Home
http://www.faz.net/-gq4-756ig
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Van Rompuy dankt Altkanzler Kohl erhält Kopie des Friedensnobelpreises

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl eine Kopie des an die EU verliehenen Friedensnobelpreises überbracht. Kohl habe „eine Schlüsselrolle bei der Wahrung eines dauerhaften Friedens in Europa gespielt“.

© dapd Vergrößern EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy übergibt dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl eine Kopie der Friedensnobelpreis-Auszeichnung für die Europäische Union: „Europa ist unsere Heimat, unsere Gegenwart und unsere Zukunft“

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat Helmut Kohl eine Kopie des an die Europäische Union verliehenen Friedensnobelpreises überbracht. Wie das Büro des früheren Bundeskanzlers mitteilte, habe van Rompuy Kohl am Dienstag privat in Ludwigshafen besucht.

Der Belgier schrieb in einer Erklärung,  er habe ihm dafür gedankt, dass er nach den Ereignissen von 1989 eine Schlüsselrolle bei der Wahrung eines dauerhaften Friedens in Europa gespielt habe. „Was Bundeskanzler Kohl in seiner Generation auszeichnet, ist sein entschlossenes Handeln zum alles entscheidenden Zeitpunkt der europäischen Nachkriegsgeschichte: Nach dem Mauerfall übernahm er die politische Verantwortung für die Wiedervereinigung Deutschlands und für die europäische Einigung.“

Van Rompuy berichtete, er habe mit dem 82 Jahre alten Kohl über die Lage in Europa gesprochen „Wir haben beide unsere Zuversicht zum Ausdruck gebracht, dass Europa wieder einmal gestärkt und vereint aus der Krise hervorgehen wird“. Van Rompuy wurde vom CDU-Abgeordneten Elmar Brok begleitet.

Die „Bild“-Zeitung berichtet Kohl habe erwidert: „Wir haben bereits ein großes Ziel erreicht. Auf diesem Weg müssen wir weiter vorangehen. Denn Europa ist unsere Heimat, unsere Gegenwart und unsere Zukunft.“

Am 10. Dezember war der Europäischen Union der Friedensnobelpreis für sechs Jahrzehnte erfolgreicher Aussöhnungspolitik verliehen worden. Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatten in ihrer Dankesrede in Oslo an die symbolische Geste Kohls und des französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand erinnert, die Hand in Hand in Verdun gestanden hatten. Kohl galt selbst in der Vergangenheit mehrfach als Kandidat für den Friedensnobelpreis.

Mehr zum Thema

Van Rompuy setzt laut Nachrichtenagentur Belga seine Besuche bei „Gründervätern“ der Union fort. Am Mittwoch stand eine Visite beim früheren belgischen Premier Leo Tindemans an, der von 1974 bis 1978 sein Land regierte und 1975 einen wichtigen Bericht für die politische Union Europas verfasste.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Verschärfte Sanktionen EU gibt Moskau noch ein paar Tage Zeit

Genehmigt, aber nicht in Kraft gesetzt: Die EU-Staaten verabschieden neue Sanktionen gegen Russland, wollen Moskau aber zuvor noch eine Chance geben, in der Ukraine-Krise einzulenken. Mehr

08.09.2014, 21:27 Uhr | Politik
G7-Staaten drohen Russland mit weiteren Sanktionen

Die G-7-Staaten verlangen von Russland, alle Streitkräfte zurückzuziehen und den Zustrom von Waffen in die Ostukraine zu stoppen. Das Land solle dadurch einen Beitrag leisten, um die Situation in der Ukraine zu stabilisieren. Mehr

05.06.2014, 09:08 Uhr | Politik
Reaktionen auf das Schottland-Referendum Wir haben die Gesellschaft berührt

Während der Anführer der schottischen Unabhängigkeitsbewegung von einem Sieg der Demokratie redet und seine Niederlage eingesteht, zeigen sich Vertreter der EU erleichtert von dem Ergebnis. Mehr

19.09.2014, 16:30 Uhr | Politik
Merkel mischt mit

Am 25. Mai wählt Europa das neue Parlament der Europäischen Union. In Bremerhaven unterstützte nun Bundeskanzlerin Angela Merkel den CDU-Spitzenkandidaten David McAllister. Mehr

29.04.2014, 21:16 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Amerika verhängt weitere Sanktionen gegen Russland

Die Vereinigten Staaten folgen dem Beispiel der EU und belegen Russland mit verschärften Sanktionen. Moskau destabilisiere die Ukraine weiterhin, kritisieren westliche Politiker. Absolut unverständlich, meint der Kreml. Mehr

11.09.2014, 20:47 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.12.2012, 12:07 Uhr

Droht ein neues Srebrenica?

Von Michael Martens, Istanbul

An der syrischen Grenze zur Türkei kämpfen die Kurden um ihr Überleben. Milchpulver und Wolldecken allein helfen im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ jedoch nur wenig. Europa und die Türkei müssen nun wählen. Mehr 49