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Festnahmen wegen Totschlags : Religionskrieg auf dem Mittelmeer

  • -Aktualisiert am

Die Küstenwache nimmt Flüchtlinge in Palermo an Land in Empfang - bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer haben diese oft Dramatisches erlebt. Bild: Reuters

Flüchtlinge aus Schwarzafrika werden von der italienischen Polizei des Totschlags beschuldigt. Sie sollen bei der Überfahrt nach Europa vor ihrer Rettung durch die italienische Küstenwache zwölf Christen über Bord geworfen haben.

          In Palermo auf Sizilien sind am Donnerstag 15 muslimische Flüchtlinge aus Schwarzafrika festgenommen worden. Sie werden des Totschlags beschuldigt, denn sie sollen nach Augenzeugenberichten bei der Überfahrt nach Europa vor ihrer Rettung durch die italienische Küstenwache zwölf Christen über Bord geworfen und damit umgebracht haben. Damit bestätigte die Polizei in Palermo eine frühere Meldung des „Corriere della Sera“.

          Den Festgenommenen werde „mehrfacher Totschlag erschwert durch religiösen Hass“ vorgeworfen, teilte die Präfektur mit. Das Drama soll sich auf hoher See zugetragen haben, als es unter den dicht gedrängten Menschen in dem viel zu kleinen Schlauchboot zu einem Streit um die knappen Wasserreserven kam. Der Disput sei in einer Schlägerei zwischen den Gruppen eskaliert. In dessen Zuge wurden zwölf Menschen ins Wasser geworfen und ertranken, teilte die Polizei mit. Diese Opfer seien alle christlichen Glaubens gewesen, während die Täter, an Bord in der Mehrheit, alle Muslime seien.

          Schon mehrfach wurde berichtet, dass die Konflikte der verschiedenen Volksgruppen auch auf dem Weg nach Europa nicht ruhen sondern bisweilen erst richtig ausbrechen, wenn die Not groß wird.

          Auf ihrem Weg von Libyen über das Mittelmeer in die EU kommen jährlich einige hundert Menschen um. Die meisten ertrinken, weil ihre überladenen Schiffe kentern. Erst Anfang der Woche waren vermutlich 400 Menschen ums Leben gekommen. Ihr Boot war auf dem Weg von Libyen nach Italien gekippt und untergegangen; nur etwa 150 Personen konnten von dem mit 560 Menschen überladenen Kutter gerettet werden.

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