Home
http://www.faz.net/-gq4-74yu3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Nobelpreis-Verleihung in Oslo Krieg sei unvorstellbar - aber nicht unmöglich

Ratspräsident Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Parlamentspräsident Martin Schulz nehmen in Oslo den Friedensnobelpreis für die EU entgegen. Das Nobelpreiskomitee hebt Kompromisse, Zurückhaltung und Selbstkontrolle als Attribute hervor, auf denen die Union beruhe.

© AFP Vergrößern Herman Van Rompuy

In Oslo ist der EU am Montag feierlich der Friedensnobelpreis 2012 verliehen worden. Ratspräsident Herman Van Rompuy, Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Parlamentspräsident Martin Schulz nahmen die Auszeichnung entgegen. Van Rompuy sagte in der Dankesrede, er hoffe, dass auch künftige Generationen stolz darauf sein könnten, Europäer zu sein. „Ich bin ein Europäer“, rief er unter Beifall des Publikums auf Deutsch.

Nikolas Busse Folgen:      

Der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, legte dar, dass die EU dafür ausgezeichnet werde, dass sie auf Kompromissen, Zurückhaltung und Selbstkontrolle beruhe. Er erinnerte an die historischen Stationen von der deutsch-französischen Aussöhnung über den Fall der Berliner Mauer bis zur Erweiterung der EU nach Osteuropa. Angesichts der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise gehe es heute darum, gemeinsam dafür zu sorgen, „dass wir nicht verlieren, was wir auf den Ruinen von zwei Weltkriegen aufgebaut haben“.

Merkel und Hollande - Hand in Hand

Van Rompuy und Barroso hielten eine gemeinsame Dankesrede, während Schulz die Nobelmedaille entgegennahm. Van Rompuy sagte, Krieg sei heute in Europa unvorstellbar, aber nicht unmöglich. Die Aufgabe laute nun, Frieden zu bewahren, wo schon Frieden herrsche. Die gegenwärtige Krise sei ein wahrer Test für Europa. Die EU arbeite hart dafür, wieder Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen, werde dabei aber auch von einem Zusammengehörigkeitsgefühl geführt: der jahrhundertealten Idee von Europa. Barroso verwies darauf, dass die Nationalstaaten die heutigen Probleme nicht mehr alleine lösen könnten und bezeichnete „die föderale und kosmopolitische Vision“ der EU als einen der wichtigsten Beiträge zur entstehenden Weltordnung.

German Chancellor Merkel and French President Hollande hold up hands during the Nobel Peace Prize ceremony at the City Hall in Oslo © REUTERS Vergrößern Hand in Hand für Europa: Merkel und Hollande

Zu der Preisverleihung waren viele Staats- und Regierungschefs der EU gekommen, die im Publikum saßen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande standen auf und nahmen einander unter großem Beifall an der Hand, als Jagland die deutsch-französische Aussöhnung würdigte. Der britische Premierminister David Cameron ließ sich durch seinen Stellvertreter Nick Clegg vertreten.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Eklat in Paris Alle Gewalttaten werden von Muslimen begangen

Eigentlich wollte Frankreichs Staatspräsident François Hollande beim Empfang des jüdischen Dachverbands seine Pläne gegen den zunehmenden Antisemitismus vorstellen. Doch zuvor gab dessen Präsident noch ein umstrittenes Interview. Mehr

24.02.2015, 04:35 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Auftakt der Vermittlungsoffensive

Der Krieg im Osten der Ukraine droht zu einem Flächenbrand zu werden. Um das zu verhindern sind am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande nach Kiew gereist. Mehr

06.02.2015, 09:57 Uhr | Politik
Minsker Abkommen Russland und Ukraine verhandeln in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu weiteren Verhandlungen über die Krise in der Ostukraine nach Berlin eingeladen. Hohe Beamte sollen über die Umsetzung des Minsker Abkommens beraten. Die Staatschefs sind optimistisch. Mehr

02.03.2015, 23:29 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Merkel nimmt Gespräch mit Putin auf

Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Francois Hollande sind zu Gesprächen mit Russlands Präsident Putin in Moskau eingetroffen. Ziel der diplomatischen Initiative ist ein Waffenstillstand im Osten der Ukraine. Mehr

07.02.2015, 10:17 Uhr | Politik
Putin verärgert Niemand ist stärker als Russland

Der russische Präsident Putin hat verärgert auf die amerikanischen Überlegungen reagiert, die Ukraine mit Waffen zu unterstützen. Niemand sollte Illusionen haben, dass er eine militärische Überlegenheit über Russland erreichen könnte, sagte Putin. Unterdessen droht die EU mit weiteren Sanktionen. Mehr

20.02.2015, 20:42 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 10.12.2012, 17:47 Uhr

Ungewöhnlich dumm

Von Berthold Kohler

Die Verschwörungstheoretiker in Athen halten offenkundig alle anderen EU-Mitglieder für blöd. Man muss wohl griechischer Ökonomieprofessor sein, um das als klug anzusehen. Mehr 56 180