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Finanzkrise Sarkozy möchte Nothilfe der Europäischen Union aufstocken

28.10.2008 ·  Bei einem Treffen mit dem britischen Premier Gordon Brown hat Nicolas Sarkozy mindestens acht Milliarden Euro mehr an Finanzhilfe durch die Europäische Union gefordert und die Notwendigkeit internationaler Absprachen unterstrichen.

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Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat angesichts der Finanzkrise eine deutliche Aufstockung der Nothilfe-Möglichkeiten der Europäischen Union (EU) gefordert. Die EU halte zwölf Milliarden Euro für die Unterstützung von Staaten bereit. Diese Summe solle auf mindestens 20 Milliarden Euro erhöht werden, sagte Sarkozy am Dienstagabend bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown bei Paris. Die Aufstockung werde er beim EU-Kurz-Gipfel in Brüssel vorschlagen. In der EU benötigt vor allem Ungarn wegen der Folgen der Finanzkrise Hilfe.

In Brüssel wollen die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder am 7. November vor allem eine gemeinsame Marschroute für den in Washington geplanten Weltfinanzgipfel am 15. November finden. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist an diesem Donnerstag zur Vorbereitung des Gipfels zu einem Kurzbesuch nach Großbritannien. Als „sehr interessant“ bezeichnete Sarkozy Browns Anregung, den Internationalen Währungsfonds (IWF) im Kampf gegen die Finanzkrise mit mehr Geld auszustatten.

Für eine geschlossene internationale Strategie

„Wir müssen Möglichkeiten finden, um dem IWF mehr Mittel zur Unterstützung von bestimmten Ländern bereitzustellen“, sagte der französische Präsident. Besonders denke er dabei an die Entwicklungsländer. Brown hatte kurz vor seiner Abreise nach Frankreich an die internationale Gemeinschaft appelliert, den IWF mit mehr Geld auszustatten. Der größte Anteil sollte dabei aus Ländern wie China und den ölreichen Golfstaaten kommen, sagte Brown in London. Eine Erhöhung des 250 Milliarden Dollar schweren IWF-Fonds könne das Risiko vermindern, dass sich die Situation von finanziell angeschlagenen Ländern wie Ungarn ausbreitet.

Nach Sarkozy Angaben sollte das Treffen mit Brown vor allem der Vorbereitung des EU-Kurz-Gipfels und des Weltfinanzgipfels im November dienen. „Wir arbeiten Hand in Hand“, sagte Sarkozy. Brown sagte, beim Weltfinanzgipfel in Washington solle unter anderem über ein Frühwarnsystem diskutiert werde, dass Krisen wie die jetztige verhindere. Unmittelbar vor ihren Beratungen zum weiteren Vorgehen in der globalen Finanzkrise hatten sich Frankreich und Großbritannien für eine geschlossene internationale Strategie ausgesprochen.

Europa allein genügt nicht

Die neue britische Europaministerin Caroline Flint betonte kurz vor dem Treffen zwischen Sarkozy und Brown, dass die derzeitige Krise nicht allein auf europäischer Ebene gelöst werden könne. Die Diskussionen in der EU könnten lediglich ein Ausgangspunkt sein, um überzeugende Argumente auf globaler Ebene zu finden, sagte Flint nach einem Treffen mit dem französischen Europa-Staatssekretär Jean-Pierre Jouyet in Paris.

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