03.01.2013 · Der frühere griechische Finanzminister galt als besonders eifriger Reformer. Jetzt wird er beschuldigt, Verwandte von einer Liste möglicher Steuerhinterzieher entfernt zu haben.
Von Michael Martens, IstanbulRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Griechisches Schmierentheater von D u. unfähiger Troika u. Brüsseler- u. EZB-Dilettanten begünstigt
Die GR-Kuriositäten erfahren durch die Listenfälschung wieder
einmal eine unglaubliche Bereicherung.
Die Unfähigkeit der Rekorddummen-Spitzen von EU, EZB sowie IWF
tritt klar zu Tage.
Obwohl Lagarde die Liste vor 3 Jahren an GR gab, konnte die Liste,
unbeanstandet seitens der endlos dahinwurschtelnden
Unfähigkeitstroika jahrelang verschwinden, ohne dass die dummen
GR-"Retter" sich rechtzeitig um die Beschaffung u.
Bearbeitung! einer Kopie der Liste gekümmert haben.
Jeder Auszubildende, der so grass versagt, könnte seinen Hut
nehmen.
Nicht so Schäuble, Merkel u. die von diesen hofierten
Schuldenkrise-Versagern EU, EZB u. IWF.
Schließlich ist es ja nicht das eigene Geld, sondern nur das Geld
der Eurobürger, insb. D, das hier verplempert wird.
Eine Opposition ist nicht in Sicht, die diese tragische Entwicklung
beanstandet, im Gegenteil.
Denn die SPD-Genossen interessieren sich mehr für Steinbrücks
Portokasse als für die GR-Mrd-Risiken.
Wie dumm!!!
...finden auch noch mitten in der laufenden Tragödien-Saison Raum
für neue kleine Tragödien. Eine Grieche - und ganz besonders
einer mit "Papa" im Namen - ist immer zuerst für die
Familie verantwortlich, Regierungsamt hin oder her. In diesem Fall
führte dieser griechische Lebensgrundsatz allerdings in ein
höchst pikantes Dilemma: Schadet der Zusammenbruch des Staates und
der ganzen hellenischen Gesellschaft meiner Familie mehr, wenn ich die
Hände in den Schoss lege oder ein wenig manipuliere, oder bin ich
in erster Linie Grieche und damit immer zuallererst für die Familie
verantwortlich, was immer auch rundherum geschieht? Keine ganz leichte
Frage für einen griechischen Finanzminister.
Kyrios Papakonstantinou war nicht zu beneiden in jenem Moment einer
klassischen Lose-Lose Situation. Natürlich tat er, was ein Grieche
tun musste, was ihm aber das politische Genick brechen wird. Klassischer
kann moderne antike Tragödie aus Hellas gar nicht sein. Wenn bloss
der Preis nicht so hoch wäre.
So sollten doch die Unregelmäßigkeiten des talentierten Papa-
konstantinou kein Hinterrungsgrund sein, sondern nur ein
erneuter Ansporn um das nächsten Hilfspakets für Griechen-
land zu schnüren, um die Neujahrsworten der Kanzlerin, im
Sinne von Großeuropa zur weiteren Verschleppung der Euro-
sion, in die Tat umzusetzen!
Unsere Polikaste ist moralisch komplett am Ende
Ob auf der Liste nun 3 fehlen oder nicht, wen wunderts noch?
Der viel größere Skandal ist doch das wir von unseren
Politlakaien zur mehr Leistung und "alternativlos" aufgerufen
werden. Zur Finanzierung von Kriminellen und Betrügern. Im Sinne
einer ideologisierten EU Doktrin, fanatisch gedeckt von all den
anwesenden Blockparteien. Ausnahme, das muß man ihnen lassen, die
mir fern stehende "die Linke".
Unser hart erarbeitetes Steuergeld wird mißbraucht, im
Umkehrschluß zum Kauf von Mietwohnungen dieser kriminellen
Gesellschaft. Damit hier die Mieten steigen und wir mit vermehrtem
Wohngeld drauflegen.
Die Schädigung unserer Bürger gebärt sich ins dreifache
der eigentlichen Schuld. Unsere "Elite" versagt nicht nur, sie
dienen fremden Vasallen, sie sind bezahlt und geschmiert worden. Der
Ausverkauf unseres Landes nimmt groteske Züge an.
Wenn sowas Europa sein soll, will ich feste Grenzen sehen, Betrüger
hinter Gitter, unsere Volksvertreter zur Verantwortung gezogen.
Na, was soll's! Vielleicht ist es in GRE nur so deutlich aber ...
Wir haben es in DE auch nicht geschafft, das Verbrechen gegen das
Volksvermögen (Treuhandanstalt) restlos aufzuarbeiten. Sogar
Günther Krause (Kumpel von Koffer-Wolfi) läuft frei herum.
Viel interessanter ist es, warum will eine Gesellschaft offensichtlich
das Verbrechen gegen sein Vermögen (Ansprüche gegen
unterschlagene Steuerschuld) nicht aufklären? Ich habe hier schon
sehr früh über das unglaubliche Ausmaß der Korruption
und der kriminellen Energie bei Betrug und Unterschlagung in GRE
geschrieben. Allein, es will niemand ran!
Ist es das Versagen (i) der gesellschaftlichen Schichten oder (ii) die
Geschicklichkeit der verderbt handelnden Personen? Und haben sich bei
(ii) die politischen Parteien samt der damit parteipolitisch verbundenen
Verwaltung inkl. Gerichtsbarkeit den Staat zur Beute gemacht.
Also, warum wird nicht aufgeklärt? Warum schaffen es Politiker,
stets den Deckmantel der Geschichte darüber auszubreiten oder sie
betreffende Anti-Korruptionsregeln zu ignorieren?
@Hartmut Jacques - theoretisch haben Sie recht, die Hilfskredite fließen u.a zu Banken.
Praktisch aber, sieht das teilweise anders aus, da die Banken vorher noch schnell von Politikern und Wirtschaftsgrößen ausgeplündert wurden. Bevor das griechische Desaster öffentlich wurde, hatte die Hellenic Postbank klugerweise zur Absicherung ihrer Bestände an gr.Staatsanleihen CDS für ca. 1,2 Mrd gekauft. Zu dem Zeitpunkt als der griechische Ministerpräsident geheime Verhandlungen mit dem IWF führte (da GR bereits zahlungsunfähig war) verkaufte die Hellenic Postbank (im Hinterzimmer) die CDS an die Firma "I-J-Partners" in Genf mit einem Gewinn von ca. 30 Mio - dafür allerdings hatte die Hellenic Postbank keinerlei Absicherung für die von ihr gehaltenen gr. Anleihen mehr. Kurz nach diesem Deal wurde das griechische Desaster öffentlich, die Kurse der Anleihen fielen ins bodenlose und die CDS von "I-J-Partners" stiegen auf einen Wert von 21 MRD.!! Die Fa. "I-J-Partners" in Genf soll hochrangigen Politikern und Wirtschaftsbossen nahestehen; die Postbank erlitt hohe Verluste.
Anscheinend gibt es beim IWF keinen einzigen fähigen Informatiker. Dokumente lassen sich digital signieren, dann fliegt jede Änderung sofort auf. Mache ich bei jeder E-Mail, geht mit dem tollen Programm jSignPDF kostenlos mit pdf Dateien, und Adobe Acrobat kann das natürlich auch und etwas komfortabler. Bei dem riesigen Budget sollte dafür noch Geld übrig sein. Man kann die Dateien auch mit einem Zeitstempel versehen, damit kann man beweisen, wann sie signiert wurden. Daß überall betrogen wird, ist doch nichts neues. In Griechenland sicher noch viel mehr als hier, aber ist man ehrlich, wird man dafür auch noch bestraft.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 16:59 UhrGuter Punkt
Mir kommt die ganze Sache mit der Liste ohnehin komisch vor. Wer sagt überhaupt dass sie stimmt? Auch deren Veröffentlichung war grenzwertig, da damit auch Mißbrauch betrieben werden kann (Bezichtigung politischer Konkurrenten...).
Die "Cousine" ist Rechtsberaterin der griechischen Privatisierungsbehörde (bis zum akt. Rücktritt)
Ihr Name: Eleni Papakonstantinou ...
( Für den Fall, dass Leser selbst nachrecherchieren wollen, was im
wortreichen Artikel leider nicht zu finden ist )
ein total verkommenes Land mit moralisch ebenso verkommenen Volksvertretern
ebenso verkommene Elite aber mit riesigem Auslandsvermögen (200 Mrd allein in der Schweiz). Da kommt mir doch alles hoch
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 16:56 UhrZahl?
Woher kennen Sie die Zahl in der Schweiz? Die Konten dort sind doch geheim?!?
In Griechenland gab es schon vor 2500 Jahren ein grosses Fass
Die Causa Papakonstantinou passt sehr gut zu dem Bild auf der Titelseite. Vor 2500 Jahren lag in Athen ein grosses Fass worin der Philosoph Diogenes wohnte. Er wollte damit demonstrieren, dass man auch in Bescheidenheit leben kann. Das Fass hatte aber einen Boden womit gewährleistet war, dass kein Durchzug entstand, der seine wenigen Habseligkeiten weggeblasen hätte. 2500 Jahre später wird ganz Griechenland mit einem Fass verglichen, welches aber im Gegensatz zu den Zeiten von Diogenes keinen Boden hat. Darin verschwindet ein Rettungspaket nach dem anderen. Wo die Millarden bleiben, die in dem Fass versickern verdeutlicht der Artikel in anschaulicher Weise
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.01.2013 20:23 UhrWarum die FAZ Diogenes im Fass auf der Titelseite brachte
hat m.E folgenden Sinn Herr Kohl.
Lt Wikipedia war Diogenes ein Aktionsphilosoph. Er versuchte seinen
Landsleuten zu zeigen, dass man mit einem Minium an weltlichen
Gütern übrleben kann. Damals wie heute haben sich die
Philosophen in einer Vorbildfunktion gesehen und daher kann das Fass als
Symbol aufgefasst werden dass man mit dem leben kann was einem zur
Verfügung steht, sei es noch so wenig.
Heutzutage kommen viele Menschen und praktisch alle Regierungen nicht
mehr mit dem aus, was sie zur Verfügung haben. Der Wohlstand wurde
und wird tlwe. mit Schulden finanziert. Und genau an diesem Punkt kommt
das Fass von Diogenes ist Spiel. Heute ist das Fass von Leuten besetzt
die keine Bescheidenheit kennen. Sie verlangen,dass andere das Fass
füllen. Wenn dieses Verfahren eskaliert spricht man von einem Fass
ohne Boden, d.h man kann beliebig oft auffüllen ( Rrettungspakete )
aber es ist immer leer.
Unklar
Leider ist mir unklar, wie das Fass von Diogenes genau mit den jetzigen Schulden zusammenhängt. Können Sie mich über die kausale Verbindung aufklären?
Naja Herr Jaques, allerdings handelt es sich bei den Verbindlichkeiten Griechenlands...
um rein fiktive Summen, da sie von Griechenland niemals beglichen werden können.
Aus Sicht Griechenlands gab auch niemals der Anlass, diesen Versuch zu unternehmen.
Das musste eigentlich auch jedem klar sein, der GR irgendwelches Geld
geliehen hat; ein kleiner Blick in die Geschichte hätte genügt
(lateinische Münzunion, Anzahl der Staatsbankrotte usw.).
Aber genau in diesen Münz- und anderen Unionen liegt ja gerade der
Vorteil Griechenlands und anderer wettbewerbsunfähiger Staaten: es
findet sich immer ein Dummer, der die Rechnungen begleicht.
Das Ende ist zwar immer das selbe, aber man kann's ja mal versuchen und
kostet die Griechen ja auch nichts (sagen unsere Volkszertreter).
Wo das Geld bleibt?
Das bleibt durchaus nicht in den Taschen der reichen
Steuerflüchtlinge. Die hatten das viel früher schon beiseite
geschafft. Das Geld geht zum größten Teil in die Bedienung
der Schulden, fließt also im wesentlichen zu den Gläubigern
(Versicherungen, Fonds und dgl, also zu denen, die die
Schrott-Staatspapiere halten). Damit werden dann diese Verbindlichkeiten
bedient, damit weitere Verbindlichkeiten aufgenommen werden können.
Dass dabei die Verbindlichkeiten Griechenlands um die neuen Kredite
entsprechend steigen, liegt auf der Hand.
Anders gesagt, die sogenannten Hilfen sind keineswegs Hilfen für
Griechenland. Man vermeidet damit, dass Schulden bei den Gläubigern
abgeschrieben werden müssen und diese Institutionen, die diese
Titel halten, insolvent werden, was gravierende Folgen in den
Geberländern hätte.
Es war eben ein schwerer Fehler, den Artikel 125 des Lissabonvertrags
nicht anzuwenden und zu erfüllen.
Michael Martens Jahrgang 1973, politischer Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Istanbul.
Jüngste Beiträge