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Evangelischer Kirchentag Singen, beten, diskutieren

24.05.2005 ·  Am Mittwoch beginnt in Hannover der Evangelische Kirchentag, der bis zum Sonntag dauert. Es werden zahlreiche Politiker erwartet, darunter Schröder, Köhler, Merkel, Fischer und Müntefering. 100.000 Dauerteilnehmer haben sich angemeldet.

Von Heike Schmoll
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An diesem Mittwoch wird in Hannover mit Gottesdiensten der 30. Deutsche Evangelische Kirchentag eröffnet.

Bundespräsident Köhler und Bundeskanzler Schröder (SPD) werden zur Eröffnungsfeier auf dem Opernplatz erwartet. Unter dem Motto „Wenn dein Kind dich morgen fragt“ aus dem fünften Buch Mose wollen 100.000 Dauerteilnehmer in Hannover unter drei Fragestellungen nachdenken: „Wie können wir glauben?“, „Wie können wir leben?“, „Wie können wir handeln?“. Das mehr als 600 Seiten umfassende Programmheft führt 2500 Veranstaltungen mit Bibelarbeiten, Diskussionen, Vorträgen, Tanz, Kabarett und Musik sowie den „Markt der Möglichkeiten“ auf.

Wegen der Ankündigung einer vorgezogenen Wahl rechnen die Veranstalter damit, daß innenpolitische Themen in den Vordergrund rücken, hoffen aber, daß auch Globalisierung und Weltwirtschaft nicht aus dem Blick geraten. Angebote zu sozialpolitischen Fragen oder unter Beteiligung von Politikern sollen besondere Beachtung finden.

Fischer, Müntefering, Merkel

Der SPD-Vorsitzende Müntefering und die CDU-Vorsitzende Merkel diskutieren im „Zentrum Heimat“ über Europapolitik, auch Wolfgang Schäuble (CDU), die Grünen-Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt und auch Außenminister Fischer werden kommen. Fischer wird zu der Frage Stellung nehmen „Zwischen Sicherheit und Freiheit: Wie mutig ist die Politik?“. Der Kirchentag wolle jedoch keine Wahlveranstaltung sein, bekräftigen die Veranstalter.

Zu den aktiv Mitwirkenden zählen 50.000 - darunter auch der Rocksänger Heinz Rudolf Kunze oder der Theaterintendant Jürgen Flimm. In Hannover soll es einen Klimamarkt und einen blauen Klimaschal geben, um an sparsamen Energie- und Rohstoffverbrauch zu erinnern.

„Im Glauben stärken, zum Zeugnis ermutigen“

Der Kirchentag findet zum vierten Mal in seiner Geschichte in Hannover statt, wo er 1949 vom Theologen Reinold von Thadden-Trieglaff gegründet wurde. Bis Mitte der fünfziger Jahre fanden die protestantischen Laientreffen jährlich statt, 1957 wurde ein zweijähriger Rhythmus festgelegt. Nach seiner Grundordnung soll der Kirchentag Christen „im Glauben stärken, sie für die Verantwortung in der Kirche rüsten, sie zum Zeugnis in der Welt ermutigen und mit ihnen in der Gemeinschaft weltweiter Christenheit bleiben“.

Der diesjährige Präsident des Kirchentags ist der 44 Jahre alte Augsburger Transplantationsmediziner Eckhard Nagel, die Generalsekretärin des Kirchentags ist Friederike von Kirchbach, die im Sommer Pröpstin in der Berliner Kirche wird. Eine besondere Rolle wird auch dieses Mal die Ökumene spielen - so diskutiert der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, mit dem Tübinger Systematiker Eberhard Jüngel. 2010 soll es einen ökumenischen Kirchentag in München geben, wozu auch der neue Papst Benedikt XVI. eingeladen wurde.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.5.2005, Seite 1
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Jahrgang 1962, politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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