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Georgi Parwanow Die Erweiterung - ein Triumph

01.03.2007 ·  Seit der Unterzeichnung der Römischen Verträge sind fünfzig Jahre vergangen - eine ausreichende Zeit, um sagen zu können, dass die Europäische Union das ambitiöseste politische, ökonomische, soziale und kulturelle Projekt in der neuen Menschheitsgeschichte ist.

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Seit der Unterzeichnung der Römischen Verträge sind fünfzig Jahre vergangen - eine ausreichende Zeit, um sagen zu können, dass die Europäische Union das ambitiöseste politische, ökonomische, soziale und kulturelle Projekt in der neuen Menschheitsgeschichte ist. Die Union hat das Antlitz Europas verändert und ehemalige Feinde zu Verbündeten und Partnern gemacht. Der Weitblick der Väter der Integration, die in den neuen Gemeinschaften bereits damals die heutige EU als einen der führenden Faktoren in der globalen Politik und Wirtschaft sahen, hat sich bestätigt. Dieses Projekt wird jedoch nicht vollendet sein, Europa wird nicht völlig vereint sein, solange demokratische europäische Staaten "draußen" bleiben.

Die Erweiterung von ursprünglich sechs auf jetzt 27 Mitgliedsländer ist ein historischer Triumph und das beste Beispiel für einen friedlichen politischen Wandel auf dem Kontinent. Für Bulgarien bedeutet die Mitgliedschaft, dass ein großes nationales Ziel erreicht ist, das die Anstrengungen der gesamten Nation vereinte. Sie bedeutet Rückkehr zur großen europäischen Familie.

Im Laufe der Vorbereitungen auf den Beitritt haben wir tiefgreifende Reformen vollzogen, die unser Land zu einer funktionierenden Demokratie gemacht haben, die auf den Prinzipien der Freiheit, der Achtung der Menschenrechte und der Wahrung des Gesetzes beruht. Die Perspektive der Mitgliedschaft war ein Katalysator für Modernisierung und die Transformation in eine konkurrenzfähige Marktwirtschaft.

Wir teilen die Idee einer starken, leistungsfähigen Union, die auf der Gemeinschaftsmethode beruht. Als Mitgliedstaat wollen wir Teil einer demokratischen und effektiven Gemeinschaft sein, die fähig ist, der Globalisierung zu begegnen und die Prosperität und die Rechte ihrer Bürger in der Welt von heute zu wahren. Die Verfassung ist ein wichtiger Schritt, um diese Ziele zu verwirklichen, sie führt Änderungen ein, die für ein Funktionieren der erweiterten Union notwendig sind.

Nun, als Mitglied der EU, wollen wir bei der Festlegung und Ausführung der Tagesordnung der Union aktiv mitwirken und unseren Beitrag zur Gestaltung eines einigen und stabilen Europas leisten. Wir werden unsere nationalen Interessen verteidigen - aber auch ein berechenbarer und konsequenter Partner sein, der bereit ist, Kompromisse einzugehen.

Den Mehrwert der bulgarischen EU-Mitgliedschaft sehen wir in dem Beitrag, den wir für die Politik der Union gegenüber unseren Nachbarregionen und vor allem gegenüber den westlichen Balkanstaaten leisten können. Das Herzstück dieser Politik muss sein, die Unumkehrbarkeit der europäischen Perspektive auf dem Balkan zu garantieren. Diese Perspektive ist der richtigste Weg zu politischer und wirtschaftlicher Stabilität und ein Unterpfand für die Erhaltung des Friedens in diesem Teil Europas. Sie beinhaltet sowohl das strategische Ziel als auch den Weg zu ihm: durch Stärkung der Demokratie, Marktprinzipien, Menschenrechte, Toleranz, Vorrang des Gesetzes und soziale Gerechtigkeit. Bulgarien ist sich seiner Rolle und Verantwortung für die Entwicklung der Integrationsprozesse und die europäische Zukunft der Balkanstaaten bewusst. Das Potential für Zusammenarbeit ist groß, es kann großen Nutzen stiften und die Sicherheit des gesamten Erdteils stärken.

Präsident der Republik Bulgarien

Quelle: F.A.Z., 23.03.2007, Nr. 70 / Seite E6
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