Home
http://www.faz.net/-gpf-791ky
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Türkei und EU Westerwelle wirbt deutlich wie nie für türkischen EU-Beitritt

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich so deutlich wie nie zuvor für einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union ausgesprochen. In einem gemeinsam mit dem türkischen Außenminister Davutoglu verfassten Artikel in der F.A.S. werden „weitreichende Reformerfolge“ in Ankara hervorgehoben.

© AFP Vergrößern Für den EU-Beitritt der Türkei: der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu (links) und sein deutscher Kollege Guido Westerwelle, hier bei einem Besuch in Istanbul 2010

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich so deutlich wie nie zuvor für einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union ausgesprochen. In einem gemeinsam mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu verfassten Artikel, den die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ veröffentlicht, heißt es, beide Länder wollten „dem türkischen Beitrittsprozess neuen Schwung geben“. Die Türkei habe weitreichende Reformen vorangetrieben, die den gemeinsamen Grundwerten „Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit“ verpflichtet seien. Dabei habe es „große Fortschritte“ gegeben. „Reformerfolge in Ankara sollten sich auch positiv im Verhandlungsprozess über den EU-Beitritt der Türkei niederschlagen“, so Westerwelle und Davutoglu.

Auf die angespannte Situation zwischen der Türkei und Deutschland vor dem Beginn des NSU-Prozesses gehen die Minister nur indirekt ein. Respekt und Verständnis von Deutschen und Türken füreinander „dürfen nicht durch Extremisten am Rande der Gesellschaft aufs Spiel gesetzt werden“, heißt es in dem Beitrag für die F.A.S. Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit dürften „nirgendwo einen Platz haben“.

Westerwelle und Davutoglu wenden sich auch gegen eine negative Bewertung der türkischen Auswanderung nach Deutschland. „Nach mehr als 50 Jahren türkischer Migration dürfen wir feststellen, dass weitestgehend Eintracht und Friedlichkeit die Präsenz der türkischen Gemeinschaft in Deutschland geprägt hat“, schreiben sie. Türkisch stämmige Künstler, Sportler und Unternehmer seien „Teil eines pluralen und wohlhabenden Deutschlands geworden“.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.S.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ehemaliger Außenminister Schweigen über Westerwelle

Ein Politiker verschwindet von der Bühne. Der frühere FDP-Vorsitzende und Außenminister Guido Westerwelle kämpft gegen den Krebs. Manche schreiben Abschiedsbriefe. Manche tun, als wäre er nie dagewesen. Mehr Von Peter Carstens, Berlin

05.04.2015, 17:34 Uhr | Politik
Ankara Schlägerei im türkischen Parlament

Schon zum zweiten Mal sind die Abgeordneten in Ankara aneinandergeraten. Grund war eine Debatte über die Polizeibefugnisse während Demonstrationen. Mehr

20.02.2015, 16:33 Uhr | Politik
Genozid an Armeniern Es war einmal ein gutes Osmanisches Reich

In türkischen Schulbüchern wird der Völkermord an den Armeniern geleugnet. Stattdessen lernen Zehntklässler, es habe ein Armenierproblem gegeben, das gelöst worden sei. Mehr Von Michael Martens, Istanbul

17.04.2015, 20:53 Uhr | Politik
Türkei Tränengas gegen demonstrierende Lehrer

In Ankara ist die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Lehrer vorgegangen, die für eine säkulare Erziehung demonstriert hatten. Mehr

02.01.2015, 10:27 Uhr | Politik
Debatte über Armenien Steinmeier: Streit nicht auf einen Begriff reduzieren

Außenminister Steinmeier warnt davor, den Streit im Bundestag über das Massaker an den Armeniern auf den Begriff Völkermord zu reduzieren. Bisher hatte die Regierung zu den Auseinandersetzungen im Parlament geschwiegen. Mehr Von Majid Sattar, Tallinn

17.04.2015, 10:14 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.05.2013, 12:36 Uhr

Operation Massengrab

Von Reinhard Müller

Die EU scheitert nicht nur an einer gerechten Verteilung der ankommenden Flüchtlinge. Sie ist auch nicht in der Lage, vor ihren Küsten Menschen zu retten. Die eingestellte Marine-Aktion „Mare Nostrum“ droht zur Operation „Massengrab“ zu werden. Mehr 13 6