Mit einem Abendmahlsgottesdienst auf den Poller Wiesen am Kölner Rheinufer ist am Sonntag der 31. Evangelische Kirchentag in Köln unter der Losung „Lebendig und kräftig und schärfer“ zu Ende gegangen.
Die Predigt hielt die Erfurter Pfarrerin Mechthild Werner über einen Text aus dem 1. Buch der Könige. Die Predigt war von Kritik an den Ergebnissen des G-8-Gipfels in Heiligendamm bestimmt. Vor etwa hundertausend Gottesdienstbesuchern sagte Werner, der Gipfel in Heiligendamm habe in der Bekämpfung der weltweiten Armut und des Klimawandels wenig bewegt. Die globale Zerstörung gehe gerade von christlich geprägten Ländern aus. Sie forderte dazu auf, stärker für die Bewahrung der Schöpfung einzutreten. „Wir brauchen einen Klimawandel in den Köpfen und Herzen“.
„Ökumenischer als erwartet“
Der Präsident des Kirchentages, Reinhard Höppner, sagte, der Kirchentag sei ökumenischer geworden als erwartet. Sein Fundament sei „gut protestantisch“ das Wort Gottes gewesen. Es lasse schärfer sehen, was in der Welt geschehe. „Spiritualität und Weltverantwortung gehören untrennbar zusammen.“ Höppner kritisierte, dass die „entfesselten Marktkräfte“ immer mehr Menschen die Würde nähmen und sie zu Verlierern, zu „Ballast im Zeitalter der Globalisierung“ machten.
Die Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär, bezeichnete die Kölner Veranstaltung mit etwa 110 000 Dauerteilnehmern als inspirierendes Glaubensfest und politisches Forum. Eine Ökumene der Abgrenzung zur römisch-katholischen Kirche habe es in Köln nicht gegeben. Die „klare Kontur“ dieses Kirchentages habe sich in drängenden Fragen nach der Zukunft gezeigt.
Der nächste Evangelische Kirchentag wird 2009 in Bremen stattfinden. Ein zweiter Ökumenischer Kirchentag wird für 2010 in München gemeinsam mit dem Zentralkomittee der Deutschen Katholiken vorbereitet.