistan gegangen. Bis April 2007 hat der in der Nähe von München geborene und aufgewachsene Ciftci mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern in der Nähe von Ansbach gewohnt und bei der Firma Bosch gearbeitet. Als eine unauffällige Randfigur in der örtlichen Islamisten-Szene schätzen ihn die Behörden ein. Ein paar Monate später posierte er fröhlich scherzend vor einer Videokamera, bevor er mit einem mit Sprengstoff vollgepackten Lastwagen losfuhr und ein Dutzend Menschen tötete, unter ihnen zwei amerikanische Soldaten.
Huch.....
Miracolo De Sica (DeSica)
- 26.09.2008, 23:39 Uhr
Wenn Sie schon
Michael Müller (Michael_Mueller)
- 27.09.2008, 00:08 Uhr
Der notwendige Verfassungswandel im Laufe der Zeit...
Harry LeRoy (Cimon)
- 27.09.2008, 01:31 Uhr
Wahlhilfe
Kay Schmelzer (weitererfazleser)
- 27.09.2008, 09:36 Uhr
Nur noch eine Frage der Zeit...
Marc Müller (Krzyzak)
- 27.09.2008, 11:15 Uhr