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Islam-Gegner Wilders : Der gar nicht einsame Kämpfer

Seine Überholversuche auf der linken Spur, kommen bei Wilders ehemaligen Fraktionsfreunden nicht gut an Bild: picture-alliance/ dpa

„Ich hasse nicht die Muslime, ich hasse den Islam.“ Der Rechtspopulist Geert Wilders bleibt dabei. Sein ehemaliger Mentor findet, er habe nichts zu bieten als „armselige Parolen“. Vielleicht wird Wilders damit bald niederländischer Ministerpräsident.

          Der Mann, von dem sich immer mehr Niederländer verstanden fühlen, lebt abgeschottet von ihnen. Nicht einmal aus seinem Fraktionsvorsitzendenbüro darf Geert Wilders in die Niederlande gucken. Das Fenster geht zwar sowieso nur auf einen Innenhof des Haager Parlaments.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Trotzdem wurde eine schwarze, schusssichere Barriere vor die Scheibe montiert. Verriegelt bleibt selbst die Tür zum Vorzimmer. Kaum ein Mitarbeiter kennt den Zugangscode. Wie eingesperrt sitzt der erklärte Islamfeind und bedrohteste Politiker des Landes im Neonlicht an seinem schweren Holzschreibtisch, ackert sich durch Akten und kontrolliert im Videotext, ob er oder vorübergehend etwas anderes die Schlagzeilen bestimmt.

          Abgeschottet in der Arrestzelle

          Schon beim Gang zum Plenarsaal umringen ihn stets vier Sicherheitsleute. Dann sieht man auf dem Parlamentsflur nur noch das gebleichte Haar des hochgewachsenen 46 Jahre alten Mannes, der einst das Angebot ausschlug, im Nationalteam Tennis zu spielen. Bereits vor dem dramatischen November 2004, also der Ermordung des Künstlers Theo van Gogh und den folgenden Razzien gegen islamistische Terrorzellen, galt Wilders als Arbeitstier.

          Geert Wilders und seine Frau leben abgeschottet, weil er Todesdrohungen erhält

          Jetzt hat er sowieso kein Privatleben mehr. Mit seiner ungarischen Ehefrau lebt er an geheimem Ort. Sie war Diplomatin, bis Wilders mit ihr im Alter von 29 Jahren seine zweite Ehe schloss. Immerhin muss das kinderlose Paar nicht mehr wie nach den ersten Drohungen in der Arrestzelle einer Kaserne ausharren.

          Wilders, der unerschrockene Held der Wahrheit

          Am Mittwoch wurde Wilders’ „Partij voor de Vrijheid“ (PVV) bei der Kommunalwahl stärkste Kraft in Almere und zweitstärkste in Den Haag. Voriges Jahr hatte die PVV schon den zweiten Rang bei der Europawahl belegt. Die Christlichen Demokraten von Ministerpräsident Jan Peter Balkenende fürchten nach dem Kollaps ihrer Koalition mit den Sozialdemokraten, dass die PVV sie bei der Neuwahl im Juni überrunden könne.

          Wilders will Ministerpräsident werden. Würde er dazu Partner finden? Unwahrscheinlich. Manche Konservative glauben allerdings, entzaubern werde sich Wilders erst an der Macht. Wer ein Bündnis vorweg ausschließe, lade ihn jedenfalls ein, sich im Wahlkampf als Opfer darzustellen.

          Die politisch zunehmend erhitzten Niederländer treiben Wilders’ Fieberkurve nämlich immer dann in die Höhe, wenn er zum Schweigen gebracht werden soll. Als er 2007 ankündigte, den Islam in einem Film als „faschistische Ideologie“ zu entlarven, wollte die Regierung den Plan vereiteln.

          Am Ende entpuppte sich „Fitna“ als belanglose Collage bekannter Terrorbilder. Doch Wilders stand da als unerschrockener Held der Wahrheit. Umso mehr, als ihm die britische Regierung die Einreise untersagte. Wilders flog trotzdem nach Heathrow und brachte Dutzende Reporter mit, vor deren Augen er sich dann abschieben ließ. Inzwischen hat ein britisches Gericht das Einreiseverbot aufgehoben.

          Als auch noch die türkische Regierung wissen ließ, Wilders sei in Ankara nicht willkommen, sagte der Auswärtige Ausschuss lieber gleich seine Ankara-Exkursion ab.

          Er will den Koran verbieten wie „Mein Kampf“

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