In Oslo ist der EU am Montag feierlich der Friedensnobelpreis 2012 verliehen worden. Ratspräsident Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Parlamentspräsident Martin Schulz nahmen die Auszeichnung entgegen. Van Rompuy sagte in der Dankesrede, er hoffe, dass auch künftige Generationen stolz darauf sein könnten, Europäer zu sein. „Ich bin ein Europäer“, rief er unter Beifall des Publikums auf Deutsch.
Der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, legte dar, dass die EU dafür ausgezeichnet werde, dass sie auf Kompromissen, Zurückhaltung und Selbstkontrolle beruhe. Er erinnerte an die historischen Stationen von der deutsch-französischen Aussöhnung über den Fall der Berliner Mauer bis zur Erweiterung der EU nach Osteuropa. Angesichts der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise gehe es heute darum, gemeinsam dafür zu sorgen, „dass wir nicht verlieren, was wir auf den Ruinen von zwei Weltkriegen aufgebaut haben“.
Merkel und Hollande - Hand in Hand
Van Rompuy und Barroso hielten eine gemeinsame Dankesrede, während Schulz die Nobelmedaille entgegennahm. Van Rompuy sagte, Krieg sei heute in Europa unvorstellbar, aber nicht unmöglich. Die Aufgabe laute nun, Frieden zu bewahren, wo schon Frieden herrsche. Die gegenwärtige Krise sei ein wahrer Test für Europa. Die EU arbeite hart dafür, wieder Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen, werde dabei aber auch von einem Zusammengehörigkeitsgefühl geführt: der jahrhundertealten Idee von Europa. Barroso verwies darauf, dass die Nationalstaaten die heutigen Probleme nicht mehr alleine lösen könnten und bezeichnete „die föderale und kosmopolitische Vision“ der EU als einen der wichtigsten Beiträge zur entstehenden Weltordnung.
Zu der Preisverleihung waren viele Staats- und Regierungschefs der EU gekommen, die im Publikum saßen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande standen auf und nahmen einander unter großem Beifall an der Hand, als Jagland die deutsch-französische Aussöhnung würdigte. Der britische Premierminister David Cameron ließ sich durch seinen Stellvertreter Nick Clegg vertreten.
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