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F.A.S. exklusiv : Ehemaliger WM-Sicherheitschef kritisiert EM-Planung

Polizisten patrouillieren vor dem Eiffelturm. Bild: dpa

Frankreich schotte sich bei der Planung der EM zu sehr ab, beklagt Helmut Spahn im Gespräch mit der F.A.S. Schwierigkeiten befürchtet der Sicherheitschef der Fußball-WM 2006 auch wegen der anhaltenden Streiks im Land.

          Der ehemalige Sicherheitschef der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006, Helmut Spahn, hat die Organisation der EM in Frankreich kritisiert. Er sagte der F.A.S., andere Länder seien kaum in die Planungen der Franzosen eingebunden worden. Außerdem habe man sie erst spät informiert. „In Frankreich herrscht noch immer das Verständnis der ,Grande Nation‘ vor.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das heißt, man hat alles im Griff, braucht keinen Rat – das ist auch eine Mentalitätsfrage. Man möchte vielleicht nicht so viel von anderen hören. Was international passiert, ist für einen dann nicht so interessant“, sagte Spahn. Auch Kollegen aus anderen Ländern sähen das ähnlich. „Die sind alle etwas erstaunt, wie abgeschottet mit der EM in Frankreich umgegangen wird.“
           

          Bei der Weltmeisterschaft 2006 habe man schon drei Jahre vorher Vertreter aus den benachbarten Ländern eingeladen, sagte Spahn der F.A.S. Man habe sich ausgetauscht und das Turnier gemeinsam geplant, obwohl nicht einmal klar wer, wer sich dafür qualifizieren würde.

          Einem französischen Polizist sind enge Grenzen gesetzt

          Spahn rechnet damit, dass es wegen der angespannten Sicherheitslage schwierig für die Sicherheitskräfte wird. Noch immer streiken zwei Gewerkschaften der Bahnangestellten; jetzt wollen auch noch die Piloten von Air France in den Ausstand treten. „Dafür braucht man Sicherheitskräfte, die dann anderswo fehlen.“

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          Der Leiter der deutschen Polizeidelegation, Uwe Ganz, wies die Kritik zurück. Er sagte der F.A.S: „Es gibt einen intensiven Austausch, schon seit Monaten.“ Gemeinsam mit sieben weiteren deutschen Polizisten wird Ganz bei der EM dabei sein, um angereisten Fans aus Deutschland zu beobachten. Für Ganz hat der unterschiedliche Ansatz der Franzosen bei der Organisation der EM auch mit unterschiedlichen Rechtsgrundlagen zu tun.

          Ein deutscher Polizist kann schon vor einer Auseinandersetzung eingreifen. Einem französischen Polizist sind dagegen enge Grenzen gesetzt. Deshalb könnten auch die Einsatzstrategien ganz anders sein. „Letztlich sind die Gastgeber für die Organisation der EM zuständig. Und nach meiner Einschätzung tun die französischen Sicherheitsbehörden alles Nötige.“

          Quelle: F.A.S.

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