http://www.faz.net/-gpf-8h5ne

Brexit-Referendum : Tusk wirft Johnson „politischen Gedächtnisverlust“ vor

  • Aktualisiert am

Wegen seines Hitler-Vergleichs in der Kritik: der scheidende Londoner Bürgermeister Boris Johnson Bild: AP

Nachdem er in einem Interview die EU mit Hitler und Napoleon verglichen hat, steht Boris Johnson in der Kritik. EU-Ratspräsident Tusk bezeichnet seine Aussagen als „absurd“.

          EU-Ratspräsident Donald Tusk hat den Londoner Ex-Bürgermeister Boris Johnson wegen dessen Vergleich zwischen der EU und Adolf Hitler scharf kritisiert. Johnson habe „die Grenzen einer rationalen Diskussion überschritten und politischen Gedächtnisverlust offenbart“, sagte Tusk am Dienstag bei einem Besuch in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Johnson, Wortführer der EU-Gegner in Großbritannien, hatte mit seinen umstrittenen Äußerungen Stimmen vor dem Brexit-Referendum gewinnen wollen.

          Der Zeitung „Sunday Telegraph“ hatte Johnson gesagt, in Europa habe es immer wieder Versuche gegeben, den Kontinent nach dem  Vorbild des Römischen Reiches unter einer Regierung zu einen. „Napoleon, Hitler, verschiedene Leute haben das versucht, und es endete tragisch.“ Die EU sei der Versuch, „dies mit anderen Methoden zu erreichen“, fuhr der populäre Widersacher und Parteifreund von Premierminister David Cameron fort.

          Tusk erklärte nun, er könne dazu nicht schweigen. „Man müsste solche absurden Argumente ignorieren, wenn sie nicht von einem der einflussreichsten Männer der Partei an der Macht (in Großbritannien) stammten.“ Der EU-Ratspräsident versicherte, er wolle nicht in die politische Debatte in Großbritannien eingreifen, halte aber Johnsons Bemerkungen für „unverantwortlich“. 

          Der EU könne vieles vorgeworfen werden, sagte Tusk. „Aber sie bleibt der effektivste Schutzwall gegen die stets gefährlichen und oft tragischen Konflikte zwischen den Nationen Europas.“

          Weitere Themen

          Explosion in Kabul nahe einer Schule Video-Seite öffnen

          Afghanistan : Explosion in Kabul nahe einer Schule

          Bei einer Bombenexplosion in Kabul nahe einer Schule sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Angriffe der Taliban auf Armee und Polizei gegeben.

          Topmeldungen

          Der damalige Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino steht in der Kritik wegen angeblich unlauterer Vermittlungen in den Vergleichsverhandlungen mit Manchester City und PSG im Jahr 2014.

          Financial-Fair-Play : Uefa reagiert auf Football Leaks

          Die Veröffentlichung geheimer Dokumente durch Football Leaks bringt die Fifa in Bedrängnis. Nun stellt der Verband eine Neubewertung von Financial-Fair-Play-Fällen in Aussicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.