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Türkei und EU Westerwelle wirbt deutlich wie nie für türkischen EU-Beitritt

 ·  Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich so deutlich wie nie zuvor für einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union ausgesprochen. In einem gemeinsam mit dem türkischen Außenminister Davutoglu verfassten Artikel in der F.A.S. werden „weitreichende Reformerfolge“ in Ankara hervorgehoben.

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Wolfgang Laipple

Das Thema erledigt sich von selbst,

da es der Türkei - wie in fast allen europäischen Ländern - in allererster Linie um handfeste wirtschaftliche Vorteile geht. Euro-Träumer gibt es außer in D kaum irgendwo. Bei dem absehbaren Crash - die EU befindet sich bereits im freien Fall - müssten die Türken vom wilden Affen gebissen sein, wenn sie die Beitrittspläne ernsthaft weiter verfolgen würden.

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Gerhart Manteuffel
Gerhart Manteuffel (cem_m) - 16.05.2013 11:59 Uhr

Eine EU-Aussengrenze zu Syrien, Irak u.a. wäre wohl das Ende der EU.

Westerwelle wird eingelullt. Natürlich gibt es fortschrittliche, moderne Türken. Aber einerseits gibt es schon jetzt in Deutschland ein scheinbar unlösbares Problem mit der Integration (gestern gab es z.B. eine ARD Dokumentation über türkisch-arabische Schlägerbanden, die unglaublich viele Körperverletzungsdelikte in ganz Deutschland begehen) - andererseits kann wohl niemand wirklich eine EU Aussengrenze mit den oben genannten Ländern wollen. Die Menschen Europas wollen diesen Beitritt nicht. Die Angst vor dem Islam spielt dabei eine Rolle, der Karikaturen-Konflikt in Dänemark, der van Gogh Mord in Holland und vieles mehr ist dafür kausal. Westerwelle ist ein Gutmensch. Aber wenn er so weiter macht, sinkt die FDP im September unter 5%. Die Parallelgesellschaften und die Islamiserungsversuche in Deutschland sind den Bürgern mehr als eine Warnung - sie wollen nicht, dass der Koloss Türkei mit seiner islamistischen Tendenz in die EU kommt.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.05.2013 04:14 Uhr
Jan Wein

Wir haben uns das selbst eingelöffelt. Israel ist ein Produkt von WII

Israel gibt es erst seit 1945.

Wir Deutschen haben den Hauptgrund für Unruhe in Nah-Ost also selbst erschaffen. (manchmal überlege ich, ob es nicht besser für die Welt gewesen wäre, hätten die Alliierten einen Teil von Deutschland für Israel abgetrennt)

Die Welt nicht durch die rosarote Brille sehen ist okay, aber durch die Sonnenbrille erscheint sie meist dunkler als sie in Wirklichkeit ist.

Ohne Visionen wären wir jetzt noch in der Bronzezeit.

Soll heißen, wir sollten lieber versuchen, die Perspektive von den einzelnen beteiligten Parteien nachzuvollziehen und nicht Offenheit wird den Hass den Ost auf West hat eher legen als Panik vor der kleinsten Öffnung für ein moderat-islamisches Land (wie die Türkei).

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günther reichert

Außengrenze mit Syrien,Irak,möglicherweise auch Israel wäre ein gewaltiger Fehler der EU.

Westerwelle kann ich nicht verstehen.

Dauernd in die Händel der nächsten 500 Jahre hineingezogen werden ist kein Papenstiel.
Nichts gegen die Türkei,aber die Welt darf man nicht durch die rosarote Brille sehen.
Es wird lange dauern,bis Nah-Ost zur Ruhe kommen wird.

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Claus-peter Tabellion

Warum die Türkei wirtschaftlich so erfolgreich ist

liegt daran, daß die Lira frei abgewertet werden kann und ganze Heere von Billigstarbeitskräften nicht nur für unseren All_Inclusive Urlaub schuften. Die Reformerfolge können noch so groß sein Herr Westerwelle, solange Erdogan latent israelfeindlich ist und offenbar auch Sympathien für den Iran hegt, hat die Türkei in der EU nichts zu suchen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.05.2013 04:08 Uhr
Jan Wein

Schon, aber ist die Geschichte mit dem Iran nicht auch übertrieben?

Genau das ist unser Problem, wir werden die Sorgen der Welt nie friedlich lösen, wenn immer das schlechte in allen Ländern sehen. Der Iranische Premier wurde vom Parlament letztes Jahr bestraft, weil er junge Frauen, die keine Burka trugen, unterstützt hat.

So etwas gibt es in der westlichen Presse selten zu hören. (Kein Vorwurf an die Medien, denn bei der Fülle heutzutage ist es ja eigentlich kein Wunder, dass Nachrichten untergehen oder unabsichtlich einseitiger werden als gewollt.)

Im Grunde ist der Iran halb so schlimm wie es immer aussieht, die meisten Muslime sind so friedlich wie die meisten Christen. Indiens und Pakistanische Bürger eigentlich keine Feinde ...

Viele Länder haben Bomben, wenn man die Länder nicht alle über einen Kamm schert, werden sie sie auch nicht einsetzen. Aber wenn man sie einfach so ohne Fundament hetzt? Wir machen unsere Probleme selber. (siehe Irak, Israel, deren Erschaffung nach WII die Briten lieber mit Palästina im Dialog abklären hätten sollen)

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Peer Sylverstatt

Eines ist Sicher,

Die Türken sind die Aufsteiger Europas, zumindest aus wirtschaftlicher Hinsicht.

Das kann man wahrhaben wollen , oder auch nicht. Ganz nach belieben.
Nur Realität bleibt Realität.

Die Türkei ist stark und wahr mit der EU, oder ohne die EU.

SO wird es sein, oder ist bereits so.

Ich weiß viele andere VWLer meinen das nicht so, aber ich sehe was ich sehe.
Der Rest ist politische Interpretation.

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Peer Sylverstatt

Wahnsinn

Hass wohin man liest.
Die Türkei muss kein Mitglied der EU werden, wenn es keiner will. Die Türkei versteht das auch, ich glaube darüber braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Als Deutscher Europäer fände ich das ein wenig Schade, aber was solls.

Denn die Deutsch Türkische Freundschaft geht auf das Kaiserreich zurück.
Die Deutschen und Türken sind schon jetzt so sehr miteinander verbunden, dass eine Scheidung gar nicht mehr möglich ist.

Im übrigen, die Türkei würde es Heute gar nicht geben, wenn nicht Marschall "Otto Liman von Sanders" es nicht gegeben hätte. Der als General an die Osmanen ausgeliehen wurde.
Und wahrscheinlich mit seinem Wissen über Kriegsführung, unfreiwillig ein Vater der heutigen Türkei wurde.

Aber was solls, scheiß auf den Türken. Dann nehmt eure Bulgaren und Rumänen und was auch immer.
Wenn Sie besser sind, dann ist das völlig in Ordnung.

So ist das in der Ehe.

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Reinhold Wuest

Jenseits von Maastricht - Der deutsche Cameron will die EFTA

Wie man noch die letzten Unterstützer verliert, zeigt der Aussenminister. Sogar unter den EU-Protagonisten hat sich die Überforderung der EU als politische Union längst herumgesprochen. Frau Ashton selbst hat sich als EU-Aussenbeauftragte in der Erweiterungsmission auf dem Balkan 2011-12 nicht unbedingt Freunde gemacht. Angesichts der immensen Finanz- und Wachstumsschwächen ähnelt die EU zunehmend einer Entwicklungsländerzone. Vor etwas längerer Zeit wurde vor dieser Überforderung eindringlich gewarnt, als es um den Beitritt der osteuropäischen Staaten ging.
Jetzt haben wir den Salat: Eine politische Union ist Fiktion. Eine Währungsunion fast gescheitert, der Laden beatmungsreif, fast pleite. Bleibt eine Art erweiterte Freihandelszone plus Schengen. Diesem Modell redet Westerwelle das Wort. Er enpuppt sich als "falscher Cameron", der mit der weiteren Erweiterung die EU ad absurdum führt. Er macht sie zur EFTA - jenseits von Maastricht. Und da ist Platz für die Türkei und Israel.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2013 07:20 Uhr
Jan Wein

Ohne Osterweiterung wäre das nicht passiert? GR-Beitritt 1989, POR-Beitritt 1986, ...

Also wirklich das ist absoluter Salat, die Wachstumsschwächen auf die Osterweiterung zurückzuführen.

Spanien-Beitritt 1986. Irland-Beitritt 1973.

Oo, die Osterweiterung war wesentlich später. Und welche sind nochmal die schwächelnden Länder?

Wieso ist EU-Erweiterung absurd?
"Nach Vollendung von Zollunion und Einheitlichem Binnenmarkt im Rahmen der EWG stellte die EU eine neue Integrationsstufe auf dem Weg zu „einer immer engeren Union der Völker Europas” (Art. 1 EUV) dar. Mit der EU wird das langfristige Ziel des europäischen Einigungsprozesses stärker sichtbar, über die wirtschaftliche Integration hinaus schrittweise auch eine politische Union anzustreben; der Vertrag über eine Europäische Union (EUV) lässt offen, wie eine umfassende Union der Völker Europas gestaltet werden soll." (Gabler Wirtschaftslexikon)

Sind das schlechte Ziele? Nur weil man eine polit. Union als Ziel mithinzunimmt? Sind keine Visionen erlaubt? Eher sogar:In globaler Zeit, sind globale Lösungen angebracht!

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Ali Yigitoglu
Ali Yigitoglu (ayigit) - 14.05.2013 14:50 Uhr

Nein, die Türkei braucht kein

EU.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2013 16:03 Uhr
Christian Schubert

Ja genau!

Sehe ich auch so!

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Christian Schubert

Nein!

Die Türkei sollte nicht in die EU!
Und Deutschland sollte raus aus der EU!
Überhaupt sollte es keine EU geben; sondern ein Europa der Nationen!
Das fordert der "0rden der Patrioten" und ich kann mich dem nur anschließen!
Wir brauchen in Europa unabhängige Nationalstaaten mit eigenen Währungen!
Und die Geburtenraten müssen endlich wieder steigen!
Also liebe Patrioten;
wenn Ihr eurem Land einen Gefallen tun wollt, dann setzt viele Kinder in die Welt! :-)
Aber im Ernst; die niedrigen Geburtenraten sind ein Problem!
Das hat schon Eva Hermann in Ihrem Buch "Das Eva-Prinzip" erkannt!
Es muss endlich etwas getan werden!

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Rainer Lutzmann

5%-Hürde

Man kann es nicht mehr ertragen. Weiter so lieber Herr Westerwelle, mit jeder Aussage in diese Richtung schrumpft die Aussicht der FDP bei der Bundestagswahl.

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Wolfgang Balzuweit

Stünden die Türken noch auf der Linie Wien,

Adria, Südpolen, so täten wir uns auch mit dem Beitritt leichter.
Warum? Sie hatten somit eine ganze Menge von Ländern subsumiert, die es heute in der EU so schwierig machen. Also kein GR, kein BG, kein RO, kein Zypern, kein Ungarn und auch keine drohende Mitgliedschaft von SRB...Wir hätten statt vieler kranker Leute nur den einen kranken Mann.
Ironie aus.

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Pascal-Pierre Saunier

Nein, Danke!

Na so was! Nein, Nein, NO, NON, NEJ!!!

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kurt treier
kurt treier (kurt1111) - 13.05.2013 17:51 Uhr

dieser fdpler ....

er schadet momentan ja niemand, doch er verschwendet geld fuer seine weltreisen, die soviel nuetzen wie wasser in den rhein tragen. aber da gibts ja noch einen anderen fdpler, der in der welt herumreist, teppiche einfliegt und sich freut, dass er wieder reisen durfte.
da mag es aber noch einen anderen hindergrund geben? mit vielen anderen eu ländern steht es schlimmer als allgemein bekannt ist. was sehr wahrscheinlich ist. dann braucht die eu besonders deutschland natuerlich eine aufstrebende türkei die als nettozahler einspringen kann. das geschwafel von demokratie, menschenrechte und rechtsstaat glaubt keiner mehr, auch in de gibt es das nicht. demokratie=parteien-diktatur; die parteien machen was sie wollen. meinschenrechte = im buch ja, aber in der praxis werden waffen ueberallhin geliefert, wo sich keiner um menschenrechte kuemmert. ja, wir haben viele buecher ueber recht, aber ist das recht im sinne der zu vertretenden menschen? - nein. der mit geld und somit macht regiert.

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Joachim Arnold
Joachim Arnold (arnie39) - 13.05.2013 15:53 Uhr

Ob Bundespräsident, Außenminister, Entwicklungsminister oder gar auch Bundeskanzlerin....

.....:Sie alle reden den jeweiligen Gastgebern nach dem Munde. Manches mag ja geopolitisch oder makropolitisch gerechtfertigt sein, aber vieles scheint lediglich der Eitelkeit oder Überheblichkeit unserer Politikerkaste geschuldet zu sein. Losgelöst von den Zwängen der heimischen Politikszene, beseelt vom Wunsch, zu gefallen und in befremdlicher Überschätzung der Bedeutung Deutschlands, machen sie Geschenke und Zusagen, die dann vom deutschen Steuerzahler zu bezahlen, bzw. zu erfüllen sind.

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hartmut völkel

Geschichtslosigkeit

von Westerwelle und Co. ist kaum zu überbieten.
Unser Europa basiert auf dem Griechisch-römischen Erbe, dem Römischen Recht, dem Christentum und nicht zu vergessen auf Humanismus und Aufklärung.
In welchem Punkt stimmt die Türkei- zumal Erdogans Türkei- mit dem europäischen Erbe überein?
Die Grünen wie Roth, Trittin oder Cem kann ich ja noch verstehen; denn die tun alles um Deutschland zu schaden!!!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2013 06:51 Uhr
Jan Wein

Istanbul = Konstantinopel = Sitz des Kaisers des Christentums f. 1000 Jahre!

Sie haben das Christentum als Argument genannt. Das hieß für mich, die EU soll ausschließl. christlich sein. Im Netz findet man viele Seiten, die behaupten, wir befänden uns noch immer im Krieg mit dem Islam wie früher. siegeofvienna blogspot ist ein Bsp. Ich will nur nicht, dass wir Beitritte in die EU von Religion abhängig machen.

Natürlich haben Sie recht, dass wir auf abendländisches Gut basieren, wobei die Grenze zwischen Morgen und Abendland heutzutage mehr verschwimmt als vielleicht jemals zuvor. Sunniten, Moslems sind Kollegen von mir & sie sind alles andere als feindlich.

Ukraine ist vom Einfluss der Sovjetunion geprägt.

Wie Sie selbst sagten, ist die Türkei eines der beliebtesten Reiseländer. Da muss man sich fragen, warum alle Leute dorthin reisen und man sich dann allg. weigert nähere Bündnisse mit ihnen einzugehen?

Das Oström. Reich bestand dort fast 1000 Jahre (bis 1453)! Ist das keine Basis? Istanbul war Sitz des Kaisers des Christentums. Kreuzzüge => Kulturmischung

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hartmut völkel

Missverständnis

Was hat ihre Prämisse mit meiner Darlegung zu tun? Da kann ich keinen Zusammenhang erkennen.
Gleichwohl sollten sie die geschichtlich-kulturellen Wurzeln nicht minimieren; denn sie sind nun einmal das Erbe des abendländischen Europas.
Bzgl. der Türkei muss man einmal die Fakten von den Emotionen trennen. Die Türkei liegt bekanntlich nicht in Europa, sie ist ein islamischer Staat (sunnitischer Prägung), sie ist kein aufgeklärter, kein humanistischer, kein religionsfreier, kein demokratischer Staat westlicher Prägung. Aber, ein paar der o.g. Fakten strafen mich Lügen, wenn ich an Istanbul und die Tourismuszentren denke.
Die Türkei würde mit ihren ca. 75 Mio. Menschen und den o.g. Kriterien die EU völlig überfordern.
Dann nennen sie mir mal ein paar Gründe, warum etwa die Ukraine -ein europäischer Staat- nicht eher Mitglied der EU werden sollte.?

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Jan Wein

Vielleicht teilen sie mehr als man denkt.

Die Länder in einzelne Völker zu unterteilen, halte ich für fatal. Selbst im Römische Reich haben sich viele Kulturen verschmolzen.

Ich gebe zu, welche Religion die friedliebendste ist, darüber lässt sich streiten. Doch haben diese & derer ewige Zersplitterung in "bessere" und "wahrere" neu abgeleitete Religionen nicht eher zu Kriegen geführt? Das ist zumindest was die Geschichte lehrt. Protestanten gegen Katholiken sei als Beispiel genannt. Bei den Römern war das auch schon so, als die Avor, ein gefürchtetes, von den Weißen Hunnen vertriebenes Reitervolk, ins Oströmische Reich gelangte (sie waren zwar Christen, doch vertraten sie, dass Jesus Christus nur zwei und nicht drei der so wichtigen Elemente im Christentum in sich verkörpert). Das sollte sich als fatal herausstellen. Der Folgekrieg war fatal und hat das Weströmische Reich regelrecht erlegt.

Die Türken, eher: Thurkvölker, waren oft gnädiger als propagiert. Okay Menschenrechte. Wer ist schon perfekt? Daran muss man arbeiten!

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hartmut völkel

Geschichtslosigkeit

Westerwelle, Roth etc. scheinen keine fundierten Kenntnisse der europäischen Geschichte zu haben.
Zur Information: Unsere gemeinsamen

Wurzeln: 1. Griechisch-römisches Erbe 2. Römisches Recht 3. Christentum 4. Humanismus und Aufklärung

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Martin Bossung

Literaturtip: Ruprecht Polenz "Die Türkei gehört in die EU"

Faktenreich und überzeugend legt Ruprecht Polenz (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags in dem kleinen Bändchen, das im Körber-Verlag erschienen ist (Preis 10 Euro), warum die Argumente für einen EU-Beitritt überwiegen. Die Türkei wäre dann übrigens auch nicht mehr die Gleiche, wenn sie alle Zugangskriterien erfüllen wird. Wieso sollte man sie von vorneherein ausschließen und mit einer "privilegierten Partnerschaft" vertrösten. Wir wollen doch nicht, dass sich ein wichtiger strategischer Partner in Richtung mittelalterlichem Islamismus statt in Richtung westlicher Demokratie entwickelt.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.05.2013 18:46 Uhr
Jan Wein

Osteuropa & Türkei?

Es gibt nicht nur Probleme. Es fallen oft die schlechten Dinge mehr auf.
Ich sehe ja ein, dass es kulturelle Probleme geben mag. Doch ich sehe das in etwa so:

Subventionen => spalten das Volk => uneiniges Volk resultiert langfristig in einem Knall, wie auch immer der ausfallen möge

Grenzen => trennen das Volk => uneiniges Volk => Extreme werden geschürt => Knall

Ich denke, wenn wir einander keinen Grund geben würden, die jeweils andere Religion/Kultur/Lebensweise zu verachten, müssten wir einander nicht fürchten. Die Welt im Kern ist wach; zwar verteilt über den Globus,doch kriegerisch sind wir einander doch eigentlich nicht.
Doch so wie hier teilweise gedacht wird, so führt das unvermeintlich zu Krieg. Wieso denken die Leute in Hierarchien? In Unterschieden, anstatt Gemeinsamkeiten. Wir Deutschen haben uns auch vor nicht langer Zeit mit den Franzosen gerauft bis zum Untergang. Und, hat es was gebracht?
EU&€ sind Bunde,die es schwer haben. Wir zerfallen! Der Vorfahren Tod umsonst?

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Rolf Jonasson

@ Martin Bossung: Sie glauben also immer noch, dass "Zugangskriterien" ernstgemeint sind ...

.. und sogar das Wesen des Beitrittskandidaten verändern? Und Sie glauben wirklich daran, dass die unbestreitbare Tendenz der Türkei in Richtung "mittelalterlicher Islamismus" sich durch EU-Beitritt in Luft auflöst? Wo waren, Sie als die "ergebnisoffenen" Verhandlungen mit Bulgarien und Rumänien geführt wurden? Haben Sie wirklich nicht mitbekommen, dass diese Länder praktisch alle Hürden gerissen haben, um dann, natürlich auf Betreiben unseres fabelhaften Erweiterungs-Kommissars Verheugen, dennoch aufgenommen zu werden? Letzterer betreibt übrigens heute eine extrem gut gehende Beratungs-Agentur, die gegen Millionen-Honorare Rumänem und Bulgaren dabei unterstützt, noch scheller an die Subventions-Milliarden zu kommen. Die EU dient nur der Völkerverständigung und dem Frieden, der Euro ist eine Erfolgsgeschichte und niemand hat die Absicht, eine Mauer, ähhh eine Transfer-Union zu errichten. Schöne Träume noch, und viel Spaß mit Ruprecht Polenz, Ihrem Sponsor - armselige Propaganda!

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Hartmut Jacques

Träume, Träme

Sicher, Istambul ist nicht so weit von unseren Vorstellungen entfernt. Aber Istambul ist nicht die Türkei.
Wenn die Türkei in die Eu aufgenommen werden sollte, dürfte der EuGH über viele Jahre erfolglose Überstunden machen müssen. Es ist kaum anzunehmen, dass die Türkei, insbesondere die kleinasiatische Türkei, sich den westlichen Gesetzmäßigkeiten, die ja dann für sie verbindlich werden, anpasst.
Und wer Erdogan kennt, muss wissen, dass das derzeit ohnehin ausgeschlossen ist. Auf keinen Fall wird es mit einer EU, die von der Kommission bestimmt wird, gehen, die die Gleichmacherei auf ihre Fahnen geschrieben hat. Eine Türkei unter Erdogan wird keinesfalls dem folgen. Und Erdogan sowie seine Nachfolger im Geiste werden mehr Zulauf denn je haben.
Westerwelle will wohl unbedingt noch eine Duftmarke setzen, bevor er in die Wüste geht. Wie weiland Willi Weyer mit einer Gebietsreform, die ein ebensolcher Unfug war. (NB Willi Weyer war seinerzeit Innenminister von NRW)

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Detlef Wittig

schluck...

ich hoffe stark, sie meinen nicht die real praktizierte westliche Demokratie, in die sich die Türkei ihrer meinung nach hin entwickeln soll.
Dann doch lieber der mittelalterliche Islamismus- da weiß man wenigstens wo man dran ist.

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serena Di Montenero

Dilemma und Ehrlichkeit

Europa kann nicht mit der Türkei, aber ebensowenig ohne die Türkei. Die Türkei lässt sich nicht auf eine priviligierte Partnerschaft mit der EU ein. Somit ist diese Diskussion nicht zielführend.
Europa sollte endlich eine ehrliche Aussage treffen, wie man sich in der Frage positionieren will, mit all den möglichen Konsequenzen. Dies ist ja die Forderung der Türkei seit langem. Europa kann sich nicht entscheiden, da liegt doch das eigentliche Problem.
Das Risiko, dass ein zweiter Iran als unmittelbarer Nachbar entstehen könnte, bzw ein Stützpunkt der Hisbollah, ist natürlich nicht prickelnd, muss aber in letzter Konsequenz hingenommen werden. Eine EU mit der Türkei ist aber ebensowenig denkbar. Also dann lieber Konsequenz Nr 1.

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Rolf Jonasson

Eines sollten die meisten Foristen hier sich aber mal in Erinnerung rufen: Auch Herr ...

.. Westerwelle schwadroniert hier über genau das, was fast alle anderen Parteien ganz bestimmt und unverrückbar wollen, nämlich den EU-Beitritt der Türkei! Insbesondere Rot-Grün ist hier wild entschlossen, allen voran Claudia Roth ist eine glühende Verfechterin den Wqahnsinns; lediglich CDU und CSU zieren sich gelegentlich noch etwas und faseln von "privilegierter Partnerschaft". Ansonsten herrscht große Einigkeit, wieder mal und vor allem gegen die Interessen der Mehrheit; ich jedenfalls kenne niemanden, der das für eine gute Idee hält. Insofern ist das Westerwelle- und FDP-Bashing hier bestenfalls ein Stellvertreter-Krieg oder zeugt von fehlender Information über die jeweilgen Parteiprogramme. Ich habe diesen an sich bekannten Umstand neulich mal einem unfassbar treuen Dauer-SPD-Wähler vor Augen gehalten, der daraufhin fast einen Herzkasper bekam. Drum trau, schau wem!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.05.2013 07:11 Uhr
Jan Wein

Warum fahren dann so viele in den Urlaub nach Türkei?

Die EU mag die Grenzen einander öffnen, aber ist das ein Problem? Wir reisen nach Türkei -- und sind wir tot? Ermordet worden von extremen Islamisten?

Ich weiß nicht, wieso alle dorthin in den Urlaub fahren, dann aber sagen: Ach Gott, Türkei? Nein Niemals, das ist ja ganz ein anderes Land. Ist es eben nicht! Ländern aus dem Südosten der EU ist es ähnlich, vll. ähnlicher als Deutschland und GB mit starkem germanischen & schwedischem Einfluss.

Es mag Verbesserungswürdigkeiten geben, vll. eine Garantie für Grundrechte. Doch sind die Zustände in der Türkei schlimmer als in Bulgarien? EU-Land!

Ich glaube, es ist eher der Islam der die Leute abschreckt. Da drückt der Schuh. Trotz der Geschichte der Kirche mit Hexenverbrennung, 2 Kreuzzüge, Inquisitionen bis spät ins 20. Jh. (z.B. Spanien) oder mit den sexuellen Vorfällen? Ist unsere Weltkirche wirklich so geistlich? Also ich weiß nicht, an der Religion sollte man es wirklich nicht messen. Kirche != Christentum, Islam != Auslegung dessen.

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Helga Zießler

Zum Glück, Herr Jonasson,

hängt die Zustimmung zum Beitritt doch nicht allein von Deutschland ab, soweit mir bekannt. Und wenn solche Leute wie Westerwelle oder die qietschebunte Pop-Chlaudia dafür sind - dann ist noch lange nicht gesagt, dass die anderen EU-Länder derselben Meinung sind.

Warten wir mal ab - Westerwelle wollte wieder mal darauf aufmerksam machen, dass er wundersamerweise immer noch da und Deutschlands oberster Diplomat ist (was nicht unbedingt für Deutschlands Elite spricht).

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Bernhard Schumacher

Herr Westerwelle sollte mal versuchen, in der Türkei einen Job zu bekommen

Fortschritte in der Türkei??? Ich lach micht tot!!! Aus den Informationsblättern des Deutschen Generalkonsulats in der Türkei:

Nach den Bestimmungen des Gesetzes Nr. 2007 (türkisches Amtsblatt vom 16.06.1937) über “Gewerbe und Dienstleistungen, die in der Türkei türkischen Staatsangehörigen vorbehalten sind”, dürfen Ausländer in der Türkei die unten angegebenen Berufe nicht ausüben:

Straßenhändler, Musiker, Fotografen, Schriftsteller, Makler, Hersteller von Bekleidungsartikeln, Hüten, Schuhen, Börsenmakler, Verkäufer der Produkte des Staatsmonopols, Fremdenführer und Dolmetscher, Arbeiter in der Bau-, Eisen- und Holzindustrie, ständige oder zeitweise Arbeiter im Transport- und Nachrichtenwesen und bei Wasser-, Beleuchtungs- und Heizungsinstallationen, Ein- und Ausladung bei Landtransporten, Fahrer und Beifahrer, jegliche handwerklichen Arbeiter ... usw.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.05.2013 10:42 Uhr
heike buttkus
ulrich buttkus (loewe53) - 13.05.2013 10:42 Uhr

Herr Schumacher

Das sind ja tolle Aussichten was für ein Fortschritt.Mit anderen Worten,Deutsche wandern nicht nach der Türkei aus ,sondern noch mehr Türken-Kurden nach Deutschland.Hier in Deutschland hat man die Möglichkeit ins Soziale
Netz zu kommen und Versorgt zu sein.

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Rolf Jonasson

Unser Außenminister-Darsteller glaubt also an weitreichende Reformerfolge ihn der Türkei, explicit..

.. meint er damit auch Erfolge bei "mehr Rechtsstaatlichkeit". Kennt Herr Westerwelle den Straftatbestand "Beleidigung des Türkentums", der schon mal unliebsame Studenten oder Journalisten, gern auch Ausländer, ins Gefängnis bringt, weil sie wahrheitsgemäß Dinge sagen, die Herrn Erdugan nicht passen? Müssen wir nun damit rechnen, dass dieser Straftatbestand nach dem Beitritt - der garantiert am Ende der "ergebnisoffenen" Verhandlungen steht EU-weit eingeführt wird? Weiß Herr Westerwelle um die Christenverfolgung in türkischen Provinz-Städten? Will er nicht sehen, dass die Türkei sich gerade mit wachsender Geschwindigkeit in Richtung Nationailsmus, Diktatur und Islamismus bewegt? Ach so, das ist ja gar kein Problem, denn seit Banken- und Euro-Rettung wissen wir ja, dass demokratische Grund-Regeln rein einigungsmäßig als hinderlich angesehen werden. Wenn ein "Parlament" als Feigenblatt genügt, bei dem noch nicht mal das one-man-one-vote-Prinzip gilt, muss man mit allem rechnen, oder?

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11.05.2013, 12:36 Uhr

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