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Griechenland Guter Papakonstantinou, böser Papakonstantinou

 ·  Der frühere griechische Finanzminister galt als besonders eifriger Reformer. Jetzt wird er beschuldigt, Verwandte von einer Liste möglicher Steuerhinterzieher entfernt zu haben.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (15)
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Gerhard Storm

Griechisches Schmierentheater von D u. unfähiger Troika u. Brüsseler- u. EZB-Dilettanten begünstigt

Die GR-Kuriositäten erfahren durch die Listenfälschung wieder einmal eine unglaubliche Bereicherung.

Die Unfähigkeit der Rekorddummen-Spitzen von EU, EZB sowie IWF tritt klar zu Tage.

Obwohl Lagarde die Liste vor 3 Jahren an GR gab, konnte die Liste, unbeanstandet seitens der endlos dahinwurschtelnden Unfähigkeitstroika jahrelang verschwinden, ohne dass die dummen GR-"Retter" sich rechtzeitig um die Beschaffung u. Bearbeitung! einer Kopie der Liste gekümmert haben.

Jeder Auszubildende, der so grass versagt, könnte seinen Hut nehmen.

Nicht so Schäuble, Merkel u. die von diesen hofierten Schuldenkrise-Versagern EU, EZB u. IWF.

Schließlich ist es ja nicht das eigene Geld, sondern nur das Geld der Eurobürger, insb. D, das hier verplempert wird.

Eine Opposition ist nicht in Sicht, die diese tragische Entwicklung beanstandet, im Gegenteil.

Denn die SPD-Genossen interessieren sich mehr für Steinbrücks Portokasse als für die GR-Mrd-Risiken.

Wie dumm!!!

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Thomas Kobler

Die Meister der Tragödie...

...finden auch noch mitten in der laufenden Tragödien-Saison Raum für neue kleine Tragödien. Eine Grieche - und ganz besonders einer mit "Papa" im Namen - ist immer zuerst für die Familie verantwortlich, Regierungsamt hin oder her. In diesem Fall führte dieser griechische Lebensgrundsatz allerdings in ein höchst pikantes Dilemma: Schadet der Zusammenbruch des Staates und der ganzen hellenischen Gesellschaft meiner Familie mehr, wenn ich die Hände in den Schoss lege oder ein wenig manipuliere, oder bin ich in erster Linie Grieche und damit immer zuallererst für die Familie verantwortlich, was immer auch rundherum geschieht? Keine ganz leichte Frage für einen griechischen Finanzminister.

Kyrios Papakonstantinou war nicht zu beneiden in jenem Moment einer klassischen Lose-Lose Situation. Natürlich tat er, was ein Grieche tun musste, was ihm aber das politische Genick brechen wird. Klassischer kann moderne antike Tragödie aus Hellas gar nicht sein. Wenn bloss der Preis nicht so hoch wäre.

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Joachim Schroeder

Der große Ansporn!

So sollten doch die Unregelmäßigkeiten des talentierten Papa-
konstantinou kein Hinterrungsgrund sein, sondern nur ein
erneuter Ansporn um das nächsten Hilfspakets für Griechen-
land zu schnüren, um die Neujahrsworten der Kanzlerin, im
Sinne von Großeuropa zur weiteren Verschleppung der Euro-
sion, in die Tat umzusetzen!

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Horst Johnson

Unsere Polikaste ist moralisch komplett am Ende

Ob auf der Liste nun 3 fehlen oder nicht, wen wunderts noch?
Der viel größere Skandal ist doch das wir von unseren Politlakaien zur mehr Leistung und "alternativlos" aufgerufen werden. Zur Finanzierung von Kriminellen und Betrügern. Im Sinne einer ideologisierten EU Doktrin, fanatisch gedeckt von all den anwesenden Blockparteien. Ausnahme, das muß man ihnen lassen, die mir fern stehende "die Linke".
Unser hart erarbeitetes Steuergeld wird mißbraucht, im Umkehrschluß zum Kauf von Mietwohnungen dieser kriminellen Gesellschaft. Damit hier die Mieten steigen und wir mit vermehrtem Wohngeld drauflegen.
Die Schädigung unserer Bürger gebärt sich ins dreifache der eigentlichen Schuld. Unsere "Elite" versagt nicht nur, sie dienen fremden Vasallen, sie sind bezahlt und geschmiert worden. Der Ausverkauf unseres Landes nimmt groteske Züge an.
Wenn sowas Europa sein soll, will ich feste Grenzen sehen, Betrüger hinter Gitter, unsere Volksvertreter zur Verantwortung gezogen.

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Rolf Huchthausen

Na, was soll's! Vielleicht ist es in GRE nur so deutlich aber ...

Wir haben es in DE auch nicht geschafft, das Verbrechen gegen das Volksvermögen (Treuhandanstalt) restlos aufzuarbeiten. Sogar Günther Krause (Kumpel von Koffer-Wolfi) läuft frei herum.

Viel interessanter ist es, warum will eine Gesellschaft offensichtlich das Verbrechen gegen sein Vermögen (Ansprüche gegen unterschlagene Steuerschuld) nicht aufklären? Ich habe hier schon sehr früh über das unglaubliche Ausmaß der Korruption und der kriminellen Energie bei Betrug und Unterschlagung in GRE geschrieben. Allein, es will niemand ran!

Ist es das Versagen (i) der gesellschaftlichen Schichten oder (ii) die Geschicklichkeit der verderbt handelnden Personen? Und haben sich bei (ii) die politischen Parteien samt der damit parteipolitisch verbundenen Verwaltung inkl. Gerichtsbarkeit den Staat zur Beute gemacht.

Also, warum wird nicht aufgeklärt? Warum schaffen es Politiker, stets den Deckmantel der Geschichte darüber auszubreiten oder sie betreffende Anti-Korruptionsregeln zu ignorieren?

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 03.01.2013 11:20 Uhr

@Hartmut Jacques - theoretisch haben Sie recht, die Hilfskredite fließen u.a zu Banken.

Praktisch aber, sieht das teilweise anders aus, da die Banken vorher noch schnell von Politikern und Wirtschaftsgrößen ausgeplündert wurden. Bevor das griechische Desaster öffentlich wurde, hatte die Hellenic Postbank klugerweise zur Absicherung ihrer Bestände an gr.Staatsanleihen CDS für ca. 1,2 Mrd gekauft. Zu dem Zeitpunkt als der griechische Ministerpräsident geheime Verhandlungen mit dem IWF führte (da GR bereits zahlungsunfähig war) verkaufte die Hellenic Postbank (im Hinterzimmer) die CDS an die Firma "I-J-Partners" in Genf mit einem Gewinn von ca. 30 Mio - dafür allerdings hatte die Hellenic Postbank keinerlei Absicherung für die von ihr gehaltenen gr. Anleihen mehr. Kurz nach diesem Deal wurde das griechische Desaster öffentlich, die Kurse der Anleihen fielen ins bodenlose und die CDS von "I-J-Partners" stiegen auf einen Wert von 21 MRD.!! Die Fa. "I-J-Partners" in Genf soll hochrangigen Politikern und Wirtschaftsbossen nahestehen; die Postbank erlitt hohe Verluste.

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Dr. Andreas Frick

Digitale Signatur

Anscheinend gibt es beim IWF keinen einzigen fähigen Informatiker. Dokumente lassen sich digital signieren, dann fliegt jede Änderung sofort auf. Mache ich bei jeder E-Mail, geht mit dem tollen Programm jSignPDF kostenlos mit pdf Dateien, und Adobe Acrobat kann das natürlich auch und etwas komfortabler. Bei dem riesigen Budget sollte dafür noch Geld übrig sein. Man kann die Dateien auch mit einem Zeitstempel versehen, damit kann man beweisen, wann sie signiert wurden. Daß überall betrogen wird, ist doch nichts neues. In Griechenland sicher noch viel mehr als hier, aber ist man ehrlich, wird man dafür auch noch bestraft.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 16:59 Uhr
Peter Kohl

Guter Punkt

Mir kommt die ganze Sache mit der Liste ohnehin komisch vor. Wer sagt überhaupt dass sie stimmt? Auch deren Veröffentlichung war grenzwertig, da damit auch Mißbrauch betrieben werden kann (Bezichtigung politischer Konkurrenten...).

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henning strothjohann

ein total verkommenes Land mit moralisch ebenso verkommenen Volksvertretern

ebenso verkommene Elite aber mit riesigem Auslandsvermögen (200 Mrd allein in der Schweiz). Da kommt mir doch alles hoch

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 16:56 Uhr
Peter Kohl

Zahl?

Woher kennen Sie die Zahl in der Schweiz? Die Konten dort sind doch geheim?!?

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Hellmut Koch
Hellmut Koch (825630) - 03.01.2013 09:15 Uhr

In Griechenland gab es schon vor 2500 Jahren ein grosses Fass

Die Causa Papakonstantinou passt sehr gut zu dem Bild auf der Titelseite. Vor 2500 Jahren lag in Athen ein grosses Fass worin der Philosoph Diogenes wohnte. Er wollte damit demonstrieren, dass man auch in Bescheidenheit leben kann. Das Fass hatte aber einen Boden womit gewährleistet war, dass kein Durchzug entstand, der seine wenigen Habseligkeiten weggeblasen hätte. 2500 Jahre später wird ganz Griechenland mit einem Fass verglichen, welches aber im Gegensatz zu den Zeiten von Diogenes keinen Boden hat. Darin verschwindet ein Rettungspaket nach dem anderen. Wo die Millarden bleiben, die in dem Fass versickern verdeutlicht der Artikel in anschaulicher Weise

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.01.2013 20:23 Uhr
Hellmut Koch
Hellmut Koch (825630) - 04.01.2013 20:23 Uhr

Warum die FAZ Diogenes im Fass auf der Titelseite brachte

hat m.E folgenden Sinn Herr Kohl.
Lt Wikipedia war Diogenes ein Aktionsphilosoph. Er versuchte seinen Landsleuten zu zeigen, dass man mit einem Minium an weltlichen Gütern übrleben kann. Damals wie heute haben sich die Philosophen in einer Vorbildfunktion gesehen und daher kann das Fass als Symbol aufgefasst werden dass man mit dem leben kann was einem zur Verfügung steht, sei es noch so wenig.
Heutzutage kommen viele Menschen und praktisch alle Regierungen nicht mehr mit dem aus, was sie zur Verfügung haben. Der Wohlstand wurde und wird tlwe. mit Schulden finanziert. Und genau an diesem Punkt kommt das Fass von Diogenes ist Spiel. Heute ist das Fass von Leuten besetzt die keine Bescheidenheit kennen. Sie verlangen,dass andere das Fass füllen. Wenn dieses Verfahren eskaliert spricht man von einem Fass ohne Boden, d.h man kann beliebig oft auffüllen ( Rrettungspakete ) aber es ist immer leer.

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Peter Kohl

Unklar

Leider ist mir unklar, wie das Fass von Diogenes genau mit den jetzigen Schulden zusammenhängt. Können Sie mich über die kausale Verbindung aufklären?

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mathias dumke

Naja Herr Jaques, allerdings handelt es sich bei den Verbindlichkeiten Griechenlands...

um rein fiktive Summen, da sie von Griechenland niemals beglichen werden können.
Aus Sicht Griechenlands gab auch niemals der Anlass, diesen Versuch zu unternehmen.
Das musste eigentlich auch jedem klar sein, der GR irgendwelches Geld geliehen hat; ein kleiner Blick in die Geschichte hätte genügt (lateinische Münzunion, Anzahl der Staatsbankrotte usw.).
Aber genau in diesen Münz- und anderen Unionen liegt ja gerade der Vorteil Griechenlands und anderer wettbewerbsunfähiger Staaten: es findet sich immer ein Dummer, der die Rechnungen begleicht.
Das Ende ist zwar immer das selbe, aber man kann's ja mal versuchen und kostet die Griechen ja auch nichts (sagen unsere Volkszertreter).

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Hartmut Jacques

Wo das Geld bleibt?

Das bleibt durchaus nicht in den Taschen der reichen Steuerflüchtlinge. Die hatten das viel früher schon beiseite geschafft. Das Geld geht zum größten Teil in die Bedienung der Schulden, fließt also im wesentlichen zu den Gläubigern (Versicherungen, Fonds und dgl, also zu denen, die die Schrott-Staatspapiere halten). Damit werden dann diese Verbindlichkeiten bedient, damit weitere Verbindlichkeiten aufgenommen werden können. Dass dabei die Verbindlichkeiten Griechenlands um die neuen Kredite entsprechend steigen, liegt auf der Hand.
Anders gesagt, die sogenannten Hilfen sind keineswegs Hilfen für Griechenland. Man vermeidet damit, dass Schulden bei den Gläubigern abgeschrieben werden müssen und diese Institutionen, die diese Titel halten, insolvent werden, was gravierende Folgen in den Geberländern hätte.
Es war eben ein schwerer Fehler, den Artikel 125 des Lissabonvertrags nicht anzuwenden und zu erfüllen.

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03.01.2013, 08:40 Uhr

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