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Evangelischer Kirchentag beginnt in Köln „Lebendig und kräftig und schärfer“

05.06.2007 ·  100 000 Teilnehmer / Merkel diskutiert über Globalisierung / Kritik an "Bibel in gerechter Sprache"

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Unter der Losung "Lebendig und kräftig und schärfer" beginnt am Mittwochabend in Köln der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag. Bis zur Abschlussveranstaltung am Sonntag werden mehr als 100 000 Dauerteilnehmer zu den rund 3000 Veranstaltungen erwartet. Als Gäste sind unter anderen Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Nobelpreisträger Muhammad Yunus angekündigt, die über eine menschenwürdige Gestaltung der Weltwirtschaft diskutieren wollen.

Die Generalsekretärin des Kirchentages, Ellen Ueberschär, sagte der Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass der Kirchentag keinesfalls einer "reinen Innerlichkeit frönen" wolle. Die Kraft und die Klarheit, die vom Wort Gottes ausgingen, führten direkt hinein in die Sorgen der Welt. In einer Zeit, die an Glaubensarmut leide, sei es notwendig, wieder auf die Schärfe des Wortes Gottes zu hören. Neben den Themen Globalisierung und Klimawandel erwartet Frau Ueberschär, dass das Verhältnis von Christen und Muslimen eine herausragende Rolle spielen werde. Vor kurzem hatte ein Gespräch zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Koordinierungsrat der Muslime zu keiner Einigung in grundlegenden Fragen geführt. Am Donnerstag werden Vertreter der Muslime mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber abermals über Religionsfreiheit diskutieren. Am Samstag sprechen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, und Bischof Huber über die Ökumene zwischen beiden Kirchen.

Noch vor der Eröffnung des Kirchentages treffen sich am Mittwoch in Köln Vertreter der EKD mit fünfzig Religionsführern aus den G-8-Staaten und aus Afrika. Ziel des Treffens ist die Formulierung eines Appells für mehr Gerechtigkeit an die Regierungschefs auf dem G-8-Gipfel. Der Kirchentag wird am Mittwochabend mit vier Gottesdiensten beginnen. Die Predigt der zentralen Eröffnungsveranstaltung auf den Poller Wiesen am Rheinufer hält der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, die Eröffnungsansprache der Präsident des Kirchentages, Reinhard Höppner.

Der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hermann Barth, und der Thüringer Landesbischof und stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD, Kähler, haben vor dem Kirchentag massive Kritik an der "Bibel in gerechter Sprache" geübt. Wenn man hier überhaupt von Gerechtigkeit sprechen wolle, dann in dem Sinne, dass eine Übersetzung dem Text gerecht werden müsse. Die "Bibel in gerechter Sprache" eigne sich "auf weite Strecken auch gar nicht zum Gebrauch im Gottesdienst", schreiben Barth und Kähler in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Quelle: gri. F.A.Z., 06.06.2007, Nr. 129 / Seite 1
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