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Explosionen : Peking zensiert Berichte über Katastrophe in Tianjin

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Die chinesische Regierung will jegliche Spekulation über die Ursache der Explosion von Tianjin unterbinden. Bild: AFP

Nach den Explosionen in der Hafenstadt Tianjin will Peking die Berichterstattung über die Katastrophe steuern. Einträge im Internet werden gelöscht und Medien angewiesen, nur offizielle Zahlen zu verbreiten. Eigene Recherchen sind verboten.

          Nach der Explosionskatastrophe von Tianjin ist die chinesische Zensur bemüht, die Berichterstattung über den Unfall zu lenken und eine kritische Diskussion und Fragen im Internet abzuwürgen. Nachdem in chinesischen Internetforen viel Kritik an der Informationspolitik und der Reaktion der Behörden geäußert wurde, löschte die chinesische Zensur zahlreiche Einträge von Bloggern. Staatliche Medien wurden von der Zensurbehörde angewiesen, keine eigenen Mutmaßungen anzustellen.

          In Anweisungen der staatlichen Zensurbehörde, die der Website „China Digital Times“ zugespielt wurden, wurden die Zeitungen und Websites angewiesen, nur die Berichte der Nachrichtenagentur Xinhua und anderer offizieller Quellen zu übernehmen. Eigene Recherchen seien nicht erlaubt. Chinesische Journalisten wurden auch angewiesen, Informationen über die Explosionskatastrophe nicht privat weiterzugeben oder im Internet zu veröffentlichen. Bei der Explosion in der Nacht zum Donnerstag waren mindestens 85 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 700 wurden verletzt. Einige gelten noch als vermisst.

          In Internetforen wurden Zweifel an den Informationen der Behörden geäußert, die Diskussion des Themas wurde aber schnell zensiert. Stattdessen erschien die Meldung „Dieser Inhalt verstößt gegen Bestimmungen und kann nicht angezeigt werden.“ So war immer wieder die Frage aufgeworfen worden, ob nicht die Zahl der Todesopfer in Wirklichkeit weit höher liegen müsste. Viele wollten auch der Versicherung der Behörden, nach der die Luft nach der Explosion nicht mit Giftstoffen belastet ist, nicht glauben. Nach offiziellen Darstellungen war die Belastung nicht gesundheitsschädlich. Kritisiert wurde auch die Tatsache, dass die Spezialeinheit der Armee für nukleare und chemische Zwischenfälle erst zwölf Stunden nach der Explosion von Peking nach Tianjin aufbrach. Man hätte sie gleich einsetzen müssen, um das Leben der Feuerwehrleute zu retten.

          Die staatlichen Medien berichteten ausführlich über den heldenhaften Einsatz der Feuerwehr und die Bemühungen der Krankenhäuser um die Verletzten und lobten die gute Organisation der Einsätze. Über mögliche Hintergründe der Katastrophe wurde nicht spekuliert. Viele Industrieunfälle in China sind auf einen Mangel an Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen. Kostspielige Sicherheitsvorschriften werden ignoriert und Sicherheits- oder Umweltgutachten werden per Bestechungszahlung erlangt. Die chinesische Regierung hat dies am Freitag indirekt zugegeben, als sie als Reaktion auf die Explosion von Tianjin eine landesweite Inspektion von Chemikalien und Sprengstoffen anordnete. „Illegale Aktivitäten“ müssten ausgemerzt werden, um die Sicherheit zu garantieren.

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