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Unmut über Berlusconi in der EVP Genug von der Spektakelpolitik

 ·  Mit seinen Attacken gegen Bundeskanzlerin Merkel und taktischen Spielchen in Rom treibt Silvio Berlusconi die Europäische Volkspartei zur Weißglut. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel saß er darum nur am Katzentisch.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (16)
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Reinhold Wuest

Italien

wie gesagt, ein gespaltenes Land, das zuerst seine innenpolitischen Probleme lösen muss, bevor es sich groß am Projekt "EU-Integration" zu Wort meldet. Das populistische Gequake des alten Mannes lockt bestenfalls die Neofaschisten aus ihren dunklen Höhlen. Hoffentlich beglückt Itailien uns nicht mit diesem Widergänger, der eher an einen modernisierten Duce erinnert. Wie war das noch mit dem Lebensraum in Nordafrika? Dorthin, in die Wüste sollte man ihn schicken!

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Dietmar Marold

Das Gefälle nimmt zu

Meine persönliche Empfindung aus dieser Diskussion ist:
der Wunsch, dem Brüsseler Einheitsbrei etwas entgegen zu setzen -
und der Wunsch die Ohnmacht über die Entwicklungen einer Politik zu kompensieren, welche vergessen hat, oder auch bewusst darauf verzichtet, ihre Bürger mit zu nehmen -
dies alles ist dazu geeignet selbst jemanden wie Herrn Berlusconi wieder hoffähig zu machen, eine Person die noch vor kurzer Zeit kaum jemand auch nur mit der Zange angefasst hätte. Diese Entwicklung nimmt zunehmend Fahrt auf - aber die politischen Kasten der Länder glauben offensichtlich sie könnten den Deckel auf dem Topf halten bis sie ihr 'Einheitsprodukt' unter Dach und Fach haben... wenn sie sich da mal nicht täuschen

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Philipp Laurisch

Mafialand Deutschland

”Dibelius nahm schon früh Kontakt zu CDU-Parteichefin Angela Merkel auf, lange vor ihrer Nominierung als Kanzlerkandidatin. Für die Politikerin arrangierte er mehrere Dinner mit Unternehmenschefs, damit sie besser und schneller mit Personen aus der Wirtschaft ins Gespräch kam. Immer wieder steht er der Kanzlerin bei Fragen zur Verfügung.”
Und was bekommt er im Gegenzug, der Goldman-Sachse?

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Julius Calvelage
Julius Calvelage (julca) - 13.12.2012 16:06 Uhr

Europäische Abgründe

Ob freudscher Versprecher, Unachtsamkeit oder die Hybris, der Plebs würde aus Mangel an Alternativen sowieso alles schlucken: Dass Weber nicht davon spricht, Berlusconi müsse mit Konsequenzen rechnen, wenn er nicht mitMACHT oder mitARBEITET, sondern wenn er nicht mitSPIELT, lässt einmal mehr einen ziemlich düsteren Blick in die Abgründe europäischer Politik zu.

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nikolaus hesse

Berlusconi am 16.11. in Milano:"Ich glaube, dass die uns von der Eu+vor allen Dingen von der


deutschen Hegemonie aufgezwungene Wirtschaftspolitik nicht solidarisch ist, nicht an das Gemeinwohl denkt, sondern nur an sich denkt. Ich glaube, dass hier eine Umkehr erfolgen muss. Die Wahlen in Sizilien haben bestaetigt, was alle Umfragen vorhergesagt hatten:" 70% der Italiener sind von dieser Politik angewidert, sind von diesen Parteien+diesen Protagonisten ANGEWIDERT!"--
Weiter Berlusconi: "Was ist der spread, wer sind "die Maerkte", wenn nicht eine Erfindung, eine Drohung, eine Erpressung um mich abzuservieren!"
Nur zu logisch, dass der spread nach Berlusconis Kandidatur wieder sprunghaft ansteigt.
Fuer Berlusconi gilt, was Fitzgerald ueber Gatsby erzaehlt:
"Einige sagten, er hatte sein Glueck in Chicago gemacht, andere raunten, er waere ein Neffe des Kaisers"
Berlusconis unternehmerische Anfaenge liegen im Dunkeln, er kam aus dem Nichts, machte sein Glueck und spuckte den Apparatschicks+Ausverkaeufern der Einheitspartei ins Gesicht:
Berlusconi ist Obamas+ Merkels Albtraum!!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.12.2012 17:52 Uhr
Philipp Laurisch

Interessant

Er ist glaube ich auch der Albtraum von Frauen (besonders sehr jungen), Anti-Mafia-Staatsanwälten, unabhängiger Justiz, freier Presse...
Immerhin ist er ganz offensichtlich nicht Ihr Albtraum.

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Michael Arndt

Warum bitte

macht sich auch die FAZ zum Sprachrohr unserer EU- Einheitspartei???
Berlusconi ist zweifelsfrei ein Spinner, aber ein gewählter. Und wenn es den Italienern gefällt, können sie auch einen Hobbit an die Macht wählen.
So geht nämlich Demokratie.
Da benötigen unsere EURO-Politiker noch Nachhilfe, denn alles, was ihnen nicht in den Kram passt (s. a. Ungarn, die griechischen Linken, die holländischen Rechten, ach was: alle Rechten) definieren sie flugs als undemokratisch.
Und alle Medien machen mit. Traurig...

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K. Peter Luecke

Das zeigt nur, dass das Ruhigstellen mit vertragswidrigen Rettungsmilliarden ...

... , das Auftürmen von Target-Salden, die EZB-Staatsfinanzierung und die geschenkten Rückkauf-Geldpakete, die Bevormundung und Knebelung fremder Länder und all' das pathetische Europa-Gerede nicht funktionieren. Berlusconi legt den Finger in die Wunde. Wir brauchen mehr Berlusconis, sonst bleibt diese EU - dank deutschen Geldes - bloß ein Schrecken ohne Ende.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.12.2012 16:09 Uhr
K. Peter Luecke

@Liebe Frau Lenghi: Grobes Mißverständnis Ihre Antwort auf meinen Beitrag !

Ich bin schon damals in den 60ern mit meinen Eltern regelmäßig nach Italien in Urlaub gefahren. Auch heute gilt: ich mag das Land! Was ich aber nicht mag, sind Merkel, Schäuble, Steinbrück, Trittin & Co. Und daher mag ich die Italiener - vor allem jetzt Berlusconi - um so mehr, weil dieser jetzt den Rettungseuropäern mit ihrer Beschwichtigungsrhetorik so richtig quer in die Flanke fährt!

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Sandra Lenghi

Herr Luecke, also bitte...

mehr Berlusconis braucht weder Europa noch Italien. Man kann Ihrer Meinung sein, was Staatsfinanzierung, Target-Salden etc. angeht. Aber dann zu dem Schluss zu kommen, man brauche Berlusconi ist einfach nur falsch, zeugt aber von einem falschen Italien-Verständnis, das Sie vielleicht in einem Urlaub gewonnen haben, nicht aber durch das Leben im Land. Berlusconi ist, wie eigentlich jeder weiss, ein unglaublicher Populist, der gerne mal durch laute Töne auffallen mag, und versucht dem Volke nach dem Mund zu reden. Klappt manchmal, aber immer weniger. Dies alles tut er aber nicht, weil er Italien, oder gar Europa retten möchte, sondern weil er sich, seiner Familie und seinen Parteifreunden die Taschen füllen will. Nur ein paar Beispiele: warum, glauben Sie, gibt es in Italien digital terrestrisches Fernsehen? Da muss man fragen, wer dafür die Decoder importiert und verkauft hat (übrigens mit Staatssubventionen): Paolo Berlusconi (der jüngere Bruder Silvio's).

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alexander b
alexander b (dinazwei) - 13.12.2012 13:40 Uhr

Was für ein ausgemachter Idiot.

Leider ist eine Figur wie Berlusconi im integrierten Europa nicht mehr nur das Problem der Italiener, sondern auch das der übrigen Europäer - sicherlich ein schwerwiegender Nachteil des europäischen Zusammenwachsens.

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Mark Möschl
Mark Möschl (Cimpoler) - 13.12.2012 13:35 Uhr

Knasti ?

Berlusconi sitzt so gut wie im Gefängnis, man sollte ihn ignorieren, wie man es sonst mit Staatsmännern tut die sich justiziabel gemacht haben.
Mir scheint nur es gibt in Italien noch sehr viele die zu ihm halten, wohl weil er ein umfassendes System aus Günstlingen und Nutzniessern installiert hat, welches dann mit ihm zusammenfällt.

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Dieter Aster
Dieter Aster (derast) - 13.12.2012 13:23 Uhr

@ M. Menzel: Berlusconi "Staatsmann"??

Da muss ich doch lachen. Der Mann hat - um nur einen Punkt zu nennen - sein politisches Amt lange gezielt benutzt, um für kriminelle Machenschaften nicht strafrechtlich belangt zu werden (manche sagen, er sei nur deshalb in die Politik gegangen). Wollen Sie ernsthaft jeden populistischen Machtmenschen als Verbündeten feiern, nur weil er (wie Sie anscheinend) die EU-Politik kritisiert? Dabei sagt er sogar selbst, dass er das nur zum "Stimmenfangen" macht.

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Closed via SSO

Es wird Zeit, den Brüsseler Alleinherrschern Knüppel zwischen die Beine zu werfen!

Dabei ist es schon egal welcher noch so fragwürdiger Politiker den Laden provokativ aufmischt. Im übrigen, ist es ein Zeichen von Verrohung jeglicher diplomatischer Sitten, Berlusconi geradezu als Monster und das größte Übel für Europa darzustellen. Da gibt es etliche schlimmere Adressaten!
Berlusconi ist eben, ob es manchen passt oder nicht, ein Mensch und ein Staatsmann und hat Anspruch, auf Augenhöhe behandelt zu werden. Diese ätzenden Hinweise auf sein Alter und Eitelkeiten, seinen angeblich fragwürdigen Charakter und seine Vergangenheit sind sehr entbehrlich. Wenn es danach ginge müßte man auch manch andere, auch deutsche Politiker, insbesondere Kanzleranwärter, beurteilen.

"Wir alle atmen die selbe Luft, wir alle hoffen für die Zukunft unserer Kinder und wir alle sind sterblich." JFK

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.12.2012 16:14 Uhr
Closed via SSO

Sehr richtig, Martin Fettke!

Ihr Hinweis auf die Weimarer Republik bzw. deren Parlament ist sehr passend, obwohl sie in mancherlei Hinsicht mehr demokratische Elemente enthielt als die Versammlung, die sich gelegentlich, wenn auch selten vollzählig in Brüssel oder Berlin zusammenfindet.

Als geschichtsbewußter Mensch könnten Sie mir doch recht geben, daß Weimar im Prinzip nicht schlecht oder gar bösartig war. Die Weimarer war die erste demokratisch verfasste parlamentarische Republik Deutscher Nation die bis zu einem gewissen Grad die Aufgaben und Bedingungen erfüllte die ihre Gründer sich gesetzt hatten. Daß aus der Unvereinbarkeit des Parteien-Wirrwars das Ganze auf eine Beschlußunfähigkeit zusteuerte ist tragisch und hat zu der Machtergreifung einer Verbrecherclique geführt. Das sind aber zwei zu unterscheidende Fakten.
Die Bezeichnung "Quasselbude" durch die Nazis beweist deren feindselige Einstellung gegenüber einer echten Demokratie und wertet Weimar auf diese Weise ehrenhaft auf.

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Martin Fettke
Martin Fettke (MF-KO) - 13.12.2012 13:21 Uhr

Dr. Murkes gesammeltes Schweigen...

Hätten Sie geschwiegen, Herr "DrMurke", wären Sie ein Philosoph gewesen. "Den Laden..." von "...noch so fragwürdigen Politikern" aufmischen lassen, ist die gleiche unterste Schublade, die Sie den Berlusconi-Gegnern vorwerfen und erinnert fatal an die Worte von der "Quasselbude", mit der einst ein fragwürdiger Politiker die Weimarer Republik aufgemischt hatte.

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13.12.2012, 11:26 Uhr

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