Home
http://www.faz.net/-gq4-t31z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Flugsicherheit EU prüft Einführung von Sprengstoff-Codes

17.08.2006 ·  Die EU erwägt verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Flugsicherheit. So könnte ein Schweizer System übernommen werden, bei dem Sprengstoffe codiert werden - ähnlich einem chemischen Fingerabdruck.

Artikel Bilder (2) Video (1) Lesermeinungen (1)

Nach den in Großbritannien vereitelten Anschlägen erwägt die Europäische Union derzeit verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Luftverkehr. So könnte etwa das Schweizer System zur Markierung von Sprengstoffen übernommen werden. Diese Möglichkeit nannte EU-Justizkommissar Franco Frattini am Donnerstag in Brüssel. Auch ein dauerhaftes Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck ist im Gespräch.

In der Schweiz verwendet jeder kommerzielle Sprengstoffhersteller einen speziellen Code für seine Produkte, ähnlich einem chemischen Fingerabdruck. Damit kann die Herkunft des Sprengstoffs selbst nach einer Explosion noch festgestellt werden. Zudem erleichtert es der Code, Sprengstoffe bei Kontrollen etwa an Flughäfen sicherzustellen. „Das könnte uns sehr dabei helfen, potentiell gefährliches Material zu finden und zu identifizieren“, sagte ein Sprecher Frattinis.

„Keine Entscheidung bis September“

Zudem erwägt die EU, das Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck auf alle Mitgliedstaaten auszuweiten. Luftfahrtexperten der Gemeinschaft würden Anfang September die Wirkung dieser Sicherheitsmaßnahmen beurteilen, kündigte der Sprecher an. „Bis dahin wird es keine Entscheidung geben.“ Großbritannien und andere EU-Staaten hatten das Verbot vergangene Woche angeordnet.

Zuvor hatte die britische Polizei nach eigenen Angaben mehrere Anschläge auf Transatlantikflüge vereitelt. Die Täter wollten demnach mehrere Flugzeuge mit Flüssigsprengstoff auf dem Weg in die Vereinigten Staaten in die Luft sprengen. Seither sind die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen verschärft worden.

Für November plant die EU-Kommission eine internationale Expertenkonferenz, um Kenntnisse über die Herstellung, den Handel oder die Entschärfung von Sprengstoffen auszutauschen. Am 7. und 8. November sollen entsprechende Fachleute in Brüssel zusammenkommen. Am Mittwoch hatten mehrere Innenminister von EU-Staaten, unter ihnen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), auf einer Konferenz in London über mögliche Verbesserungen der Sicherheitsstandards auf europäischen Flughäfen beraten. (Siehe auch: )

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr 2 4