Home
http://www.faz.net/-gq4-74dfc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach Generalstreik und Massenprotesten Spanien hält an Sparpolitik fest

 ·  Trotz des Generalstreiks und 800.000 Demonstranten im gesamten Land will Spaniens Ministerpräsident Rajoy seinen strikten Sparkurs fortsetzen. Rückenwind erhält er von der EU.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (7)

Die spanische Regierung wird trotz des jüngsten Generalstreiks und der Massenproteste an ihrer Sparpolitik festhalten. Wie die Online-Zeitung „elpais.com“ am Donnerstag berichtete, will Ministerpräsident Mariano Rajoy nicht einen Deut von seinem Kurs abweichen. Madrid sehe sich auch von der Europäischen Union in seiner Haltung bestärkt.

EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte dem Defizitsünder Spanien am Mittwoch versichert, dass das Land vorerst keine Sanktionen Brüssels zu fürchten habe. Die Regierung habe für das laufende und das kommende Jahr ihre Aufgaben erfüllt, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Rajoy selbst hatte Anfang der Woche versichert, dass er das Unbehagen in der Bevölkerung verstehe, es zu seiner Sparpolitik aber keine Alternative gebe.

Im Rahmen europaweiter Proteste hatten in Spanien am Mittwoch nach Angaben des Innenministeriums 800 000 Menschen auf Kundgebungen im ganzen Land gegen die Einsparungen protestiert. Ein 24-stündiger Generalstreik legte die Großindustrie und weite Teile des Flug- und Schienenverkehrs lahm, hatte in anderen Bereichen der Wirtschaft aber kaum Auswirkungen. In Madrid und Barcelona lieferten sich radikale Gruppen in der Nacht zum Donnerstag Straßenschlachten mit der Polizei. Nach einer Bilanz des Innenministeriums gab es bei den Protesten insgesamt 155 Festnahmen und 77 Verletzte, darunter 43 Polizeibeamte.

  Weitersagen Kommentieren (0) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Gegen die Abhängigkeit von Moskau Spanien wirbt für Gas aus Algerien

Lieferungen aus Afrika könnten Europas Abhängigkeit von Russland verringern, findet die spanische Regierung. Das ist nicht ganz uneigennützig. Mehr

15.04.2014, 10:00 Uhr | Politik
Terrorabwehr in Großbritannien Aufstand der Lords

Die britische Regierung strebt ein strengeres Einwanderungsgesetz an, um Terrorverdächtigen leichter die britische Staatsangehörigkeit entziehen zu können. Bei der Abstimmung im Oberhaus kommt es zu einer schmerzhaften Niederlage. Mehr

08.04.2014, 15:43 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Kerry: Moskau stiftet Chaos

Washington verlangt konkrete Schritte Russlands zur Deeskalation des Ukraine-Konflikts: einen sofortigen Truppenabzug und ein Ende der Agitation. Russland weist jegliche Verantwortung zurück. Mehr

09.04.2014, 04:42 Uhr | Politik

15.11.2012, 11:39 Uhr

Weitersagen
 

Algerischer Verdruss

Von Christoph Ehrhardt

Die Hoffnung auf Reformen in Algerien ist nach dem abermaligen Wahlsieg Bouteflikas zerronnen. Bald dürften wieder Machtkämpfe in der Führung ausbrechen, um einen Nachfolger für den gebrechlichen Präsidenten zu bestimmen. Mehr 3 4