http://www.faz.net/-gpf-8224c
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 11.04.2015, 18:22 Uhr

Schuldenkrise Eurogruppe enttäuscht über Gespräche mit Athen

Die Situation ist verfahren: Die Eurostaaten sehen keinerlei Fortschritte der griechischen Regierung bei den geforderten Strukturreformen. Ein kürzliches Treffen der Finanzstaatssekretäre beschreiben Teilnehmer gar als „erschütternd“.

© Reuters Auf dem Parlamentsgebäude in Athen weht die griechische Flagge.

In der Gruppe der Eurostaaten werden die bisherigen Gespräche mit Griechenland über Reformmaßnahmen als enttäuschend bewertet. Es gebe in der Frage von Strukturreformen keinerlei Bewegung auf griechischer Seite, erfuhr die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) von Vertretern der Eurogruppe. Athen sei nicht bereit, über eine Kürzung von Beamtenpensionen zu reden.

Mehr zum Thema

Ein Treffen der Finanzstaatssekretäre am vergangenen Mittwoch in Brüssel beschrieben Teilnehmer gegenüber der F.A.S. übereinstimmend als „erschütternd“. Die Griechen hätten einen neuen Vertreter geschickt, den Generalsekretär im Finanzministerium Nikos Theocharakis. Er habe „wie ein Taxifahrer“ immer nur gefragt, wo das Geld bleibe, und behauptet, sein Land sei in Kürze zahlungsunfähig. Die Vertreter der Gläubigerstaaten teilen diese Einschätzung jedoch nicht. Athen könne seine internationalen Verpflichtungen noch erfüllen. Wenn es Gehälter und Renten nicht voll auszahlen könne, sei das ein innenpolitisches Problem, hieß es.

Dieser Artikel ist aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Wenn Sie mehr davon lesen wollen, testen Sie die F.A.S. doch einfach als digitale Zeitung. Wie es geht, erfahren Sie hier ...

Die Vertreter der Eurogruppe gaben der Regierung Tsipras Zeit bis zum 20. April, um eine akzeptable Liste mit Reformen vorzulegen. Nur dann könnten EU-Kommission, EZB und IWF die Maßnahmen rechtzeitig vor dem Treffen der EU-Finanzminister am 24. April bewerten. In der Bundesregierung wurde darauf hingewiesen, dass Finanzminister Schäuble bei grundsätzlichen Änderungen am schon beschlossenen Reformprogramm vor einer Zustimmung das Votum des Bundestags einholen müsse.

© reuters, Reuters Griechenland: Athen zahlt Kreditrate

Quelle: F.A.S.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Griechenland Die EU vertraut dem Chefstatistiker

Der ehemalige Chef des griechischen Statistikamtes steht in einem skandalträchtigen Prozess vor Gericht. Die EU-Kommission sieht die Glaubwürdigkeit des ganzen Landes in Gefahr. Mehr Von Hendrik Kafsack, Brüssel

24.08.2016, 21:06 Uhr | Wirtschaft
All-In-One Kochen Zu Besuch auf einer Thermomix-Party

Was früher die Tupperware-Party war ist heute die Thermomix-Party. Teilnehmer und eine Vertreterin berichten über die Faszination des All-In-One Küchengerätes. Mehr

15.08.2016, 16:33 Uhr | Stil
Griechenland Ein Schauprozess gegen den Chefstatistiker

Athen braucht einen Schuldigen für die Krise der letzten Jahre. Jetzt startet eine Staatsanwältin einen Prozess gegen den früheren Chefstatistiker Andreas Georgiou – wegen Landesverrats. Mehr Von Tobias Piller

18.08.2016, 13:36 Uhr | Wirtschaft
Schuldenkrise Spaniens Kommunen geht finanziell die Luft aus

Die Gemeinde Pioz steht sinnbildlich für viele Kommunen in Spanien. Aus überdimensionierten Bauprojekten und leichtfertigen Investitionen in der Vergangenheit sind heute gewaltige Altschulden und Handlungsunfähigkeit geworden. Mehr

26.08.2016, 13:14 Uhr | Wirtschaft
Atatürk und die Flüchtlinge Der große Bevölkerungstausch

Nach dem griechisch-türkischen Krieg strömten im Jahr 1923 Muslime aus anderen Ländern in die Republik Atatürks. Wie löste die Türkei ihr damaliges Flüchtlingsproblem? Ein Gastbeitrag. Mehr Von Klaus Kreiser

18.08.2016, 22:19 Uhr | Feuilleton

Ein verlorener Ruf

Von Berthold Kohler

Nichts belastet das Verhältnis Deutschlands zu den ostmitteleuropäischen Ländern stärker als die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin. Mehr 335