24.03.2005 · Extremisten im Irak haben nach Medienberichten einen gebürtigen Iraker mit deutschem Paß als Geisel genommen. Das Auswärtige Amt indes bezweifelt, daß der Mann tatsächlich deutscher Staatsbürger ist.
Extremisten im Irak haben nach Medienberichten einen gebürtigen Iraker mit deutschem Paß als Geisel genommen und fordern die Freilassung aller Muslime aus deutschen Gefängnissen.
Der arabische Sender „Al Dschazira“ strahlte am Donnerstag Teile eines Videos aus, auf dem der Mann, Abdul Hussein Alzaidi, an Bundeskanzler Gerhard Schröder und die deutschen Medien appelliert, sich rasch für seine Freilassung einzusetzen.
„Die deutsche Botschaft in Bagdad ist eingeschaltet“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Donnerstag in Berlin. Die Botschaftsmitarbeiter bemühten sich im eine Klärung der Hintergründe. Ein Mitarbeiter der Regierung sagte ergänzend, alles deute darauf hin, daß es sich bei dem angeblichen Entführungsopfer nicht um einen deutschen Staatsbürger handele.
Alle Muslime freilassen
„Irakische Extremisten haben einen Mann in ihrer Gewalt, der einen deutschen Paß haben soll, und fordern von Deutschland, alle Muslime aus den Gefängnissen freizulassen", berichtete „Al Dschazira“. Das Video habe der Sender von der Agentur AP erhalten. Nach AP-Angaben ist der Mann als Journalist tätig. Auch im Büro des amerikanischen Magazins „Time“ sei das Videoband eingegangen.
Auf dem Band sind der Mann und zwei maskierte Extremisten zu sehen. Zudem werden angebliche Dokumente der Geisel gezeigt, Details sind aber nicht zu erkennen. Eine Stellungnahme des Auswärtigen Amtes in Berlin war zunächst nicht zu erhalten.
In den vergangenen 18 Monaten sind in dem Golfstaat mehr als 130 Ausländer entführt worden. Davon wurden die meisten nach Verhandlungen oder Zahlung eines Lösegelds wieder freigelassen. Etwa ein Drittel der Geiseln wurde getötet.