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Irische Banker : Unerträglich

Wie sollen die Leute auf die beleidigende Herablassung und unverschämte Selbstgefälligkeit irischer Banker reagieren wenn nicht mit Zynismus?

          Man ist doch überrascht, wie sehr sich einige Banker darum bemühen, dem Bild zu entsprechen, das sich die Öffentlichkeit seit Ausbruch der Finanzkrise von ihnen macht. Offensichtlich stellt die Wirklichkeit die fiktionale Verarbeitung der Krise noch in den Schatten, zumindest kann sie es mit der gut aufnehmen. Mit welcher beleidigenden Herablassung und unverschämten Selbstgefälligkeit sich Banker der irischen Pleitebank „Anglo Irish“ im Jahr 2008 über deutsche Sparer - „Scheißdeutsche“ - und die Rettung durch den irischen Staat ausgelassen haben, ist unglaublich. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass die goldenen Jahre der Finanzwirtschaft Schattengewächse hervorgebracht haben, die dem Klischee voll und ganz entsprechen; die sich auch noch lustig machen über diejenigen, die für ihr Versagen und ihre Machenschaften aufkommen müssen und die den Schaden haben. Das ist unerträglich.

          Die Bundeskanzlerin hat ganz recht, wenn sie für die jetzt bekannt gewordenen Äußerungen der irischen Banker nur Verachtung übrig hat und darin eine Beschädigung der Demokratie sieht. Den Wählern, also den Steuerzahlern, ist in Deutschland, in Irland und anderswo von der Politik gesagt worden, diese und jene Bank seien systemrelevant und müssten mit öffentlichen Mitteln gerettet werden. Das war, auch angesichts hoher Bonuszahlungen an jene, die Finanzhäuser an die Wand gefahren haben, an sich schon ein heikles Unterfangen, weil es den alten antikapitalistischen Uni-Spruch bestätigte, Verluste würden einfach sozialisiert.

          Entlarvende Telefonmitschnitte : Merkel: Verachtung für Banker der Anglo Irish Bank

          Nun, im Rückblick, müssten auch die Politiker vor Zorn beben ob solcher Töne. Und sie müsste die Furcht packen. Denn wie sollen die Leute darauf reagieren wenn nicht mit Zynismus? Wenn nicht mit noch weniger Vertrauen in die Politik, denn die hatte die Bankenrettung ja vertreten? Nicht nur die Deutschen haben ja ohnehin das Gefühl, dass sie die Dummen sein könnten bei den europäischen Rettungsaktionen der vergangenen Jahre.

          Die europäische Banken- und Staatsschuldenkrise hat Versäumnisse der Politik offengelegt und Blasen in der Wirtschaft zum Platzen gebracht. Die Eurozone ist darüber in eine schwere Krise gestürzt worden, in eine Krise, die zu Zweifeln an der europäischen Einigung und sogar an der Legitimität der demokratischen Ordnung geführt hat. Es ist schwer zu ertragen, dass Akteure in der Finanzbranche sich daraus einen Spaß machen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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