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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Euroskepsis Frankreich sieht schwarz

 ·  Eine Umfrage in Frankreich fördert ein geradezu britisches Ergebnis zu Tage: Zwei Drittel der Franzosen sind der Meinung, dass die Entscheidungskompetenz im eigenen Land gestärkt werden sollten - auch auf Kosten der EU.

Artikel Lesermeinungen (63)
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Dietmar Blum

Diese Zwodrittel der Franzosen

stellen die 90%-EU-Begeisterten dar, die ein gewisser Würseler Buchhändler kürzlich in der Bevölkerung Europas für sich entdeckte.

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Klaus Hessenauer

Wie man hört...

mehren sich auch in Österrreich die Stimmen die ein Referendum fordern!

Der Geist ist aus der Flasche! !!

Wann werden in Deutschland die Menschen gefragt?

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Norbert Lohbreyer
Norbert Lohbreyer (Camol) - 26.01.2013 18:31 Uhr

Liebe Frau Dreier und lieber Herr Meyer,

Ihr Wort in Gottes Ohr!

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Sabine Mersmann

Gegen einen "starken Führer"...

ist nichts einzuwenden, sofern er das Richtige will und das Richtige schafft. Ab und an gibt man einem solchen auch den Beinamen "der Große". Die Machtkompetenz des franz. Präsidenten ist immens. Doch versteht ein "Hollande" diese auch auszufüllen? Bisher hat er sich lediglich als ein großer Trottel gezeigt. Hoffen wir für die Franzosen, dass er lernfähig ist - und wenn nicht, dass er zumindest diese Rolle, die ihm von der Verfassung zugebilligt wird, nicht füllen kann.Wie sonst soll Franreich aus diesem gesellschaftlichen und politischen Sumpf, aus dieser selbstgerechten Mittelmäßigkeit wieder herausfinden?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 20:32 Uhr
Dieter Stümbke

Man gab früher starken Führern nette Beinamen

Philip der Schöne, August der Starke, Karl der Kahle, Ludwig der Fromme ... usw.
Und jetzt wird La Grande Nation eben von Francois (Franz) dem Unfähigen geführt.

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Norbert Lohbreyer
Norbert Lohbreyer (Camol) - 26.01.2013 18:04 Uhr

Europafeindlich???

Niemand ist europafeindlich oder "gegen Europa", nur weil er gegen den Euro oder für eine Rückübertragung von Kompetenzen auf die Nationalstaaten ist. Jeder sollte irgendwann einmal zur Kenntnis nehmen, dass wir vor der Einführung des Euro niemals soviel Streit und Abneigung zwischen europäischen Völkern hatten, wie jetzt. Niemals wäre es dazu gekommen, dass Demonstranten in Athen eine deutsche Kanzlerin bzw. einen deutschen Kanzler mit Hitlerbärtchen präsentieren.

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Jochen Wagner

Tja, was für eine Zukunft steht uns nur bevor...

Da sind die Europaskeptiker, die sich auf ökonomische Vernunft berufen, auf der einen und die wachsende Front der die „Europäisierung“ Ablehnenden auf der anderen Seite. Ersteren sollte, lt. Nonnenmacher, klar werden, mit wem sie hier im Boot sitzen.

Klingt für mich wie: Leute, nicht mehr so scharf, liefert dem Pöbel nicht auch noch die Munition. Aber im Ernst. Welche Wucht sich entfalten könnte, wenn der Wind, wie derzeit vernehmbar, aus allen Richtungen gleich stark weht, ist durchaus besorgniserregend – aber dann frage ich: soll sich Schütze Arsch etwa auch noch um des „lieben Friedens“ willen krumm machen, wo ihn Weltmarktfähigkeit, Frieden und Demokratie (als Ideen hinter der EU) bereits zu überfordern scheinen?

Dass die Entwicklung Globalisierungskritikern als Reservoir dient, darf von den Apologeten der Alternativlosigkeit (nein, Herrn Nonnenmacher meine ich natürlich nicht) nicht jetzt auch noch als Argument ins Feld geführt werden. Wäre töricht, ja, gar lebensgefährlich.

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Gerhard Storm

Franzosen und Cameron mit seinen Briten, sie alle haben es satt, sich von Dummköpfen in Brüssel

u. der EZB Vorschriften machen zu lassen. Sie haben beobachtet, dass die EU u. die EZB €-rettungsverwirrt fortwährend die eigenen Spielregeln sträflich verletzen. Das stößt bei diesen Freidenkern auf Unverständnis.

Bei dem von wirtschaftlichem Irrsinn getragenen Solidaritätsdiktat von EU u. EZB - fernab des Nobailouts - werden die Sorglosstaaten für ihr Nichtstun mit Billigstgeld überhäuft, ja geradezu bedrängt.

Zur Sicherheit werden sie in das EU-Schummelparadies eingesperrt und solange mit Billiggeld ohne Sicherheiten gemästet, bis der globale Markt großzügig nicht mehr Rekordzinsen berechnet.

Dabei ist aber bekannt, dass mit der Billiggeldspritzerei nur Zeit gewonnen wurde. Die notwendige wirtschaftliche Sanierung fehlt bei den Sorglosländern.

Besonders unprofessionell haben sich die Kanzlerin - mit
ihrem abstrusen Wunnsch, dass GR im € bleibt - sowie der unfähige Schäuble, €-rettungsverbohrt ohne Hirn und Verstand.

Alles zulasten von D. Ein Denzettel ist bald fällig!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.01.2013 13:41 Uhr
Gerhard Storm

Denkzettel nichtr erst, wenn Draghi das Papier zum Gelddrucken ausgeht, sondern bei den nächsten

Bundestagswahlen, Herr Otto Kaldrack. Danke für die Anmerkungen, mit denen ich im Übrigen voll übereinstimme!

Allerdings müßte sich die Schlafmützenopposition bis dahin um 180 Grad ändern!

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otto kaldrack

EU + EURO

der denkzettel wird kommen, denn bezahlt werden, muss am ende immer.
wenn unsere oppostionsparteien weigstens besser wären, gäbe es ja auch
die probleme nicht. aber die sind ja noch schlimmer und wollen mit euro-
bonds unser geld noch schneller aus dem fenster werfen, weil sie ihren
sozial. lügner- und betrügerbrüdern in diesem wunderbaren griechenland
noch bedingungsloser glauben, als mutti schon. wie blöd muss man eigent-
lich sein?

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Florian Meier
Florian Meier (Flo635) - 26.01.2013 16:35 Uhr

Na sowas

Tia, bei der Euroeinführung herrschte in Frankreich noch Friede, Freude, Eierkuchen. Schließlich hatte man es geschafft die Vormacht der Bundesbank in der europäischen Geldpolitik zu Brechen. Anstatt aber die neu erlangte Macht weise zu nutzen hat man klein karierte, ökonomisch unvernünftige Machtspielchen betrieben. Selbst der Bruch der 'Mastricht Verträge' geht auf das Konto Frankreichs. Insbesondere von Trichet und Lagarde.
Im eigenen Land ist man nicht fähig sich eine wirtschaftsorientierte Regierung zu wählen. Statt dessen soll es jetzt ein „un vrai chef“ (großer Führer) richten.

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Rudolf Zeiler

Frankreich ist nicht anti-europäisch ! Falsche Schlussfolgerung aus der Umfrage.

Wen wundert es schon, dass die Franzosen in der derzeitigen Wirtschaftskrise und angesichts der schwachen Regierung Hollande alle Autoritäten verteufeln ? Man sucht einen Sündenbock ! Es kostet ja nicht viel, bei einer Umfrage auch die Brüsseler Behörden abzustrafen. Die Politverdrossenheit innerhalb Frankreichs selbst ist noch viel größer, wie aus einer - ebenfalls in "Le Monde" - erschienenen Umfrage von vor ein paar Wochen nachzulesen war. Wie erklärt man sich, dass die Franzosen zwar mehrheitlich eine Rückverlegung einiger Kompetenzen ( welcher ? ) nach Paris wünschen, umgekehrt aber ebenso mehrheitlich "für Europa" und "Euro" sind ?
Ich ziehe aus dieser Umfrage lediglich die Konsequenz, dass es der Regierung Hollande bisher nicht gelungen ist, den Franzosen einen Weg aus der Krise und vorbei am Niedergang aufzuzeigen. Und da kann ich ihnen nur recht geben. Frankreich steckt in einer Krise, weil die französischen Politiker versagt haben.

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Horst Ziegler

Die Grande Nation erschlafft.

Die Umfrage spiegelt wider, dass die Grande Nation erschlafft und sich und die Übersee-Departements nur noch mit Mühe über Wasser halten kann. Und jetzt kommt Mali da noch hinzu.

Für ihre Malaise werden jetzt Sündenböcke gesucht. Da gehört dann natürlich schon mal die Superbehörde in Brüssel dazu. Dazu wird dann auch Frau Merkel gehören und dazu gehört ganz allgemein die Überfremdung.

Es ist klar, der Franzose erklärt sich die böse, böse Welt. Er glaubt doch in der Tat, Autarkie und Splendid Isolation seien die Zaubermittel, um Frankreich wieder zu einer tatsächlichen Grande Nation zu kommen.

Es entwickelt sich ein Drama rund um uns und wir heben weiter ab, um den Weltmarkt zu erobern. Es tritt wieder die Szenerie ein, die wir alle schon als Kinder erlebt haben, wenn die Überflieger immer wieder nur "Einsen" schrieben. Das deklassierte. Keine Frage.

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Stefan Strauss

Selbstzerstörung

Herr Nonnenmacher irrt sich, wenn er den Aufschrei der europäischen Völker gegen die EU als ein populistisches Unterkapitel der Globalisierungskritik stigmatisieren will. Tatsächlich verhält sich beides wie Feuer und Wasser zueinander. Die Globalisierung befreit die Milliarden von Einzelakteuren und die EU will sie politisch wieder entmündigen. Konkreter, die Globalisierung lebt nur durch den Wettbewerb weltweit vernetzter und selbstbestimmter Kollektive. Die EU sieht sich aber als Teil einer weltweiten Hierarchie bürokratischer Herrschaft. Selbstbestimmung steht grundsätzlich nicht auf ihrer Agenda. Kein Kollektiv darf und soll seine spezifische Leistung und Kultur mehr entwickeln und anbieten können. Damit verlieren alle gewachsenen Strukturen ihre Aufgabe, Identität und vor allem Perspektive. In diesem Sinne ist die EU ein systemtheoretischer Fehler. Sie zerstört ihre Fundamente.

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Karl S. Walter

Eitergeschwür EU

Die Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung - und nicht nur die Frankreichs - mittelfristig nicht mehr hinnehmen wird, dass die organisierte EU-Kriminalität sie weiterhin mit gefährlichen und enteignenden Regulierungen kujoniert, sie z. B. mit »Umweltleuchten« vergiftet und ihre Trinkwasserversorgung an die Gierhälse der Energieversorger zwangsverscherbelt.

Ebenso wie bei dem Beklau des Mittelstands um seine Altersrücklagen steht hinter den teils von nationalen Regierungen »bestellten« EU-Verordnungen nackte Bestechung durch Interessengruppen aus Industrie und Gewerbe.

Völlig unerstaunlich, dass die Bevölkerung sich von den EU-Gaunern auf nationaler wie europäischer Ebene abgewandt hat. Es ist Zeit, sich konsequenter der Demokratie zuzuwenden, um das postdemokratische Eitergeschwür EU aus dem Körper Europas herauszuschälen.

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Max Schmid
Max Schmid (CH-Gast) - 26.01.2013 14:43 Uhr

Warum in die Ferne schweifen

Hr. Gauck hat unlängst (interview in FAZ) gesagt, dass die Politiker dem Volk die EU zuerst erklären müssten, bevor man an Volksabstimmungen zu diesem Thema denke. Ansonsten würde das Volk Opfer von Schreihälsen und Populisten.
Ja das dumme deutsche Volk...
Frage aus der Schweiz: Warum lassen es die Deutschen mit sich machen- seit Jahren ? Warum wählen Sie sogar solche Politiker ?

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 21:56 Uhr
Thomas Kobler

Würde die NPD von Milliardären geführt und finanziert...

..., wie die SVP in der Schweiz, der mehr Geld als allen andern Schweizer Parteien zur Verfügung steht, dann hätten sie auch eine in Deutschland.

Die Linke kommt der SVP übrigens ideologisch auch ganz nahe, einfach aus der falschen Richtung. So blöd, offizielle Genesungswünsche an serbelnde, karibische Diktatoren zu schicken, sind die helvetischen Verwirrten und Verblendeten allerdings noch nicht, aber sich mit äusserst dubiosem braunen Gesox aus allen Herren Ländern abzugeben, das kommt regelmässig vor. Dass allerdings ein deutscher Extremisten-Führer an einem Parteitag - wie bei der SVP vor zwei Jahren geschehen - einen Geissbock aufs Podium der Parteigranden führen, und den Delegierten im Saal zurufen würde: "Begrüssen Sie, Zottel!", das kann ich mir nicht einmal bei den leicht Entrückten von NPD und Linke vorstellen. Das konnte nur SVP-Präsident Toni Brunner, ohne sich nicht einmal im Ansatz total bescheuert vorzukommen. Und solche Leute erreichten 27% Wähleranteil. *facepalm*

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Gerhard Storm

Die Deutschen sind fleißig u. erforgreich, aber leider haben sie seit der Kaiser- u. der Nazizeit

das Kuschen gegenüber der Obrigkeit noch immer nicht abgelegt.

Vielleicht sind es noch Nachwehen aus der schrecklichen Gestapo-Nazi- bzw. Stasizeit, welche sich über die Elterngeneration noch beim unbedingten Gehorsam gegenüber den Oberen auswirken .

Max Schmid, die Schweizer haben das Glück, mit mehr direkten Volksrechten ausgestattet zu sein u. auf die Staatsführung direkten Einfluss ausüben zu können.

Die Deutschen hingegen haben durch die EU mit ihren Spitzen-Dilettanten Juncker, Barroso, Barnier, Schulz, Draghi, Kumpane in den nationalen Regierungen u. Schlafmützenoppositionen dumme, selbstsüchtige Egozentriker vorgesetzt bekommen, denen brav gehuldigt wird.

Die Deutschen ließen sich von den EU-Spitzen-Dummen sogar das Gurken- u. das Bananenformat vorschreiben. Das verrückte Enthörnern der göttlichen Rindviecher in der EU - bei viel zu engen Ställen - gehört auch dazu.

Die €-GR-Schuldenkrise zeigt im Übrigen am besten die anhaltende Unfähigkeit der o.a. Oberdummen.

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Klaus Hessenauer

zumindest den Präsidenten hat kein Bürger gewählt...

den hat eine hinterlistige Opposition vorgeschlagen und der Vorsitzende einer Splitterpartei musste an der Wahl sein Mütchen kühlen !

An dem Rest der Mischpoke sind wir allerdings selbst schuld, und wenn man nach Hannover schaut lernt der Michel auch nix dazu!

Grüße aus der Froschperspektive!

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Hermann Weiß
Hermann Weiß (Weiss10) - 26.01.2013 15:42 Uhr

Ein Grund

Wir haben leider keine SVP.

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Heinz Fromm
Heinz Fromm (gast007) - 26.01.2013 13:47 Uhr

In Deutschland keine Spur anders !

In Deutschland ist es kein Stück anders, wie jeder jederzeit seit je aus jedem Internetforum ersehen kann. Auch ich habe die verfetteten Brüssel-/Strassburger Korruptions- und Betrugs-affinen Bevormunder mit der Gallionsfigur Schulz satt. Das hat mit "Europa" nichts mehr zu tun, was dieser demokratisch unlegitimierte EU-Moloch uns bis zum letzten normierten Gurkenradius zumutet. Mit der Eurokatastrophe wurde gleichzeitig unser nahezu gesamtes Volksvermögen für südliche Betrugsbanken und Regime, von Zypern bis Palermo und Valecia verpfändet.

Stattdessen will ich das wunderbare, bunte und friedliche Europa der Vaterländer (wie Schumann und Adenauer schon), in dem nicht unsere Milliardenzahlungen mit dem Zeigen von Hakenkreuzen beantwortet und ständig dreistere Forderugen nach kompletter Haftungsübernahme für die Betrüger, Korrupteure und Verschwender gestellt werden.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 14:05 Uhr
i. burkart

Juchhei

Schöner kann man es nicht formulieren!
Danke und schönes Wochenende noch!
JB

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i. burkart

Nicht Populismus: Betrug und Ideologie-Maulkörbe sind das Problem

Warum muss eigentlich immer "Populismus" als Grund herhalten, wenn die Leute nicht so wollen, wie die weisen Europa-Eliten es ihnen vorschrieben wollen?
In Wirklichkeit geht es diesen Eliten nur um ihre Ideologie (von der sie und ihre Bürokratien bestens profitieren) - aber die Menschen (die steuerzahlenden!) sind nicht bereit, einen solchen Billionen-Betrug, wie wir ihn bei der "Eurorettung" erleben, auch noch gut zu finden.
Mit Demokratie und Gerechtigkeit hat diese politische Gleichmacherei auf Kosten der Bürger nichts zu tun. Die Krise wird benutzt, die Hegemonie über die Völker zu installieren.
Die Leute können nichts dagegen machen. Deshalb verachten sie zunehmend nur noch diese Poltitiker-Klasse, gehen nicht mehr wählen.
Dass die Deutschen nicht wie die Franzosen sagen, dass sie ihr Land lieben, hängt vermutlich damit zusammen, dass sie Angst haben, von diesen Eliten dafür als Nazis diffamiert zu werden. Was aber ist eigentlich Nazi, wenn man kein Großreich Europa will?

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Uwe Borg
Uwe Borg (Borgward) - 26.01.2013 13:34 Uhr

Solange nationale Politiker die EU brauchen, um die Schuld für notwendige aber unpopuläre

Entscheidungen auf Europa schieben, wird das so bleiben. Dabei sind sie es selbst, die in Europa entscheiden. Baroso und Co. haben nicht viel zu melden. Frankreich muss halt sparen, EU hin oder her. Dass Hollande dies dann als ein Diktat der EU unter deutscher Führung verkauft, gegen das er sich bis zum letzten Blutstropfen gewehrt hat, führt dann zu solchen Umfrageergebnissen.

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Peter-Paul Gansen

"Je geringer das Bildungsniveau, desto deutlicher fiel die Ablehnung Europas aus." !?!?!?

Ich muss mich immer öfter darüber ärgern, solche diffamierende Aussagen zu lesen, ohne dass diese Korrelation ehrlich hinterfragt wird. Soll das wieder heißen: "Wer die EU ablehnt, ist dumm"?
Liegt die höhere Ablehnung der EU durch Geringqualifizierte nicht eher daran, dass diese von negativen Auswirkungen z.B. der Öffnung der Arbeitsmärkte, Lohndumping und Verlagerung der Arbeitsplätze nach Osteuropa viel stärker betroffen sind als Akademiker? Ich kenne zumindest eine Studie aus GB, die das belegt.

Davon abgesehen dürften die Fragen von Deutschen ganz ähnlich beantwortet werden, bis auf die Euro-Mitgliedschaft. Es wird allerhöchste Zeit, diese Themen in Deutschland zu klären. Wir haben einen enormen Rückstau bei der demokratischen Aufarbeitung gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen. Unsere Probleme decken sich dabei ziemlich mit denen der Franzosen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 18:41 Uhr
Sabine Mersmann

Ich für mich kann sie beruhigen.

Ich bin Akademikerin und denke deutsch-national. Wahrscheinlich würde ich anders denken, hätte ich einen anderen Bildungsabschluss. Ich würde mich irgendwie von der Politik überfordert fühlen, wüsste natürlich, dass national denkende Menschen dumpf sind und würde nicht zu denen gehören wollen. Wählen würde ich, was das Milieu meiner Herkunft wählt, also SPD oder vielleicht, weil ich eine moderne Frau sein will, die Grünen. So lange jedenfalls, bis der STERN, das Leib- und Magenblatt des Sozen - nicht die Akzente anders setzt.

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Thomas Kobler

Ideale verändern sich laufend...

...über die Zeit und unterliegen in nicht geringem Masse dem herrschenden Zeitgeist. Dass die EU, als Wirtschaftskonstrukt basierend auf friedlicher Vernunft, nicht immer optimal ins nach wie vor mehr oder weniger romantisch verklärte nationale Bild vieler Bürger innerhalb der EU-Grenzen passt, ist nicht weiter erstaunlich. Ablehnung ist in der Regel einfacher, als neue erfolgsversprechende Wege zu entwickeln. Darum sollte man solchen Umfragen vielleicht auch mal die Vorschläge der "Genug!-Sager" beifügen, wie die Zukunft denn besser angegangen werden sollte. Auf jenen Konsens wäre ich ja gespannt.

Wirklich beunruhigend ist aber, dass sich viele Bürger der EU mehr und mehr "überfahren" fühlen und zwar nicht von einer charismatischen Führung, sondern von oft genug recht bieder erscheinenden Figuren. Da kann dann schon mal Unruhe aufkommen.

Am Ende entscheidet aber immer der Kontostand. Wer glaubt, er führe ausserhalb der EU besser, der soll es doch wagen. Sie wären kaum aufzuhalten.

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Ronald Gruenebaum

Vorsicht

Wenn man solche Umfragen betrachtet, muss man auch wissen, dass die Franzosen in Sachen EU mehrheitlich keinerlei Ahnung haben. In Frankreich dominieren nationale Themen und das Ausland kommt eigentlich nicht vor.

"Europe" ist gut, wenn es die französischen Positionen einnimmt. Es wird sofort abgelehnt, wenn es um Kompromisse geht. Die EU hat die Globalisierung, die den Franzosen so sehr zu schaffen macht, nicht erfunden, aber viele Franzosen glauben das ernsthaft. So fordern die Gewerkschaften die Verstaatlichung der einzigen verbliebenen Grosswerft (ein Konkurrent der Meyerwerft), können aber nicht erklären, woher danach die Aufträge kommen sollen. Hier will man nichts anderes als die staatliche Daueralimentierung als Ersatz für Wettbewerbsfähigkeit.

Bislang hat noch niemand belegen können, dass man auf die grossen Herausforderungen wirklich nationale Antworten finden kann. Das zu glauben, ist gefährlicher Unfug.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 20:01 Uhr
Sabine Mersmann

Gefährlicher Unfug ist etwas anderes.

Ihrer These, Herr Grünbaum, dass die Franzosen ohne EU schlechter gefahren wären als mit ihr, stimme ich zu. Die EU zwingt die Franzosen ab und an über den engen Tellerrand ihres viel zu großen Landes herauszuschauen. Doch für uns gilt das nicht. Frankreich und der gesamte Club Med zieht uns herunter. Wir zahlen für deren Schlendrian, wir übernehmen deren Standarts. Das wird uns mittelfristig überfordern, auch weil die Domographie, also die Zeit gegen uns läuft. Die Qualität und Quantität der jetzigen Schulabgänger ist mit unserer Generation nicht vergleichbar. Wir Deutsche würden mit einer EWG, einer europ. Wirtschaftsgemeinschaft, ohne ausufernde Wasserköpfe in Brüssel, Straßburg und Luxemburg und ohne Subventionsknete viel besser fahren. Das könnte unsere nationale Antwort sein!

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Norbert Lohbreyer
Norbert Lohbreyer (Camol) - 26.01.2013 18:15 Uhr

Herr Meier, wie kommen Sie darauf,

dass Frankreichs Wirtschaft ohne Euro gegenüber Deutschland weiter abgerutscht wäre als sie es jetzt schon ist? Das erscheint mir doch sehr fragwürdig. Denn mit dem Franc hätte Frankreich die Möglichkeit, gegenüber der D-Mark abzuwerten, und so wettbewerbsfähiger zu werden. Das Gleiche gilt für alle südeuropäischen Länder mit ihren ehemaligen Währungen. Warum wollen Sie nicht sehen, dass die Euroeinführung ein riesiger wirtschaftspolitischer und europapolitischer Fehler war?

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Florian Meier
Florian Meier (Flo635) - 26.01.2013 15:52 Uhr

Richtige Analyse, fragwürdige Schlussfolgerung

Zitat: 'Bislang hat noch niemand belegen können, dass man auf die grossen Herausforderungen wirklich nationale Antworten finden kann.'

Wie sie selbst sagen verstehen die Franzosen die EU nicht. Z.B. trotz 'Grichenlandrettung' die vor allem eine Rettung dort engagierter französischer Banken war sehen sich die Franzosen durch die EU benachteiligt.

Gegenthese: Es hätte keine Währungsunion gegeben. Frankreichs Wirtschaft wäre weiter gegenüber Deutschland und der anderen europäischen Staaten abgerutscht. Wäre es unter solchen Bedingungen nicht wesentlich einfacher den wahren Schuldigen zu finden und vor der eigenen Haustüre zu kehren?

Wieso soll die französische Wirtschaftskrise eine große Herausforderung sein auf die es keine nationale Antwort gibt?
Gefährlicher Unfug ist etwas anderes.

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alois schneider
alois schneider (formal) - 26.01.2013 13:06 Uhr

die Ent-Nationalisierung klappt nicht

Europa kann nur auf Grundlage der Nationen geschaffen werden, d.h. eine Konförderation von Nationen (Vaterländern).
Dagegen steht die alte sozialistische Idee des internationalen sozialistischen identitätslosen Einheitsmenschen, wie er in der Sowjetunion schon vergeblich versucht wurde durchzusetzen.
Identitätslosigkeit entspricht eben nicht dem Menschen.
Er ist ein Revier-Tier, und er möchte artgerecht gehalten werden.

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26.01.2013, 10:16 Uhr

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