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Wahlkampf in Frankfurt : AfD kommt nicht zu Wort

  • -Aktualisiert am

Antifa-Aktivisten werden während einer Wahlkampfveranstaltung der AfD von Polizisten von der Bühne ferngehalten Bild: Röth, Frank

„Rotlackierte Nazis“ gegen „Rassisten“: Während einer Kundgebung der „Alternative für Deutschland“ in Frankfurt sind Linksautonome und Parteisympathisanten aneinandergeraten. Der AfD-Spitzenkandidat ging nach wenigen Minuten von der Bühne.

          Etwa 250 Linksautonome haben am Freitag in der Frankfurter Innenstadt eine Wahlkampfveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) gestört. Am Nachmittag sollte der Spitzenkandidat für die Europawahl, Hans-Olaf Henkel, an der Hauptwache sprechen. Doch noch bevor er dazu kam, warf ihm ein Demonstrant ein Ei an den Kopf. Schon zuvor hatte es Gerangel zwischen Parteimitgliedern und Autonomen gegeben, als Vertreter des AfD-Vorstands zur Bühne gelangen wollten. Die Parteimitglieder wurden als „Rassisten“ und „Sexisten“ beschimpft. Ein AfD-Mitglied bezeichnete die Autonomen im Gegenzug als „rotlackierte Nazis“.

          Die Polizei trennte mehr als eine Stunde lang die Demonstranten von den AfD-Mitgliedern und verhinderte, dass Autonome die Bühne stürmten. Vereinzelt empörten sich Zuhörer aus dem Publikum darüber, dass der Platz nicht  geräumt wird. Während der Veranstaltung nahm die Polizei zwei Demonstranten fest, die gegen Beamte vorgegangen waren. Zumindest einige Demonstranten hatten demnach eine Holzlatte dabei gehabt. Ein Beamter wurde nach Angaben eines Polizeisprechers verletzt.

          “Opfer der Altparteien“

          Als Henkel schließlich seine Rede begann, wurde er von Trommeln und Tröten übertönt. Er sagte, er hege keinen Groll gegen die Demonstranten, sie seien bloß „verführt“ und Opfer „der Altparteien“, die die AfD fürchteten und deshalb an den rechten Rand stellten. Das, was Henkel in seiner nur wenige Minuten dauernden Rede bei lautem Gegenprotest nicht schaffte zu sagen, stand dafür groß auf den Plakaten. Die AfD, hieß es da, setze sich für klare Regeln bei der Einwanderung ein. Sie sei gegen den Euro und gegen eine weitere Verschuldung des Staates. Henkel selbst sagte immerhin so viel, dass er die AfD zu Unrecht verunglimpft sehe. Die anderen Parteien und auch die Medien machten sich bewusst nicht die Mühe, sich die Inhalte der Partei anzuschauen.


          Der Protest gegen die AfD ist Teil einer bundesweiten Kampagne autonomer Gruppen, die unter dem Motto „Nationalismus ist keine Alternative“ Proteste und Störaktionen in mehreren Städten gegen Wahlkampfveranstaltungen der AfD organisieren.

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