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Türkei-Reise : Merkel besucht Patriot-Truppen

  • -Aktualisiert am

Freundlicher Empfang: Merkel auf dem Flughafen von Gaziantep in der Nähe von Kahramanmaras Bild: dpa

Angela Merkel hat zu Beginn ihrer Türkei-Reise das deutsche Patriot-Truppenkontingent besucht. Die Kanzlerin will später Gespräche mit Gül und Erdogan über Syrien, Iran und einen möglichen EU-Beitritt führen.

          Mit einem Besuch bei dem deutschen Patriots-Truppenkontingent im Südosten des Landes hat Bundeskanzlerin Angela Merkel einen zwei Tage langen Türkei-Besuch begonnen. Frau Merkel traf am Sonntagnachmittag an dem Stationierungsort in Kahramanmaras ein. Dort sind jene etwa 300 Bundeswehrsoldaten stationiert, die für den Einsatz der Patriot-Raketen zuständig sind und mögliche Raketenangriffe aus Syrien verhindern sollen.

          Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hatte sich dort schon am Samstag aufgehalten; er hatte gemeinsam mit der niederländischen Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert sowohl den deutschen als auch einen niederländischen Patriot-Stationierungsort angeschaut und der Türkei eine unbefristete deutsche Unterstützung zugesichert. Wegen der Beteiligung der niederländischen Verteidigungsministerin an dem Besuch hatte die Bundesregierung an dem - an sich ungewöhnlichen - kurzfristigen doppelten Besuch zweier Kabinettsmitglieder in Kahramanmaras festgehalten.

          Besuch christlicher Traditionsstätten

          An diesem Montag wird Frau Merkel zunächst christliche Traditionsstätten in der Türkei besichtigen; bei Göreme sollen Höhlenklöster besucht werden. Das touristische Programm wurde seitens der Bundesregierung damit erklärt, Frau Merkel wolle an christliche Traditionen der Türkei erinnern. Vor allem der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder hatte öfters beklagt, die Freiheit der Christen in der Türkei werde eingeschränkt.

          Anschließend wird Frau Merkel in Ankara von Staatspräsident Abdullah Gül empfangen und mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprechen. Dabei dürfte es auch um die Lage in Syrien, das Nuklearprogramm des Iran und auch das schwierig gewordene Verhältnis der Türkei zu Israel gehen. Als weitere Gesprächsthemen waren die Verhandlungen über den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union und Visa-Angelegenheiten in Aussicht genommen worden. Frau Merkel lehnt einen Beitritt der Türkei zur EU noch ab und bevorzugt das Modell einer „privilegierten“ Partnerschaft. Doch gibt es mittlerweile auch in der EU-Kommission Zweifel, ob sich dieses Modell werde verwirklichen lassen können.

          In einer Videobotschaft hatte sich die Bundeskanzlerin vor ihrer Abreise abermals skeptisch über einen EU-Beitritt der Türkei geäußert. Die Verhandlungen würden „ergebnisoffen“ geführt. „Ich bin dafür, dass wir ein neues Kapitel in diesen Verhandlungen eröffnen, damit wir vorankommen und das werde ich auch mit der türkischen Regierung besprechen“, sagte Frau Merkel.

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