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Vorwahlen in Frankreich : Sarkozy kündigt Rückzug aus der Politik an

  • Aktualisiert am

Herbe Niederlage für Nicolas Sarkozy Bild: Reuters

Frankreichs Konservative wollen keine zweite Amtszeit von Nicolas Sarkozy. Der frühere Präsident wurde bei der erste Runde der Vorwahlen abgestraft. Favorit in der Stichwahl ist nun der nüchterne François Fillon.

          Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen entscheidet sich in einer Stichwahl zwischen den beiden früheren Ministerpräsidenten Francois Fillon und Alain Juppe. Fillon kam am Sonntag auf rund 44 Prozent, Juppe auf 28 Prozent. Der einstige Präsident Nicolas Sarkozy wurde mit rund 20 Prozent lediglich Dritter und schied damit wie die anderen vier Bewerber aus. Ein zweiter Wahlgang ist für kommenden Sonntag angesetzt.

          Die eigentliche Wahl des Präsidenten dürfte Umfragen zufolge dann in einer Stichwahl im Mai 2017 zwischen dem konservativen Kandidaten und Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National entschieden werden. Die zerstrittenen Sozialisten, die mit Francois Hollande derzeit den Präsidenten stellen, dürften bereits in der ersten Runde im April das Nachsehen haben.

          Sarkozy räumte seine Niederlage noch am Abend ein. „Ich habe es nicht geschafft, die Mehrheit der Wähler zu überzeugen“, sagte er vor Anhängern. Er wolle sich aus der Politik zurückziehen. Er halte große Stücke auf Juppe, fühle sich aber Fillons politischen Ansichten näher und werde daher für ihn stimmen. Fillon war unter Sarkozy von 2007 bis 2012 Ministerpräsident.

          Laut einer Umfrage des Instituts Opinionway würde Fillon als Favorit in eine Stichwahl gegen Juppe ziehen. Der Bewunderer der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher, der als ökonomisch liberal gilt, kann demnach auf 56 Prozent der Stimmen hoffen. Allerdings werden dem 62-Jährigen in einem Duell mit Le Pen nicht so gute Chancen eingeräumt wie dem moderaten Konservativen Juppe. Der 71-Jährige hätte hingegen Umfragen zufolge leichtes Spiel gegen die Rechtsextremistin, weil er sich der Stimmen linker Wähler sicherer sein könnte als Fillon.

          Frankreichs bürgerliche Rechte kürt ihren Kandidaten erstmals mit einer offenen Vorwahl, an der alle Anhänger teilnehmen können. Dem Sieger werden gute Chancen für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr ausgerechnet.

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