http://www.faz.net/-gpf-829mw

Festnahmen wegen Totschlags : Religionskrieg auf dem Mittelmeer

  • -Aktualisiert am

Die Küstenwache nimmt Flüchtlinge in Palermo an Land in Empfang - bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer haben diese oft Dramatisches erlebt. Bild: Reuters

Flüchtlinge aus Schwarzafrika werden von der italienischen Polizei des Totschlags beschuldigt. Sie sollen bei der Überfahrt nach Europa vor ihrer Rettung durch die italienische Küstenwache zwölf Christen über Bord geworfen haben.

          In Palermo auf Sizilien sind am Donnerstag 15 muslimische Flüchtlinge aus Schwarzafrika festgenommen worden. Sie werden des Totschlags beschuldigt, denn sie sollen nach Augenzeugenberichten bei der Überfahrt nach Europa vor ihrer Rettung durch die italienische Küstenwache zwölf Christen über Bord geworfen und damit umgebracht haben. Damit bestätigte die Polizei in Palermo eine frühere Meldung des „Corriere della Sera“.

          Den Festgenommenen werde „mehrfacher Totschlag erschwert durch religiösen Hass“ vorgeworfen, teilte die Präfektur mit. Das Drama soll sich auf hoher See zugetragen haben, als es unter den dicht gedrängten Menschen in dem viel zu kleinen Schlauchboot zu einem Streit um die knappen Wasserreserven kam. Der Disput sei in einer Schlägerei zwischen den Gruppen eskaliert. In dessen Zuge wurden zwölf Menschen ins Wasser geworfen und ertranken, teilte die Polizei mit. Diese Opfer seien alle christlichen Glaubens gewesen, während die Täter, an Bord in der Mehrheit, alle Muslime seien.

          Schon mehrfach wurde berichtet, dass die Konflikte der verschiedenen Volksgruppen auch auf dem Weg nach Europa nicht ruhen sondern bisweilen erst richtig ausbrechen, wenn die Not groß wird.

          Auf ihrem Weg von Libyen über das Mittelmeer in die EU kommen jährlich einige hundert Menschen um. Die meisten ertrinken, weil ihre überladenen Schiffe kentern. Erst Anfang der Woche waren vermutlich 400 Menschen ums Leben gekommen. Ihr Boot war auf dem Weg von Libyen nach Italien gekippt und untergegangen; nur etwa 150 Personen konnten von dem mit 560 Menschen überladenen Kutter gerettet werden.

          Weitere Themen

          SPD-Spitze stärkt Nahles den Rücken

          Maaßen-Streit : SPD-Spitze stärkt Nahles den Rücken

          Nach teils heftiger Kritik aus den eigenen Reihen will SPD-Chefin Nahles die Personalie Maaßen neu verhandeln. Führende Sozialdemokraten loben diese Kehrtwende und stellen sich hinter Nahles.

          Heftige Proteste gegen Präsidenten Video-Seite öffnen

          Mali : Heftige Proteste gegen Präsidenten

          Tränengasschwaden ziehen über diese Straßen in Malis Hauptstadt Bamako. Wahlverlierer Soumaila Cisse behauptet, bei der Abstimmung im vergangenen Monat sei es zu Manipulationen gekommen.

          Topmeldungen

          Gehalt weiblicher Vorstände : Die Managerinnen holen auf

          Obwohl Frauen in Dax-Vorständen noch immer deutlich unterrepräsentiert sind, steigen ihre Gehälter stärker als die der Männer. Die männliche Dominanz wird trotzdem noch eine Weile anhalten.
          Rücksprache mit der Mannschaft: Domenico Tedesco korrigiert den Kurs von Schalke 04

          Vor dem Bayern-Spiel : Schalker Kehrtwende

          Mehr Flachpass- und Kombinationsspiel? Nach den Auftaktpleiten in der Bundesliga will Schalke 04 nicht nur gegen den FC Bayern wieder zum risikolosen Stil der erfolgreichen Vorsaison zurückkehren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.