Home
http://www.faz.net/-gpf-74dfc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Nach Generalstreik und Massenprotesten Spanien hält an Sparpolitik fest

Trotz des Generalstreiks und 800.000 Demonstranten im gesamten Land will Spaniens Ministerpräsident Rajoy seinen strikten Sparkurs fortsetzen. Rückenwind erhält er von der EU.

© dpa Vergrößern Unbeirrt: Marian Rajoy am Dienstag in Valencia

Die spanische Regierung wird trotz des jüngsten Generalstreiks und der Massenproteste an ihrer Sparpolitik festhalten. Wie die Online-Zeitung „elpais.com“ am Donnerstag berichtete, will Ministerpräsident Mariano Rajoy nicht einen Deut von seinem Kurs abweichen. Madrid sehe sich auch von der Europäischen Union in seiner Haltung bestärkt.

EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte dem Defizitsünder Spanien am Mittwoch versichert, dass das Land vorerst keine Sanktionen Brüssels zu fürchten habe. Die Regierung habe für das laufende und das kommende Jahr ihre Aufgaben erfüllt, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Rajoy selbst hatte Anfang der Woche versichert, dass er das Unbehagen in der Bevölkerung verstehe, es zu seiner Sparpolitik aber keine Alternative gebe.

General strikes in Spain, Portugal over austerity measures © dpa Vergrößern Teilnehmer einer Demonstration am Mittwoch in Madrid

Im Rahmen europaweiter Proteste hatten in Spanien am Mittwoch nach Angaben des Innenministeriums 800 000 Menschen auf Kundgebungen im ganzen Land gegen die Einsparungen protestiert. Ein 24-stündiger Generalstreik legte die Großindustrie und weite Teile des Flug- und Schienenverkehrs lahm, hatte in anderen Bereichen der Wirtschaft aber kaum Auswirkungen. In Madrid und Barcelona lieferten sich radikale Gruppen in der Nacht zum Donnerstag Straßenschlachten mit der Polizei. Nach einer Bilanz des Innenministeriums gab es bei den Protesten insgesamt 155 Festnahmen und 77 Verletzte, darunter 43 Polizeibeamte.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Regionalwahlen in Spanien Verluste für Konservative, Aufwind für Podemos

Die Regional- und Kommunalwahlen in Spanien enden mit kräftigen Verlusten für die regierenden Konservativen, die jedoch stärkste Kraft bleiben. Für eine Überraschung sorgt Podemos in Madrid. Mehr

24.05.2015, 22:04 Uhr | Politik
Mit Hollande und Rajoy Merkel besucht Absturzstelle

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sind mit einem Hubschrauber im französischen Seyne-les-Alpes eingetroffen, um sich ein Bild von der Absturzstelle der Germanwings-Maschine zu machen. Mehr

27.03.2015, 14:19 Uhr | Gesellschaft
Nach Wahlergebnis In Madrid fallen die Aktienkurse

In Barcelona und Madrid haben Kandidatinnen der Protestpartei Podemos gute Chancen, die Rathäuser zu übernehmen. Die Kurse an Spaniens Börse stehen unter Druck. Mehr

25.05.2015, 14:03 Uhr | Finanzen
Partei Podemos Spaniens Linke fordert Ende der Sparpolitik

100.000 Spanier haben in Madrid ein Ende der Sparpolitik gefordert und die neue griechische Regierung gefeiert. Der Ärger der Demonstranten richtete sich gegen die Regierung und die Eliten des Landes. Mehr

07.03.2015, 12:13 Uhr | Politik
Spanien In linker Frauenhand

In Madrid und Barcelona werden wohl bald Politikerinnen aus der linken Szene regieren. Nach den Regional- und Kommunalwahlen sind Ada Colau und Manuela Carmena die neuen Gesichter der spanischen Politik. Regierungschef Rajoy schließt trotz des herben Stimmenverlusts seiner Partei einen Kurswechsel aus. Mehr Von Leo Wieland, Madrid

25.05.2015, 16:31 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.11.2012, 11:39 Uhr

Offensives China

Von Peter Sturm

Das chinesische Weißbuch zur Verteidigungspolitik zeigt, dass das Land sich ausdehnen will. Dieser Offensive muss mit diplomatischen Mitteln schnellstens und entschlossen entgegen getreten werden. Mehr 0