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Traumhafte Zinsen Mein Konto in Zypern

 ·  Bei der Hellenic Bank in Nikosia ist man kurz irritiert, als ich mit meinem Plan rausrücke: Ich will ein Konto eröffnen. Es wird mir Zinsen bringen, von denen meine Hausbank in Bienenbüttel nur träumen kann.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (43)
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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 01.04.2013 11:55 Uhr

Selbsthilfe muss sein !

Erst hat die zypr. Regierung den Angestellten im ÖD quasi im Halbjahrestakt den Lohn erhöht,
ganz nach griechischem Beispiel, Steuern und Abgaben wurden nicht konsequent erhoben und
dann stiegen die Zinsen für Einlagen. Das sind die Gründe für die Staatspleite. Im privaten Sektor ist alles gesünder: Die Petrodollars der Russen gibt es wirklich, daher ist es völlig ungerecht, diesen stellvertretend das Geld wegzunehmen. Der gemeine Zypriot hat das Vierfache des gemeinen Deutschen auf der hohen Kante und 1/4 (!) mehr Gehalt. Wieso "Arme" schonen, die keine waren und sind. In Spanien und Italien sind die Mißverhältnisse noch krasser, wie "DIE ZEIT" gestern schrieb. Der Umfang an Eigenheimen ist dort größer. Die Lebensgrundlage ist also da. Es wird mit der Rettung weit übertrieben, Selbsthilfe ist dort Trumpf.

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Anton Paschke

Traumhafte Zinsen

Vor etwa 20 Jahren sind Anleihen in Australischen, spaeter auch Neuseelendischen Dollars in Europa in Mode gekommen. Die brachten etwa 15 Prozent Zins. Zur gleichen Zeit brachte ein Bankkonto in Australien 24 Prozent. Die Erklaerung ist einfach: die Urlauber suchen Sonne und Strand und interessieren sich nicht fuer Land und Leute.

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Johann Beginn
Johann Beginn (jbeginn) - 01.04.2013 10:57 Uhr

Wo haben diese Banker Ihren Job gelernt?

Schön geschrieben! Aber was soll aus diesen Banken werden, wenn die so weitermachen? Wenn sie diese Zinsen verdienen wollen, müssen sie das Geld in hochriskante Anlagen investieren. Mann sollte alle Banken in Zypern unter Zwangsverwaltung stellen und die Banker noch einmal in die Lehre schicken.

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fritz Teich

„Customer relationship officer“

"Margarita Marathefti."

Einige Witze waren sehr bloed, aber das war gut.

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Harald Jentzsch

Frisch vermählt?

Wirklich amüsanter Artikel. Was der Autor uns aber nicht verraten hat: Er hat neben seiner Wasserrechnung auch noch eine standesamtsfrische Heiratsurkunde vorgelegt. (Herzliche Gratulation zum jungen Glück! Oder haben Sie da geinstanbult, Herr Martens?) Nur dann bekommt er nämlich die genannten 4,1% und die auch erst ab einem Anlagebetrag von 25.001 € auf dem "6 Months Fixed Deposit" für "Newlyweds". Seitens der Bank gibt es dann allerdings sogar noch bis zu 250 € obendrauf.
Für einfache Spargelder gibt es je nach Höhe der Einlage und Ankündigungsfrist von Abhebungen von 0,5%-2% Zinsen (letztere ab einer Einlage von 17.087 €).
Alle Angaben lt. Online-Seite der Hellenic Bank. Aber vielleicht hat Herr Martens ja eine persönliche Charmeoffensive gestartet und auf diese Weise Sonderkonditionen für sich herausgeholt. Zuzutrauen wäre es ihm.

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Anton Paschke

Erfahrung

Konkrete Anlageempfehlungen laesst die FAZ nicht durch. Aber 9 Prozent sind heute durchaus zu haben.

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Hans Gesell

ein schöner beweis

dafür, wie die eu geld zum fenster rausschmeißt - und alles geht munder so weiter. wie lange wollen wir die eigentlich noch machen lassen?

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joachim tarasenko

Was ist denn so lustig an der Sache?

Ich hab keinen Humor mitbekommen, bestenfalls Satire. Lachen konnte ich darüber nicht.
Sicher, gut geschrieben. Aber die Pointe ist doch offensichtlich. Gierige Westbanken zocken
uns ab. Was gibts da zu lachen?

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Hans Müller
Hans Müller (testo001) - 31.03.2013 11:11 Uhr

Nett!

Auf einer Augenhöhe mit Don Alphonso. Wrklich nett geschrieben. Und auch das Datum... 4.1% kurz vor dem 1. April. Denn morgen würde man den Zinssatz für einen Aprilscherz halten. Ist er aber nicht...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.04.2013 08:05 Uhr
Anton Paschke

Feiertage

Italien hat traditionell viele katholische Feiertage. Die Regierung Berlusconi hat die meisten davon auf einen Sonntag verlegt.

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Johannes Eckstein
Johannes Eckstein (dc-3) - 31.03.2013 10:39 Uhr

Schön geschrieben -

aber Herr Martens macht genau das, was den bösen Spekulanten immer vorgeworfen wird: er kassiert überhöhte Zinsen und vertraut darauf, dass sein Kontostand durch die Einlagensicherungsvorschrift bis 100.000,-- gesichert wird. Er trägt also nicht das Risiko, das den 4,1% Zinsen gegenübersteht. Das ist nicht in Ordnung, ökonomisch nicht und moralisch auch nicht.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.03.2013 19:58 Uhr
Johannes Eckstein
Johannes Eckstein (dc-3) - 31.03.2013 19:58 Uhr

Stimmt nicht ganz

Natürlich sind 4,1 prinzipiell ok. Aber ich behaupte mal, dass Herr Martens sein Konto nicht eröffnet hätte, wenn es die Sicherheitsgarantie, die auf Kosten Unbeteiligter gegeben wird, nicht gäbe. Und dieses Profitieren auf Kosten Unbeteiligter finde ich nicht in Ordnung.

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Werner Grunewald

Wie bitte? Nicht in Ordnung?

4,1% Zinsen sind nicht überhöht. Wenn Sie jemandem 1.000 Euro leihen und er gibt ihnen nach 1 Jahr 1.041 Euro zurück, dann ist das sehr wohl in Ordnung. Sowohl ökonomisch als auch moralisch. Es ist ein ganz normales Leihgeschäft, das beiden Seiten nützt.

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Anton Paschke

Herr Martens

haelt sich an die geltenden Vorschriften. Wer solche Vorschriften macht ist vielleicht ein Idiot, aber maechtig und gut bezahlt ist er sicher.

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Closed via SSO

Konsequent durchgedacht:

Leute legt bei 50 Banken in Europa je maximal 5000 Euro an. Das dürfte vor einem Hair-Cut bewahren und sichert in Südeuropa durchweg gute Zinsen.

Gut, die Bankordner werden größer mit den Online Accounts zu diesen Konten, aber mein Gott: ohne Arbeit kein Profit.

Dafür bekommt man für 250.000 Euro ca. 4% Zinsen, also 10.000 Euro per anno. Immerhin mehr, als die lächerlichen 750 Euro in Bienenbüttel. Für 9250 Euro lohnt sich doch eine Investition von ca. 100h Arbeit pro Jahr ;-)

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.03.2013 15:07 Uhr
Martin Günther

Keine zwei Plünderungen verlaufen genau gleich...

...und da der Trick mit dem Verstreuen des Geldes über viele Konten so schön naheliegend ist, wird die nächste Plünderung möglicherweise koordiniert über einen Abgleich der verschiedenen Kreditinstitute vorgenommen - genau so, wie es recht bald auffliegt, wenn Sie versuchen, mehrfache Freistellungsaufträge zu erteilen, wird man das Umgehen der Konfiskation durchschauen können.

Na ja, bei internationaler Streuung mag es noch etwas länger dauern, bis es einen einholt...

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joachim tarasenko

Ich hab immer von Banken profitiert, wie , das erzähl ich hier nicht

Die Deutschen vertrauen lieber der Involvenzverwalterin. Dann können sie nach den Wahlen jammern.

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Hans-Ulrich Pietz

Wie gehabt. es geht also weiter, das Geschäftsmodell Zypern!

Auch in Deutschland müssen Sparer und Rentner (in den alten Bundesländern) darauf einstellen, daß wir dieses Geschäftsmodell auch zukünftige immer stützen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.03.2013 21:57 Uhr
Ulf Schlottermüller

Wieso die Sparer und Rentner nur in den alten Bundesländern?

Ich verstehe nicht ganz, was Sie meinen, Herr Pietz.

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Horst Schmidt

Bei 4,1% p.a. kann das nächste Rettungspaket ja nicht weit sein

4,1% für Kleinsparer (Was mögen wohl erst Großanleger bekommen?), Identifikation des Anleger durch Strom- oder Wasserrechnung, ist schon alles unglaublich. Ich nehme mal an, eine "Bankenaufsicht" existiert in Zypern immer noch nicht.

Wobei man böswillig fragen kann: Existiert sie denn bei uns?

Ein toller Artikel!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.03.2013 11:58 Uhr
joachim tarasenko

Das Geld liegt nur auf andren Konten, es wurde nicht weniger

Man könnte recherchieren in welchem Ausmaß die Bereicherung einer bestimmter Schicht mit den Pleiten der EU Länder einher geht. Dann liegen Sie in etwa richtig. Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur die Konten gewechselt.

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Christian Bergisch

Kleine Korrektur: Die Strom- oder Wasserrechnung dient nicht der Identifikation,

sondern als Nachweis des ständigen Wohnsitzes im Ausland. Ist auch bei uns üblich, sofern der Wohnsitz nicht aus dem Legitimationspapier (Personalausweis, ID-Karte oder Reisepaß) hervorgeht. Was die Aussicht auf das nächste Rettungspaket angeht, bin ich bei Ihnen. Die menschliche Gier vergeht nicht.

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Teito Klein

Eine plastische Beschreibung

Bei dieser Bank würde ich auch ein paar Euro anlegen. Sie bieten gute Zinsen und scheint - im Gegensatz zu anderen - relativ solide zu sein.
Obwohl: "Die kleinere Hellenic Bank, die einem Schuldenschnitt dank ihrer besseren Finanzlage entging, war den Berichten zufolge nur in ein problematisches Geschäft verwickelt. Sie soll 543.000 Euro eines Kredits über 1,65 Millionen Euro an eine Firma erlassen haben, die einer kleinen Partei gehöre."
Quelle: Spiegel

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Stefan Derrick

Alternative

Als Alternative möchte ich ein Sparkonto bei der DNB in Norwegen vorschlagen: 3,3% ohne Bindung.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.03.2013 13:33 Uhr
Dietmar Fleischhauer

Schöner Vorschlag mit kleinem Haken

Jedenfalls für mich: "if you live outside Norway ... The minimum deposit requirement is EUR 100 000 in Norwegian Kroner."

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Rainer Egold

Was hat

die schöne Geschichte mit Solidarität zu tun? Es ist doch eher ein Spiel, eine Wette, meinetwegen eine Geldanlage, also ein Geschäft. Und wer eine gründliche Risikoabwägung trifft, frei verfügbares Geld hat, wieso soll dieser nicht sein Geld dort anlegen, zumal unter 100000 €?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.03.2013 13:49 Uhr
Anton Paschke

eBanking

Ich habe eBanking nicht wollen, meine Hausbank hat mich gedraengt. eBanking hat mein Spielfeld vergroesser: Sankt Petersburg oder Sao Paulo, Santa Cruz oder Islamabad?
at your fingertips... Sorgfaeltiges Studium der Gesaetze und Vorschriften des jeweiligen Standortes ist selbstverstaendlich noetig, Rueckschlaege sind zu erwarten.
Eine typisch Schweizer Anlage-Idee: auf die provisorische Rechnung des Steueramtes mehr zu bezahlen als noetig. Da gab es vor zwei Jahren noch 5 Prozent Zins. Bei uns im Dorf hat das auch einer gemacht, ist in eine Kampfscheidung geraten und das Steueramt hat das Geld an seine Adresse geschickt - wo inzwischen aber nur noch die Frau wohnte. Totalverlust!

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Helge Knorr

Was soll uns der Artikel sagen?

Zinsen sind ein Ausdruck von Sciherheit, wenn Ihnen eine Bank 3,9 bzw über 4 % zahlt und ihnen ihre solide VR Bank 0,3 % wieso wollen Sie Geld vernichten?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.03.2013 10:31 Uhr
Christian Bergisch

Absolut richtig, was Sie schreiben.

Aber Gier schaltet den Verstand aus. Wenn es dann zum Schluß wieder kracht und es ans Eingemachte geht, ist das Geschrei wieder groß. Viele Leute haben den Satz "There is no free lunch" (noch) nicht verinnerlicht.

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joachim tarasenko

Leute legt Euer Geld in Übersee an.

1990 habe ich Bundesschatzbriefe gekauft zum Zinssatz von über 9%. Die Bankauszüge habe ich noch. Der Staat brauchte Geld, das leuchtete mir ein. Aber dass jetzt , wo das Geld knapper ist als je zuvor, überhaupt keine Zinsen mehr bezahlt werden,(auf Girokonten) das ist völlig. unverständlich. Im Gegenzug verlangt meine österreichische Bank 17% Überzugszinsen, die Deutsche 12,5%. Für mich ist das die reine Gier und Ver.........sche. Da kann ich ja auch eine Bank aufmachen wenn ich den Leuten keine Zinsen zahlen muss.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.03.2013 11:11 Uhr
Elisabeth Dreier

Brauchen nur als Einlage 20 Mio. €

Aber dies lässt sich ja auch leicht machen. Tun uns zusammen und gründen die "Arm aber Sexy Bank" in Berlin.

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Konstantin Schneider

Zynisch

Gemeiner kann man den Menschen vor Ort ihre Ohnmacht wirklich nicht aufzeigen. Von seiner Machart her gehört der Artikel in die unter Zynikern besonders beliebte Kategorie "Wer wird denn weinen?"

Dass Marlene Dietrich dieses Lied sang, dessen erste zwei Zeilen lauten:

Wer wird denn weinen, wenn man auseinander geht
Wenn an der nächsten Ecke schon ein Anderer steht

macht das Ganze besonders erbärmlich. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst wenige Leser sich durch solches Geschreibsel beruhigen lassen oder schlimmer noch, danach besser fühlen.

In Zypern werden gerade massenhaft Existenzen vernichtet und Herr Martens macht sich einen billigen Spass.

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Birgitt Taprogge-Schreiber

Mein Konto in Zypern

Habe den Text gerade zu Hause laut vorgelesen. Wir hatten viel Spass mit diesem feinen Humor.

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31.03.2013, 08:54 Uhr

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